predigt_2018-08-19

Predigt: Demut oder Selbstbewusstsein

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Datum: 19.08.18
Bibelstelle: Galater 6,3-5; Philipper 2,5-7
Redner: Klaus Fischer

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Zusammenfassung:

Demut oder Selbstbewusstsein – Wie stehen diese beiden Tugenden zueinander?

Es geht nicht darum, sich für das eine oder das andere zu entscheiden. Vielmehr gilt es, beide Tugenden gleichzeitig in einem gesunden Maß zu pflegen.

Die perfekte Demut resultiert aus dem vollkommenen Bewusstsein seiner selbst. Tatsächlich kann ich als Christ nicht wirklich und aufrichtig demütig leben, bevor ich mir meines Handelns und Denkens im Angesicht Gottes bewusst bin.

Wir sind oft bemüht, unsere Rolle im Vergleich zu anderen Menschen zu definieren. Wir vergleichen unser Handeln, unseren Status, unseren "Wert" mit den Menschen in unserem Umfeld. Dabei können wir uns aussuchen, mit wem wir uns vergleichen. Das entscheidet letztlich darüber, ob wir uns für groß oder klein halten, für klug oder dumm, für hübsch oder hässlich usw.

Die Bibel fordert uns auf, genau das nicht zu tun. Wir sollen uns nicht im Blick auf andere Menschen beurteilen. Schon gar nicht sollen wir andere Menschen beurteilen. Wenn wir ein Urteil fällen wollen, dann nur eines über uns selbst vor Gott.

Damit ist der Maßstab definiert: Jesus uns sein Leben als Mensch.

Spätestens jetzt sollte es jedem Menschen leicht fallen, eine aufrichtige Demut zu empfinden, denn wenn ich mein Handeln mit dem unseres Herrn Jesus vergleiche, dann bin ich sehr klein.

Meine Fehler und Unvollkommenheit stehen mir deutlich vor Augen, ich empfinde eine tiefe Demut. Das kann so weit gehen, dass ich mich wie ein Versager fühle und beginne, an mir selbst zu verzweifeln. Meine Fehler vor Augen erwarte ich immer weniger von mir und meinem Leben …

Wieder ein menschliches Handeln, für das die Bibel eine wertvolle Alternative bietet:

Statt mich zu verurteilen, darf ich anerkennen, dass ich unwürdig bin und bleibe. Gott weiß das und erwartet von mir nicht, dass ich meine Gerechtigkeit selbst schaffe.

Christus hat mir durch sein Werk am Kreuz eine Stellung vor Gott geschaffen, die mich von meinem eigenen Versagen frei macht. In dieser Freiheit darf ich auf das Werk Jesu sehen und mich darin bewegen. Ich bin gerecht, heilig und lebe in der Gnade.

Daraus entsteht Treue und Hingabe zu Jesus. Wenn wir darüber nachdenken und das in unserem Leben praktisch umsetzen, dann is das die Demut, die uns die Bibel lehrt.

Schließlich sind wir im Umgang miteinander aufgefordert, die Gesinnung unseres Herrn anzunehmen und zu leben: Habt im Umgang miteinander stets vor Augen, was für einen Maßstab Jesus Christus gesetzt hat: Er war in allem Gott gleich, und doch hielt er nicht gierig daran fest, so wie Gott zu sein. Er gab alle seine Vorrechte auf und wurde einem Sklaven gleich. Er wurde ein Mensch in dieser Welt und teilte das Leben der Menschen. (Philipper 2,5-7)