predigt_2019-03-24

Predigt: Taufe – wer hat’s erfunden?

Zur Predigtübersicht

Datum: 24.03.19
Bibelstelle: Epheser 4,5; Römer 6,4 u. a.
Redner: Klaus Fischer

Um die Predigt herunterzuladen, drücken Sie bitte mit der rechten Maustaste auf und wählen dann "Ziel speichern unter" …

Zusammenfassung:

Jeder von uns hat eine konkrete Vorstellung davon, was Taufe bedeutet – allerdings weichen diese Vorstellungen vermutlich mehr oder weniger voneinander ab. Und das, wo doch Paulus im Epheserbrief so deutlich anmerkt: Ein HERR, ein Glaube, eine Taufe. (Epheser 4,5)

Was können wir aus der Bibel zum Thema Taufe lernen?

Die christliche Taufe hat ihre Wurzeln im Alten Testament: Die Israeliten kannten und kennen den Begriff "Tevila". Das bedeutet so viel wie "Untertauchen" und beschreibt eine geistliche Reinigung. Das Ritual der Tevila findet in einem eigens dafür vorbereiteten Raum statt, in dem sich eine Menge Wasser in einem Becken befindet, das zweckmäßigerweise so groß ist, dass ein Mensch darin ganz untertauchen kann.

Das Gefäß trägt den Namen "Mikwe" und ist seit den Zeiten des Buches Levitikus (3. Mose 14-17) bekannt. Tatsächlich wird noch heute in einigen Synagogen die Tevila in einer Mikwe – also das Untertauchen in einem eigens dafür hergestellten Tauchbecken – praktiziert.

Die Tevila ist eine sichtbare und spürbare Handlung, die gleichzeitig ihre eigentliche Wirkung in der geistlichen und unsichtbaren Welt erfährt: Eine vollständige Reinigung des geistlich verunreinigten Menschen.

Wer hat’s erfunden? Irgendein vom feinen Wüstensand verklebter Israelit auf der Wanderung durch die Wüste? Nein, es war Gott selbst, der Mose auftrug, diese Art der Reinigung detailliert nieder zu schreiben und dem Volk geboten hat, das genauso zu praktizieren.

Begeben wir uns mit dem Wissen um die Tevila an den Jordan und beobachten Johannes den Täufer bei seiner Tätigkeit.

Johannes der Täufer predigt Buße: Umkehr von Sünde. Und er verkündet die Ankunft des Messias: Der, auf den das Volk wartet, weil er sie von all ihrer Schuld befreien wird.

Johannes der Täufer tauft – er vollzieht ein Abbild der Tevila, das alle Anwesenden kennen. Im lebendigen Wasser des Jordans untertauchen, um von aller Sünde und aller Unreinheit gereinigt zu werden. Die Menschen verstehen das Bild, und ihr sehnsüchtiges Warten auf den Erlöser erfährt hier ein erstes spürbares und sichtbares Zeichen.

Als Christen heute dürfen mit dem Wissen um Tod und Auferstehung Jesu das Gesamtbild sehen, wir haben ein tiefes Verständnis, das jene, die vor Johannes im Jordan standen, nicht haben konnten, denn Jesu Werk war noch lange nicht vollbracht.

Alle Worte im Neuen Testament sind auf Griechisch geschrieben und nicht wie im Alten Testament auf Hebräisch. Deshalb wird hier anstelle des hebräischen "Tevila" der Begriff "BAPTIZARE" – Untertauchen – für die gleiche Art der Reinigung verwendet.

Die Bibel spricht deutlich von einem reinigenden Bad, das im Zusammenhang steht mit einer einmaligen Erneuerung unseres Lebens. (Johannes 3,5; Johannes 13,10; Titus 3,4.5)

Ein einmaliges und vollständiges Bad der Reinigung ist das Bild und das Zeugnis für das, was Jesus im Leben eines Menschen tut, der diesen Neuanfang mit dem Sohn Gottes wählt. Das Neue Testament nennt diesen Vorgang Taufe.

Die Briefe im Neuen Testament machen deutlich (u. a. Römer 6,4; Kolosser 2,12), dass wir in der Taufe unseren Glauben bezeugen:

  • Wir sind mit Jesus gestorben – wir werden untergetaucht, begraben.
  • Und wir werden auch mit ihm auferstehen – wir erheben uns neu und rein aus dem Grab des Wassers.

Natürlich ist das ein Bild und es bedarf vor allem einer vorherigen Bekehrung, einer geistlichen Wiedergeburt, die letztlich in der Taufe ihr Zeugnis und ihren sichtbaren Akt erfährt.

Es gibt genau zwei symbolische Handlungen, die Jesus uns geboten hat, die wir praktizieren sollen: Abendmahl und Taufe.

Beides Bilder, die ein Zeugnis darstellen, uns an etwas erinnern sollen. In beiden Fällen – Abendmahl und Taufe – ist die Voraussetzung, dass ein Mensch sich persönlich entschieden hat, als Christ ein Leben in der Nachfolge zu führen, das Opfer Jesu anzunehmen und in die Gemeinschaft der Kinder Gottes einzutreten.

Wenn ich nun also das eine Gebot – Abendmahl – regelmäßig befolge, das andere – Taufe – aber nicht, wie kommt das? Was sind meine Motive?

In unserer Gemeinde bieten wir diese biblische Taufe jedem Menschen an, der sich bewusst für ein Leben in der Nachfolge Jesu entschieden hat.