predigt_2018-06-03

Predigt: Von Anfang an! (1) – Der Mensch und sein Garten

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Datum: 03.06.18
Bibelstelle: 1. Mose 2,8-9
Redner: Hans-Peter Dinter

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Zusammenfassung:

Dier ersten 11 Kapitel der Bibel bezeichnet man mit dem Begriff "Urgeschichte". Die Urgeschichte beschreibt das Wirken Gottes von Anfang an. Die komplette Heilsgeschichte erschließt sich aus dieser Urgeschichte. Wer hier nicht genau hinschaut, dem kann es ergehen wie beim Knöpfen eines Hemdes: Wer das erste Knopfloch übersehen hat, hat am Ende einen Knopf "übrig".

In dieser Predigtreihe geht es um grundlegende Abschnitte der Urgeschichte. Heute sind es zwei Verse aus der Schöpfungsgeschichte (1. Mose 2,8+9):

Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte. Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.

Der Mensch sehnt sich nach seiner natürlichen Heimat, und das ist nun mal nicht die Stadt, sondern die Natur. Fragt man die Deutschen danach, worauf sie in einer Stadt auf gar keinen Fall verzichten könnten, führen "grüne Inseln" wie Parks, Gärten und Grünanlagen die Liste der unentbehrlichen Einrichtungen mit großem Abstand an.

Beginnt man in der Bibel nach Spuren von Gärten zu suchen, wird man eine ganze Vielfalt von Texten finden. In etwa 50 Bibelstellen kommt das Wort "Garten" vor. Genug, um der Bedeutung des Gartens nachzuspüren:

  1. Gott, Jahwe – einzigartig!

    "Dann bereitete Jahwe, Gott, einen Garten gegen Osten" – Die Urgeschichte, das wird hier deutlich, ist keine Geschichte, in der die Ereignisse wie von selbst ablaufen. In allem was geschieht, ist Gott der Aktive.

    Gott bereitet seinem Geschöpf Menschen einen Lebensraum, einen "Garten". Dabei waren die Gärten, die die Orientalen beim Lesen dieses Textes vor Augen hatten, mit hoher Wahrscheinlichkeit die Prachtgärten der Oberschicht.

    Solch ein Gott "Jahwe" – dessen Name "ich bin für dich da" den tiefsten Ausdruck seines Wesens darstellt – ist in der Welt der Religionen absolut einzigartig und unvergleichlich. Der Gott der Bibel sitzt nicht untätig auf seinem Thron und beobachtet seine Schöpfung – ER mischt mit! ER mischt sich ein! ER bereitet! (Psalm 23,5; Psalm 139,1; Jesaja 44,24; Offenbarung 21,2)

    Der Mensch bekommt seinen Lebensraum in "Eden" zugewiesen. "Eden", das ist das Land der Fülle und des Überflusses (Psalm 16,11).

  2. Der Mensch, beheimatet

    Und Gott … setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte. – Nachdem Gott Jahwe alles bereitet hat, wird der Mensch "eingesetzt".

    Gottes Setzling "Mensch" wird in einen Lebensraum gepflanzt, der ihm entspricht. Hier kann er gedeihen und sich entfalten. Im Garten Eden lebt der Mensch unter dem Schutz Gottes. Hier bekommt er alles, was er braucht.

    In unmittelbarer Gemeinschaft mit seinem Schöpfer bekommt er seine Heimat zugewiesen. Der Mensch im Garten Eden ist ein beheimatetes Wesen.

    Die Sehnsucht nach Heimat scheint tief in der Seele des Menschen verwurzelt zu sein. Tief in den meisten, wenn nicht in allen Menschen, schlummert die Sehnsucht nach einer Heimat, einem geschützten Raum, in dem man sich angenommen und geliebt weiß.

    Sind Sie schon zu Hause angekommen? Ist Ihr Herz in Gott zur Ruhe gekommen?

    Sie sind herzlich dazu eingeladen.