predigt-2022-10-16

Predigt: Schau genau … klarer Durchblick in undurchsichtigen Zeiten

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Datum: 16.10.22
Bibelstelle: Markus 13,1-13
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

Wohin bewegen wir uns gerade als Weltenbürger? Wie wird die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder aussehen? Gibt es für sie überhaupt eine Zukunft? Wie gehen wir mit den Schreckensnachrichten um?

Heute geht es um einen kleinen Ausschnitt aus dem Markusevangelium, in dem Jesus seinen Jüngern Hilfestellungen gibt, in undurchsichtigen Zeiten den Durchblick zu behalten.

  1. Der fehlende Durchblick

    Alles beginnt mit dem triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem. Mit riesigen Erwartungen wird Jesus in Jerusalem bejubelt.

    Aber anstatt unter den Römern aufzuräumen, wurde in der Kirche aufgeräumt. Diejenigen Frommen, die den Tempel als Plattform für ihre Geschäfte verstanden, wurden kurzerhand vor die Tür gesetzt.

    Es folgte eine kurze Zeit der Lehrtätigkeit Jesu im Tempel. Dann aber heißt es lapidar: „Während Jesus aus dem Tempel hinausging …“ (Markus 13,1)

    Jesus wendet dem Tempel bewusst den Rücken zu. Er verlässt das Zentrum des jüdischen Gottesdienstes, und zwar ein für allemal und unwiderruflich. Die Zeit, als der Tempel ein Ort der Gegenwart und Segnungen Gottes war, hat seinen Abschluss gefunden.

    Ein neues Kapitel der Heilsgeschichte hat begonnen. Die Botschaft Jesu lautet: „Siehst du diese gewaltigen Gebäude? Es wird hier kein einziger Stein auf dem anderen bleiben! Alles wird zerstört werden!“ (Markus 13,2)

    „Ihr Träumer“, sagt Jesus, „ihr habt nicht verstanden, um was es geht. Euch fehlt der Durchblick. Der neue Bund, den Gott beschlossen hat, wird sich nicht mehr auf ein steinernes Tempelgebäude und zwei steinerne Gesetzestafeln gründen. Der neue Bund ist begründet auf dem Hügel Golgatha und Ordnungen, die in die Herzen der Glaubenden geschrieben werden (vgl. Jeremia 31,33).

    Rund vierzig Jahre nach diesen Worten an die Jünger geht der Tempel in Flammen auf. Wer genauer hinschaut, sieht, dass eben diese Aussage ihre Parallele findet in den Worten Jesu über die Zukunft der Welt:

    Wenn ihr also von Kriegen hört oder euch Nachrichten über Kriegshandlungen zu Ohren kommen, dann lasst euch nicht davon erschrecken! All dies muss geschehen. Aber das ist noch nicht das Ende. (Markus 13,7)

    Wenn es noch nicht das Ende ist – dann ist ein Ende gesetzt – aber eben noch nicht! Wie der Tempel, so wird auch diese Welt eines Tages ihr Ende finden.

    Die biblische Perspektive lautet nicht: Ihr Menschen werdet die Sache schon in den Griff bekommen und hier den Himmel auf Erden schaffen. Nein: „Der Himmel und die Erde werden zu ihrem Ende kommen …“ (Markus 13,31).

    So sehr ist diese Welt eine gefallene Welt, so gründlich ist der Riss zwischen ihr und dem Schöpfer, dass sie einer göttlichen Neuschöpfung bedarf.

  2. Die neue Sichtweise

    Eine Nation wird sich gegen die andere erheben und ein Staat gegen den anderen. Erdbeben und Hungersnöte wird es an vielen Orten geben. (Markus 13,8)

    Jesus zählt Ereignisse auf, die in der Weltgeschichte sicher nicht neu sind, aber doch eine gewisse Ausreifung, eine endzeitliche Steigerung erfahren.

    Der Traum der Jünger von einem Friedensreich wird gründlich erschüttert. Die Kirche Jesus Christi geht spannenden Zeiten entgegen.

    Wir sollen wissen, was auf uns zukommt. Die warnenden Worte von Jesus gehört zur Geburtsvorbereitung auf die kommende neue Welt.

    Eine Christenheit, die niemals von den Vorzeichen der Wiederkunft Jesu und eines Weltendes gehört hätte, müsste Schlimmstes befürchten. Eine Kirche, die die Illusion hätte, sie könne das Reich Gottes durchsetzen, müsste angesichts der bitteren Wirklichkeit befürchten, dass Gott die Sache aus dem Ruder gelaufen sei.

    Sie müsste befürchten, einer Illusion aufgesessen zu sein – nun aber darf sie wissen: Die Schmerzen, in der sich diese unsere Welt zurzeit krümmt, sind Wehenschmerzen eines völlig neuen Zeitalters. Gottes Heilsplan ist nicht gescheitert. Alles ist gut – auch wenn es sich nicht gut anfühlt.

  3. Hilfen, um den Durchblick zu behalten

    Einige kurze, eindrückliche Hilfen gibt Jesus seinen Nachfolger/innen an die Hand.

    • Lass dich nicht in die Irre führen!

      Denn viele werden sich auf mich berufen und sagen: „Ich bin es!“ Auf diese Weise werden sie viele in die Irre leiten. Menschen werden auftreten, die sich selbst als Heiland verkaufen und Anhänger um sich scharen. (Markus 13,6)

      Der kommende Christus braucht sich nicht verkaufen. Er muss die Menschen nicht von sich überzeugen, sondern er wird für alle Menschen offenbar werden. Alle die, die lautstark Anhänger hinter sich scharen, werden es nicht sein. Wenn ER kommt, dann wird alle Welt ihn erkennen.

    • Erschrick nicht!

      Wenn ihr also von Kriegen hört oder euch Nachrichten über Kriegshandlungen zu Ohren kommen, dann lasst euch nicht davon erschrecken! All dies muss geschehen. (Markus 13,7)

      Das ist sicher leichter gesagt als getan und doch: Wer weiß hinter welchem Busch Gefahr lauert, kann sich darauf einstellen.

      Lasst euch nicht erschrecken, wenn euch plötzlich der Wind ins Gesicht bläst. Lasst euch nicht erschrecken und vor allem nicht lähmen, wenn die Nachrichten schrecklich sind.

    • Gib nicht auf!

      Aber der, der bis zum Ziel durchhält, der wird die Rettung erleben. (Markus 13,13)

      Meine Sache, so Jesus, ist nichts für Sprinter. Beharrlichkeit ist gefragt. Dranbleiben, wenn der Glaube unter Beschuss steht.

      In undurchsichtigen Zeiten sind wir als Gemeinde aufgefordert, dankbar zurück und mutig nach vorne zu blicken und unserer Bestimmung als Salz der Erde und Licht der Welt gerecht zu werden.