predigt_2019-04-21

Predigt: Er.lebt

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Datum: 21.04.19
Bibelstelle: Johannes 20,11-18
Redner: Hans-Peter Dinter

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Zusammenfassung:

Nach dem Grauen des Karfreitags hocken die 11 Jünger zusammen, sie bilden einen Zirkel der Hoffnungslosigkeit.

Auch Maria Magdalena war dabei gewesen und hatte miterlebt, wie Jesus am Kreuz von Golgatha elend gestorben war. Maria war dabei, als Jesus beerdigt wurde.

Sie war eine Augenzeugin der Trostlosigkeit, aber jetzt – am Ostermorgen – wendet sich das Blatt:

  1. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. (Johannes 20,11)

    Das Ereignis am Ostermorgen beginnt völlig gewöhnlich. Maria steht vor dem Grab und heult. Trauer und Tränen auf dem Friedhof, das sind wir gewohnt. Da muss sich niemand seiner Tränen schämen.

    Die Tränen der Maria zeigen uns, dass die Auferstehungshoffnung den Jüngern völlig fremd war. Die verschiedenen Osterberichte überliefern einhellig das Entsetzen, die Fassungslosigkeit der ersten Osterzeugen. Die Jesusanhänger selbst waren hartnäckige Skeptiker.

    Ostern ist nicht vorbereitet, nicht geplant, sondern trifft die Jünger mitten in ihrer Trauer und Hoffnungslosigkeit.

  2. Da wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. (Johannes 20,16)

    Noch ist Maria gefangen in ihrem Kummer, da steht der auferstandene Herr hinter ihr. In ihrem Kummer fühlt Maria sich unverstanden und allein – aber sie ist es nicht.

    Ostern ist es geworden – und sie hat es nicht mitbekommen. Keiner hat es mitbekommen. Damals im Tempel von Jerusalem läuteten keine Osterglocken. Jesus ist auferstanden – und keiner hat es bemerkt.

    Maria spürt, wie jemand hinter sie tritt. Aber sie verwechselt Jesus mit dem Friedhofsgärtner. Dann die vertraute Stimme: "Maria!" Maria blickt dem Auferstandenen ins Gesicht und stammelt nur ein Wort: "Rabbuni!"

    Zweifellos erkennt Maria und erkennen die Jünger die Tragweite des Ostergeschehens erst viel später. Die Auferstehung Jesu bedeutete für Maria nichts anderes als dass der Jesus, den sie tot geglaubt hatte, wieder lebte.

    In Wahrheit aber bedeutet Ostern kein "weiter so". Seit Ostern ist nichts mehr wie vorher. Die Auferstehung Jesu ist die Sensation schlechthin.

    Der gekreuzigte Christus, den viele als eine tragische Figur der jüdischen Geschichte, als einen politischen Verlierer abgehakt hatten, wird von Gott zum Herrn über Leben und Tod erklärt. Mit der Auferweckung Jesu ist der Tod entthront. Nicht der Tod spricht in unserem Leben das letzte Wort, sondern der auferstandene und erhöhte Christus.

    Maria Magdalena konnte diese Tragweite des Ostergeschehens noch nicht erfassen – aber eines war ihr sofort klar: "Mein Herr lebt!" Genau diese Erfahrung ist es, die den Glauben völlig umkrempelt.

    Sicher ist es gut, dass christliche Glaubensbekenntnis im Blick auf die Auferstehung als richtig anzuerkennen. Aber das ist zu wenig.

    Lebendiger Glaube lebt von der Begegnung mit dem auferstanden Christus. Jeder Glaube braucht sein ganz persönliches Ostern. Gibt es so etwas wie ein persönliches Ostern in Ihrem Leben?

  3. Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündigte ihnen: "Ich habe den Herrn gesehen!" (Johannes 20,18)

    Die Begegnung mit dem Auferstandenen war für Maria nur kurz. Aber diese Begegnung setzt Maria in Bewegung. "Ich habe den Herrn gesehen!" sprudelt es aus Maria heraus. "Ich bin Augenzeuge einer unglaublichen Begegnung geworden."

    Petrus will der Sache auf den Grund gehen. Er löst sich aus dem Kreis der Hoffnungslosigkeit. Er lässt sich vom Bericht der Maria bewegen. Unsere Welt braucht Osterboten wie Maria.

    Leute, die theologische Spitzfindigkeiten verbreiten, hat es genug. Moralapostel hat es eine ganze Anzahl. Was die Welt dringend braucht, sind fröhliche Osterboten!

    Es wird Menschen geben, die werden die Osterboten für verrückt erklären, aber da wird es immer auch einige haben, die – wie Petrus – neugierig werden und der Sache auf den Grund gehen wollen.

    Da wird es Menschen geben, die sich einladen lassen zu dem Herrn des Lebens. Menschen, die eine Erfahrung machen: Die erleben, dass ER lebt!