predigt_2018-12-16

Predigt: Wie soll ich dich empfangen?

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Datum: 16.12.18
Bibelstelle: Jesaja 60,1-2; 61,1
Redner: Hans-Peter Dinter

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Zusammenfassung:

Wir schreiben das Jahr 1653. Gerade fünf Jahre liegt das Ende des Dreißigjährigen Krieges zurück. In den ersten Friedensjahren, in denen die Menschen hofften, endlich wieder zur Normalität zurück zu finden, beginnt in Deutschland die Pest zu wüten.

In dieser düsteren Zeit, in der viele Menschen keine Perspektive für ihr Leben mehr sehen, schreibt der Mittenwalder Pfarrer Paul Gerhardt eines der bekanntesten Adventslieder.

Selbst getragen von seinem Gott, in dessen Hand er sich geborgen weiß, will er die allgemeine Trostlosigkeit mit dem Evangelium überwinden. Er kann und will in das allgemeine Klagegeheul nicht einstimmen. Gott hat sich, auch wenn es den Anschein hat, aus dieser Welt nicht zurückgezogen. Er überlässt diese Welt nicht dem Chaos. Sein Hilfsprogramm läuft. Es wird Advent werden.

  • Der dunkle Hintergrund

    Auf dem düsteren Hintergrund seiner Zeit kann Paul Gerhardt weder mit einem leichtfertigen Halleluja noch mit billigen Durchhalteparolen landen. Er muss sich der Wirklichkeit stellen. Die Menschen mit ihren Nöten und Glaubensfragen ernst nehmen.

    Und so spricht sein Adventslied von "Gram" und "Schmerzen", von "tausend Plagen" und "Jammerlast", von "Sorgen", "Angst" und "Not", die sich zu einem schier unüberwindlichen Berg aufgehäuft haben.

    Advent wird es nicht auf dem Hintergrund einer heilen Welt. Eine heile Welt bräuchte keinen Heiland. In einer heilen Welt wäre die Botschaft von einer göttlichen Rettung geradezu absurd.

    Auf dem Hintergrund einer dunklen Welt, verheißt das prophetische Wort die Ankunft eines Befreiers: "Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir." (Jesaja 60,1-2)

  • Vom hohen Besuch

    Wenn Paul Gerhardt dichtet: "Wie soll ich dich empfangen und wie begegn' ich dir", dann wird von vorneherein klar, dass derjenige, der erwartet wird, jemand ganz Außergewöhnliches sein muss.

    Paul Gerhardt stellt uns in seinem Adventslied Jesus in zweifacher Hinsicht vor:

    • Jesus ist der königliche Befreier.
    • Jesus ist der königliche Richter.

  • Die wichtige Frage

    Nachdem klar geworden ist, wer da kommt, stellt sich die Frage nach der angemessenen Vorbereitung.

    Wie können wir uns auf den königlichen Retter und Richter vorbereiten?

    Paul Gerhardt ist ratlos, deshalb richtet er seine Frage an Jesus selbst: "O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit was dich ergötze, mir kund und wissend sei …"

    Jesus selbst, soll dem Liederdichter deutlich machen, worin seine Adventsvorbereitung zu bestehen hat:

    • Die Fragen lauten nicht: Jesus, wie sollen wir dich empfangen? Oder: Was kann die Kirche tun, um auf deine Ankunft vorbereitet zu sein?
    • Die Fragen lauten: "Wie kann ich dich empfangen?" und "Wie begegne ich dir?"