predigt_2019-01-13

Predigt: Gemeinde – was ist das?

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Datum: 13.01.19
Bibelstelle: Johannes 13,34.35
Redner: Klaus Fischer

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Zusammenfassung:

"Die Gemeinde trifft sich in der Gemeinde, um Gemeinde zu sein." – Was bitte ist Gemeinde?

Meistens meinen wir damit entweder die Räumlichkeiten oder eben unsere Gemeinschaft.

Den Begriff "Gemeinde" finden wir natürlich auch in der Bibel. Es war Gott selbst, der schon vor Schaffung der Welt im Sinn hatte, einmal eine Gemeinde zu bauen, zu der alle Nationen herzlich eingeladen sind.

Gemeinde ist demnach kein Ort, kein Gebäude, kein Verein mit Mitgliedern und auch keine Denomination. Sondern Gemeinde ist zunächst die Summe aller wiedergeborenen Christen. Das ist eine seit zweitausend Jahren weltweit existierende Gemeinschaft aller Gläubigen, die sich Gott selbst durch das Opfer seines Sohnes geschaffen hat.

Die Gemeinde gehört Gott, sie folgt seinen Geboten und hat den Auftrag zu wachsen. Um das zu erreichen, soll sie Menschen zu Jesus führen, die dann selbst ein neues Leben als Kinder Gottes beginnen. Als Zweites hat die Gemeinde die Aufgabe, die Christen zu lehren und zu einem gottgefälligen Leben anzuleiten.

Gott hat der Gemeinde klare Richtlinien gegeben. Die Gemeinschaft der Menschen innerhalb der Gemeinde ist an vielen Stellen in der Bibel beschrieben.

Das Ziel der Gebote für die Gemeinde und das Zusammenleben in der Gemeinde folgt wiederum dem übergeordneten Ziel, dass andere Menschen zum Glauben finden und die Menschen innerhalb der Gemeinde ihr Leben immer mehr auf Gott ausrichten. Jesus sagt dazu: "Ich gebe euch ein neues Gebot: Liebt einander! Ihr sollt einander lieben, wie ich euch geliebt habe. An eurer Liebe zueinander werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid." (Johannes 13,34.35)

Zwei Aspekte finden wir in diesem Gebot:

  • Das Miteinander der Geschwister in der Gemeinde soll von gegenseitiger Liebe geprägt sein.

    Dabei geht es nicht um Gefühle, weder freundschaftliche noch leidenschaftliche Liebe sind hier gemeint.

    Wenn Jesus sagt: "Wie ich euch geliebt habe", dann meint er AGAPE. Eine selbstlose und dienende Liebe, die sich NICHT mit der Frage beschäftigt, die heute als Nulltes Gebot über allen anderen steht: Was bringt’s mir?

    Jesus hält uns an, einander selbstlos und in gegenseitiger Hochachtung zu dienen: "Niemand suche das Seine, sondern das des anderen." (1. Korinther 10,24)

  • Menschen, die außerhalb der Gemeinde sind, werden an unserem Miteinander erkennen, dass wir SEINE Jünger sind.

    Ja, sie werden das nicht nur erkennen, sie werden diese Liebe attraktiv finden und den Wunsch haben, ein Teil dieser Gemeinde zu werden.

Gemeinde beschreibt also eine Gemeinschaft von Menschen, die Jesus nachfolgen und ein Miteinander leben, das seinen Regeln entspricht.

Diese Regeln – sie heißen in der Bibel Gebote – haben ein heiliges Miteinander der einzelnen Menschen zum Ziel. Solch ein heiliges Miteinander zeichnet sich dadurch aus, dass wir so leben, wie Jesus es uns vorgelebt hat.

Gelingt das innerhalb einer Gemeinde, dann wird sie wachsen und also ganz automatisch einen wesentlichen Beitrag zum übergeordneten Auftrag leisten: Der Mission, der Hinführung jedes Menschen zu Gott.

Was fällt Ihnen zum Begriff Gemeinde ein?

Die Gemeinde ist aus biblischer Sicht eine Versammlung von Menschen, die eines gemeinsam haben: Sie sind Jünger Jesu, Kinder Gottes, Geschwister untereinander.

Das bedeutet konkret für dich: Wenn du Jesus nachfolgst und Kind Gottes bist, dann bist du ein Teil der Gemeinde. Du bist ein Teil von:

  • einem Heiligen Tempel,
  • einem Leib, den Gott zusammengefügt hat,
  • einer Herde, deren oberster Hirte Jesus ist und die gemeinsam unterwegs sein wird,
  • einem Bau, in dem jeder einzelne Stein eine Bedeutung hat und eine eigene tragende Rolle.

Es gibt einen Unterschied zwischen der theoretischen und biblischen Gemeinde und der wirklichen Gemeinde. Wie geht es uns damit? Haben wir womöglich hier oder da vergessen, wer wir sind? Was wir sind? Wie wir miteinander umgehen sollen?

Auch wenn wir’s nicht immer schaffen: Wir sind "Gemeinschaft der Heiligen". Als Kinder Gottes und als solche, die von Jesus erlöst wurden, sind wir heilig!

Es ist das Ziel des Widersachers, uns immer wieder anzuklagen und uns das Gefühl zu vermitteln, dass wir eben alles andere als heilig sind. Offenbarung 12,10 beschreibt Satan als den "Ankläger der Brüder". Wir stehen immer wieder vor der Anklage: Unser Miteinander ist mangelhaft, unser Eifer ist zu gering, unser Glaube zu schwach, unsere Geistlichkeit nicht intensiv genug, unser Bibelwissen zu gering …

Ja, es finden in der Gemeinde finden Fehltritte statt, die das Ideal des Miteinanders nach Jesu Vorstellung belasten. Aber in diesem Leib, in diesem heiligen Tempel Gottes besteht auch viel Raum für Vergebung und Versöhnung.

Wir sollen einander ermutigen, einander dienen, in Liebe begegnen, einer für den Anderen, selbstlos mit Blick auf das, was der Nächste braucht.

Wir sollen zusammenkommen, nicht einfach wegbleiben: Und weil wir auch füreinander verantwortlich sind, wollen wir uns gegenseitig dazu anspornen, einander Liebe zu erweisen und Gutes zu tun. Deshalb ist es wichtig, dass wir unseren Zusammenkünften nicht fernbleiben, wie einige sich das angewöhnt haben, sondern dass wir einander ermutigen, und das umso mehr, als – wie ihr selbst feststellen könnt – der Tag näher rückt, an dem der Herr wiederkommt. (Hebräer 10,24.25)

Also, lasst uns Gemeinde leben! Gemeinde bedeutet genau das, was du als ein Glied, als ein Organ dieses Leibes darin tust. Du bist Gemeinde, dein Reden prägt Gemeinde, dein Handeln bestimmt, wie deine Geschwister Gemeinde erleben.

Wir wollen einander zusagen, dass wir SEIN Gebot umsetzen wollen: "Ich will dich so lieben, wie Jesus mich geliebt hat."