predigt_2019-04-28

Predigt: Beten? Wie geht das denn?

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Datum: 28.04.19
Bibelstelle: Matthäus 6,5-6
Redner: Klaus Fischer

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Zusammenfassung:

Einmal hatte sich Jesus zum Gebet zurückgezogen. Als er es beendet hatte, bat ihn einer der Jünger: "Herr, sag uns doch, wie wir beten sollen! Johannes hat es seine Jünger auch gelehrt." (Lukas 11,1)

Die Jünger Jesu, die ständig mit ihm unterwegs waren und ihr Leben mit ihm geteilt haben, haben ihren Meister darum gebeten, ihnen das Beten beizubringen.

Jesus ist nicht erschüttert darüber, er nennt sie nicht "kleingläubig" oder "unwissend". Sondern Jesus ergreift die Gelegenheit, seinen Nachfolgern wichtige Dinge über das Gebet mitzuteilen.

In welcher Form kennen wir Gebet?

  • Das Gebet im Rahmen des Gottesdienstes.
  • Das Gebet in kleineren Gruppen (z. B. in Hauskreisen, im Bibelkreis) und in der Familie.
  • Das Gebet in zurückgezogener Einsamkeit und Stille.

Wieviel Zeit verbringen wir in welcher Art des Gebetes? Kann es sein, dass die Zeit zu kurz kommt, in der wir allein in der Stille die innige persönliche Gemeinschaft mit Gott im Gebet suchen?

Allein mit Gott, mit Jesus und natürlich erfüllt vom Heiligen Geist, der eben diese Aufgabe hat: Uns im Gebet vor Gott zu führen, uns die rechten Gedanken und Worte zu geben und schließlich auch, uns Gottes Reden im Gebet mitzuteilen.

Es geht um die spürbare Nähe zu Gott. Ein wirkliches Ankommen in Seiner Gegenwart. Unsere Gegenwart im Allerheiligsten. Dort, wohin wir gehen dürfen, weil wir Kinder Gottes sind.

Jesus hat ständig diese Nähe zum Vater gesucht. Immer wieder zieht sich Jesus zum Gebet an einsame Orte zurück. Schließlich rät er das auch seinen Jüngern, als sie ihn fragen, wie man richtig betet:

Wenn ihr betet, dann tut es nicht wie die Scheinheiligen! Sie beten gern öffentlich in den Synagogen und an den Straßenecken, damit sie von allen gesehen werden. Ich versichere euch: Sie haben ihren Lohn schon kassiert. Wenn du beten willst, dann geh in dein Zimmer, schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen. (Matthäus 6,5-6)

Wo ist deine stille Kammer? Hast du diesen bestimmten Ort in deinem Haus, den du regelmäßig aufsuchst, um in der Stille die Begegnung mit Gott zu erleben?

Wir können und sollen im Gebet eine Nähe zu Gott erleben, die einen echten Segen und eine geistliche Bereicherung darstellt, wovon wir alle mehr brauchen. Dabei geht es um eine Macht, die über alles hinausgeht, was wir uns vorstellen können: Im Gebet haben wir Zugang zur Allmacht des Schöpfers!

Wenn uns die Bibel mitteilt, dass wir im Gebet eine große Kraft haben, dann ist das so und wir dürfen uns darauf verlassen:

  • Wende dich an mich und ich werde dir antworten! Ich werde dir große Dinge zeigen, von denen du nichts weißt und auch nichts wissen kannst. (Jeremia 33,3)
  • Ruft ihr mich an, geht ihr hin und betet zu mir, dann werde ich auf euch hören. (Jeremia 29,12)
  • Deshalb sage ich euch: Wenn ihr Gott um irgendetwas bittet, müsst ihr nur darauf vertrauen, dass er eure Bitte schon erfüllt hat, dann wird sie auch erfüllt. (Markus 11,24)
  • Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn. (Johannes 14,13)
  • Und wir dürfen zuversichtlich sein, dass er uns erhört, wenn wir ihn um etwas bitten, das seinem Willen entspricht. (1. Johannes 5,14)

Klare Ansage: Gott erhört Gebet. Allerdings gibt es dabei "das Kleingedruckte". Das sind wichtige Bedingungen, die für das Gebet und damit auch dessen Erhörung einen klaren Rahmen vorgeben:

  • Gott ist NICHT der Wunschautomat, den mancher Beter so gerne in ihm sieht.
  • Ich brauche eine enge Beziehung zu Gott, ich lebe als Kind Gottes.
  • Ich bitte in "seinem Namen", entsprechend dem Willen Gottes.
  • Ich bin einer der "wahren Anbeter", die Gott sucht (Johannes 4,23).

Die wahren Anbeter sind jene, die ein Leben mit Gott begonnen haben, die das Opfer Jesu angenommen haben.

Und wenn du mit ganzem Herzen und ganzer Seele in der Nachfolge Jesu stehst, dann werden deine Bitten und Gebete von ganz alleine im Einklang mit Seinem Willen stehen. Und doch gibt es viele Dinge, um die sich Gott bitten lässt. Es gibt hier einen großen Gestaltungsspielraum.

Es ist wichtig, Gebet zu lernen, vor allem das Gebet in der zurückgezogenen Stille, das ausschließlich zwischen dir und dem Himmlischen Vater stattfindet:

  • Kein Mensch sieht dir beim Beten zu.
  • Kein Mensch hört dein Gebet.
  • Kein Mensch lenkt dich ab.
  • Du musst dir keine Gedanken um dein Umfeld machen.

Wenn du beten willst, dann geh in dein Zimmer, schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen. (Matthäus 6,6)

"Im Verborgenen … der auch das Verborgene sieht …" – Wir gehen also hinein in diesen Raum, wo wir die Tür schließen können und nichts um uns herum stören kann, kein Handy, kein Radio, keine Musik, NICHTS. Und dann stehen wir eben nicht vor einer anderen Person, die wir ansehen und berühren können, da ist erst einmal NICHTS. Und wir können Gott nichts vormachen.

Wir fangen an zu beten … Dabei kann es einige Zeit dauern, bis wir zu Ruhe gekommen sind. Sind wir uns bewusst, dass gerade in diesen ersten Minuten ein ganz besonderer geistlicher Kampf stattfindet? Es gibt eine Kraft, die vor allem ein Ziel hat: Uns vom Gebet abzuhalten.

Es ist ein "Gebetskampf": Geht bewusst diesen Schritt in das Allerheiligste, in SEINE reale Gegenwart, in seine spürbare Nähe. Macht eure Herzen, eure Gedanken und eure Seele frei. Schiebt beiseite, was euch von Jesus ablenken will.

Wie aber schaffe ich das? Was hilft, ist eine Zeit und ein Rahmen für das persönliche Gebet, der fest geplant ist. Vorschlag: Fange mit einer viertel Stunde an. Nimm dir z. B. 3 Mal in der nächsten Woche diese Zeit, plane sie und stell sicher, dass sie wirklich für Gott freigehalten wird. Egal, was dich nun ablenken mag – es kann eine viertel Stunde warten.