predigt_2018-08-12

Predigt: Einheit leben!?

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Datum: 12.08.18
Bibelstelle: Philipper 2,2
Redner: Gert Brinkhorst, Nidderau

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Zusammenfassung:

Zu den "Schlüsselbegriffen" des christlichen Glaubens gehören Gemeinschaft und Einheit: Doch wenn wir wie Christus im Licht Gottes leben, dann haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut von Jesus, seinem Sohn, reinigt uns von jeder Schuld. (Johannes 1,7)

Dietrich Bohnhoeffer schreibt dazu: Es ist in der Zeit zwischen dem Tod Christi und dem Jüngsten Tag wie eine gnädige Vorwegnahme der letzten Dinge, wenn Christen schon hier, in sichtbarer Gemeinschaft mit anderen Christen, leben dürfen.

Dieses Stück Himmel auf Erden hat einen gehörigen irdischen Anteil – und der liegt in unseren Händen: Aufeinander zugehen, einander begegnen – und das müssen wir auch wollen.

Die Gemeinschaft ist bei den Christen durch Jesus Christus gestiftet, sozusagen genetisch veranlagt.

Bei der Einheit ist zwar auch die Voraussetzung gegeben, weil Gott uns zusammengestellt hat. Aber dennoch ist es eine große Herausforderung, Einheit miteinander zu leben. Sie ist gefährdet:

  • Setzt alles daran, die Einheit zu bewahren, die Gottes Geist euch geschenkt hat. Sein Friede ist das Band, das euch zusammenhält. (Epheser 4,3)
  • Habt alle dieselbe Gesinnung, dieselbe Liebe und Eintracht! Verfolgt alle dasselbe Ziel! (Philipper 2,1-2)

Worum geht es bei der "Einheit" eigentlich? Einheit beschreibt – laut Duden – eine "in sich geschlossene Ganzheit, Verbundenheit, als Ganzes wirkende Geschlossenheit, innere Zusammengehörigkeit".

Wie ist es möglich, dass aus einer Ansammlung von Individualisten eine solche Einheit entsteht?

Das Beispiel des Vogelflugs zeigt, wie diese Einheit erreicht werden kann:

  • Sinnvolle Gruppenordnung (sinnvolle, flexible und transparente Strukturen)
  • Sinnvolle Energieausnutzung (sinnvolle Synergieeffekte, gabenorientieres Miteinander)
  • Sinnvoller Gruppenschutz (zueinander stehen, füreinander einstehen)

Bei allen Überlegungen zur Einheit ist es wichtig zu wissen, wohin man eigentlich gemeinsam will. Ziele der Einheit in der Gemeinde Jesu sind:

  • Gott ehren
  • Menschen gewinnen für Jesus
  • Im Glauben wachsen

Wie wollen wir diese Ziele praktisch umsetzen? Wie kommen wir zu Ergebnissen? Wie finden wir in der Gemeinde zu Einmütigkeit und Einheit?

Antworten darauf finden wir nur gemeinsam. Es gibt unterschiedlichste Meinungen und Interessen, Einigkeit ist deshalb alles andere als selbstverständlich.

Ein paar Aspekte, die uns helfen können auf dem Weg zur Einheit:

  1. Keine Verlierer

    Bei Meinungsverschiedenheiten sollten wir aufeinander zugehen und versuchen, den anderen zu verstehen. Und wir sollten so an die Fragen herangehen, dass keiner Verlierer sein muss.

    Denkt nicht an euren eigenen Vorteil, sondern an die anderen und an das, was für sie am besten ist. (1. Korinther 10,24)

  2. Zurückhaltung

    Manchmal gibt es keine einfachen Lösungen. Mein Vertrauen in Jesus soll höher sein als meine begrenzte persönliche Erkenntnis.

    Lasst euch im Umgang miteinander davon bestimmen, dass ihr ein gemeinsames Ziel habt. Seid nicht überheblich, sondern sucht die Gemeinschaft mit denen, die unscheinbar und unbedeutend sind. Haltet euch nicht selbst für klug. (Römer 12,16)

  3. Zeit

    Wenn keine Einigung erreicht wird, sollten Entscheidungen oftmals besser vertagt werden. Manchmal sind Schleifen nötig beim Ringen um Einheit.

    Bei euch gibt es doch das ermutigende Wort im Auftrag von Christus; es gibt den tröstenden Zuspruch, der aus der Liebe kommt; es gibt Gemeinschaft durch den Heiligen Geist; es gibt herzliches Erbarmen. Dann macht mich vollends glücklich und habt alle dieselbe Gesinnung, dieselbe Liebe und Eintracht! Verfolgt alle dasselbe Ziel! (Philipper 2,1-2)

Nicht gleiche Meinung, Erkenntnis oder Frömmigkeitsstile machen diese Einheit aus, sondern die Ehre und Herrlichkeit, in der Beziehung zu Christus zu stehen. Die Basis der Einheit ist immer, dass Christus uns zusammengestellt hat:

… ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, wie wir eins sind … (Johannes 17,22)