predigt_2018-09-16

Predigt: Vom Brot des Lebens

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Datum: 16.09.18
Bibelstelle: Johannes 6,26-69
Redner: Hans-Peter Dinter

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Zusammenfassung:

Wovon lebt der Mensch?

Essen, Trinken, Sauerstoff – mit diesen Dingen wäre das Überleben einigermaßen gesichert.

Allerdings könnte man diese Frage auch auf einer anderer Ebene behandeln und beantworten. Nämlich im Blick auf körperliche Nähe und sprachliche Zuwendung. Menschliches Leben ist äußerst komplex und braucht mehr als Essen und Trinken, um sich entfalten zu können.

Wenn Johannes der Evangelist den Begriff "Leben" gebraucht, dann unterscheidet er zwischen "Leben" als "Bios", dem "biologischen", vergänglichen Leben und "Zoän aionion", dem unvergänglichen, "ewigen, wahren Leben".

Jesus Christus – das ist das große Thema des Johannes – ist ewiges Leben in Person:

  • Ich bin das Brot des Lebens. (Johannes 6)
  • Ich bin die Auferstehung und das Leben. (Johannes 11)
  • Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. (Johannes 14)

Diese "Ich-bin-Worte" Jesu reißen aus der Neutralität. Wenn das stimmt, dass Jesus das Brot des Lebens ist, dann heißt das auch im Umkehrschluss, dass man ohne dieses Brot geistlich verhungert:

Jesus antwortete ihnen und sagte: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von dem Brot gegessen habt und satt geworden seid. Bemüht euch um Nahrung, die nicht vergänglich ist sondern bleibt zum ewigen Leben." (Johannes 6,26.27)

Der Hintergrund, auf dem dieses Gespräch stattfindet, ist die wundersame Speisung der 5000. Von einer Stunde auf die andere war der unbekannte Wanderprediger ein Shooting Star am politisch-religiösen Horizont. Alle Hoffnungen auf eine bessere Zukunft machten sich an dem fest, der in der Lage war, solch eine große Menschenmenge zu versorgen.

Die Reaktion von Jesus auf den Jubel der Menschenmassen ist beachtenswert:

  1. Enthüllungen

    Zunächst enttarnt Jesus die wahren Motive derer, die ihm zujubeln. "Freunde", sagt er, "es geht euch nicht wirklich um Gott und sein Reich. Eure Begeisterung ist nichts anderes als blanker Egoismus. Was euch treibt ist euer Bauch, euer Wunsch nach Lebenssicherung und Wohlstand."

    Das große Thema, das die Menschheit durch die Jahrtausende bewegt, ist die Ernährungsfrage. Die Frage nach Brot und Arbeit ist wichtig, aber es liegt die Gefahr darin, dass sich unser Leben in der Klärung der Brotfrage erschöpft.

    Leben im tiefsten Sinne erschöpft sich eben nicht in der Deckung des für einen Menschen zum Überleben nötigen Kalorienbedarfs. Wahres Leben, so offenbart Jesus, hat damit zu tun, dass ein Mensch Anteil hat am Brot des Lebens.

  2. Selbstoffenbarungen

    Jesus sagt nicht: "Ich habe (oder ich gebe euch) das Brot des Lebens.", sondern er bietet sich selbst an: "Ich bin". In meiner Person liegt euer Heil. Ihr braucht nicht etwas von mir, sondern ihr braucht mich, und das nicht nur ab und zu, sondern als tägliches Hauptnahrungsmittel.

    Unser Auskommen ist nicht unbedeutend, aber ein Leben, dass sich in der Wohlstandsicherung erschöpft, ist ein armes Leben. Der Mensch lebt nicht allein davon, dass er es sich gut gehen lässt.

    Jesus spricht von einer völlig neuen Qualität, einer anderen Dimension des Lebens – er spricht vom dem, was das Prädikat "Ewigkeit" trägt.

  3. Entscheidungen

    Die Zuhörer von Jesus sind enttäuscht. Jesus hatte ihr Spiel nicht mitgespielt.

    Die politische Revolution hatte ein Ende gefunden, bevor sie begonnen hatte. Und eine geistliche Revolution, die Revolution in ihren Herzen, wollten sie nicht zulassen.

    Menschen sind in der Regel gewillt, Umstände zu ändern – aber sie sind nur selten bereit, die Fäden ihres Lebens aus der Hand zu geben und sich dem lebendigen Gott zu unterwerfen.

    Die begeisterte Menge schrumpft bis auf zwölf Jünger zusammen. Diesen wenigen, die jetzt noch bei ihm ausgehalten haben, stellt er die Vertrauensfrage: Da fragte Jesus die Zwölf: "Wollt ihr auch weggehen?" (Johannes 6,67)

    Da antwortete Simon Petrus: "Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes." (Johannes 6,68-69)

    Petrus erkennt und bekennt: Du bist uns zum Brot des Lebens geworden, von dir leben wir!