predigt_2019-04-07

Predigt: Glauben, wie macht man das?

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Datum: 07.04.19
Bibelstelle: Apostelgeschichte 16,12-15
Redner: Hans-Peter Dinter

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Zusammenfassung:

Viele unserer großen Kirchengebäude sind zu Museen verkommen, in denen wir eine Menge abendländischer Kultur, aber sehr wenig echtes geistliches Leben entdecken. Diejenigen, die sich Christen nennen, sind längst nicht alle glaubwürdige Werbeträger der frohen Botschaft.

"Ich möchte ja gerne glauben, aber …" Vielleicht gibt es den einen oder anderen unter uns, der genau diesen Wunsch in seinem Herzen trägt.

Geben Sie nicht auf, bleiben Sie dran! Denn Gott hat versprochen: Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden. Ja, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, will ich mich von euch finden lassen. (Jeremia 29,13-14)

Was meint eigentlich Glaube – wenn wir vom "christlichen Glauben" sprechen?

Von dem, was Glaube bedeutet, haben Menschen sehr unterschiedliche Vorstellungen:

  • Dogmen: Für viele Menschen besteht der Glaube im Festhalten an Glaubenssätzen und kirchlichen Dogmen. Sie glauben an die Existenz Gottes. Sie bejahen im Großen und Ganzen das christliche Glaubensbekenntnis. In diesem Sinne wären laut Infratest noch knapp 60% der Deutschen als "Gläubige" einzuordnen.
  • Moral: Andere legen die Messlatte an der Moral der Menschen an: Der ist gläubig, der in sittlicher Hinsicht vorbildlich lebt, der ehrlich ist, seinem Partner treu ist, der sein Leben an den 10 Geboten, den Ordnungen Gottes ausrichtet.
  • Kultus: Andere wiederum definieren "gläubige Menschen" über ihren Gottesdienstbesuch, die kultischen Aktivitäten. Die müssen ja gläubig sein, wenn sie jeden Sonntag an aller Früh den Gottesdienst besuchen.

Alle drei Vorstellungen sagen etwas über den Glauben eines Menschen aus – nur auf den Kern des christlichen Glaubens stoßen sie nicht wirklich. Glaube nach dem Zeugnis der Bibel meint ein Leben, das fest verbunden ist mit Christus. So wie ein Baumstamm nur leben kann, wenn er fest mit den Wurzeln verbunden ist, so lebt der Glaube aus der Verwurzelung in Jesus. Christlicher Glaube ist zuerst und vor allem Beziehung.

Im Glauben geht es nicht zuerst um Glaubenssätze, nicht um Moral und nicht um den Besuch christlicher Veranstaltungen – es geht um eine persönliche Beziehung zu Gott und zu seinem Sohn Jesus Christus. Das klingt, wenn Sie sich noch an den Glauben herantasten, ziemlich schräg. Genau das aber werden Ihnen alle Menschen bezeugen, die zum Glauben gefunden haben.

Alle Beziehungen aber begründen sich auf Vertrauen. Jede gute Beziehung hat mit Vertrauen zu tun. Ohne Vertrauen wären wir gar nicht lebensfähig. Die Fähigkeit zu vertrauen ist uns in die Wiege gelegt. Aber kann ich Gott zu vertrauen? Glauben, wie macht man das?

Jeder Glaube hat irgendwie seine ganz besondere Entstehungsgeschichte. So unterschiedlich die Entstehungsgeschichten des Glaubens sind, in einigen Punkten ähneln sie sich. In der Apostelgeschichte berichtet der Autor Lukas von der griechischen Geschäftsfrau Lydia, wie sie zum Glauben kommt: "Während sie uns zuhörte, öffnete ihr der Herr das Herz." (Apostelgeschichte 16,14)

Der Glaube beginnt mit dem Zuhören! Ohne Zuhören kein Glaube! Christlicher Glaube gründet sich auf Informationen: An ihn glauben kann man nur, wenn man von ihm gehört hat. Von ihm hören kann man nur, wenn jemand da ist, der die Botschaft von ihm verkündet. (Römer 10,14)

Christlicher Glaube gründet sich auf Informationen. Wer glauben will, braucht richtige Informationen. Und die finden wir in der Bibel, z. B. die folgende Kerninformation: Gott ist Liebe. Und Gottes Liebe zu uns ist daran sichtbar geworden, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, um uns durch ihn das Leben zu geben. Das ist das Fundament der Liebe: Nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühneopfer für unsere Sünden zu uns gesandt hat. (1. Johannesbrief 4,8-10)

"Gott ist Liebe", diese Information ist das Fundament des christlichen Glaubens. Das Herz des allmächtigen Schöpfergottes brennt voller Leidenschaft für eine Menschheit, die ihm den Rücken gekehrt hat. Diese von Gott abgewandte Haltung nennt die Bibel "Sünde". Sündersein bedeutet: Gott die kalte Schulter zeigen. So zu leben, als würde es ihn nicht geben.

Und der allmächtige Gott? In seiner leidenschaftlichen Liebe zu uns, sendet er seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde. Alle Schuld dieser Welt, alle Gottesferne, alle Sünde lädt er auf dessen Schulter. Die Botschaft von Karfreitag lautet: Das ist das Fundament der Liebe: nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühneopfer für unsere Sünden zu uns gesandt hat. (1. Johannes 4,10)

Glauben – wie macht man das? Zwei abschließende Antworten darauf:

  1. Wenn Sie noch viele Fragen haben und dem christlichen Glauben skeptisch gegenüberstehen: Sammeln Sie Informationen!

    Sammeln Sie Informationen – aber sammeln Sie sie in Gottes Namen an der richtigen Stelle. Es gibt Tausende von Büchern und Zeitschriften, in denen sich Menschen äußern, die keine Ahnung vom Geheimnis des Glaubens haben.

    Die Primärinformationen von Gott, über Jesus Christus und das, was Glauben bedeutet, finden wir in der Bibel. Wenn es um die Einführung in den christlichen Glauben geht, dann sind die Evangelien von Lukas und Markus meiner Erfahrung nach die erste Wahl.

    Und fragen Sie Menschen, die in einer persönlichen Beziehung mit Jesus Christus leben, nach ihrem Glauben und ihren Glaubenserfahrungen.

  2. Wenn Sie spüren, dass Gottes Liebe ihr Herz erreicht hat und auf eine Antwort wartet: Vertrauen Sie Gott Ihr Leben im Gebet an!

    Sagen Sie Gott im Gebet, dass Sie ihm Glauben schenken und vertrauen möchten. Bitten Sie Gott, Ihren Glauben zu stärken und danken Sie ihm, dass er Jesus Christus für Ihre Sünde geopfert hat.

    Ein solches Gebet der "Lebenshingabe" könnte etwa so formuliert werden:

    • Himmlischer Vater, ich glaube, dass du mich liebst.
    • Du hast deinen Sohn Jesus gesandt, damit er am Kreuz an meiner Stelle stirbt.
    • Ich möchte mit Jesus als meinen Retter ein neues Leben beginnen.
    • Alles Versagen, alle Gottesferne und Schuld lege ich unter dein Kreuz.
    • Jesus, ich gebe dir mein Herz.
    • Zeige mir, wie ich mein Glaubensleben gestalten kann, so dass es wächst und du dich darüber freuen kannst.
    • Nimm mich wie ich bin und mache mich so, wie du mich haben willst. Amen.