predigt-2022-10-09

Predigt: Übergänge gestalten (Teil 5)

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Datum: 09.10.22
Bibelstelle: Nehemia 1,6.10-11; 2,17-18; 3,1-5
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

Gott hält sein Versprechen. Er ist der Herr der Geschichte. Er schreibt Heilsgeschichte und die Mächtigen sind nichts anderes als Werkzeuge in seiner Hand.

So sorgt Gott dafür, dass die Babylonier von den Persern vernichtend geschlagen werden. Der Perserkönig Kyros bekommt von Gott den Befehl, in Jerusalem einen Tempel zu errichten und das Volk Israel aus dem babylonischen Exil in ihre Heimat zurückzuschicken.

Als die Exilanten zurückkehren, finden sie zerfallene Gebäude, Berge von Bauschutt und Unkraut vor. Von der ehemals blühenden Stadt Jerusalem war wenig übriggeblieben.

Nach dem ersten Schock machen sich die Rückkehrer ans Werk. Der Tempel wird ziemlich schnell mit persischer Unterstützung gebaut – aber immer wieder kommt es zu feindlichen Überfällen. Die Heimkehrer kommen nicht zur Ruhe.

Die Lösung: Eine Mauer musste her. Nehemia erklärt sich bereit, diese große Aufgabe anzupacken und die Menschen zu einem gewaltigen Aufbauprojekt zu motivieren.

Nehemia betet zunächst tagelang – aber nicht zuerst für das Gelingen des Bauprojektes. Er bekennt seine Sünde und die Sünden seines Volkes:

Sieh mich, deinen Diener, freundlich an und habe ein offenes Ohr für mein Gebet! Tag und Nacht flehe ich zu dir für die Menschen, die dir dienen, dein Volk Israel! Ich bekenne dir die Sünden, die wir Israeliten gegen dich begangen haben. Wir haben Unrecht getan; auch ich und meine Verwandten haben sich verfehlt. (Nehemia 1,6)

Die eigentlichen Blockaden sind die Blockaden in den Herzen der Glaubenden. Aller Dienst, der für die Sache Gottes geleistet wird, hat etwas zu tun mit unserer Herzenshaltung. Das Eingeständnis der eigenen Schuld – die ehrliche Umkehr – ist der Start zu einem Neuanfang.

  1. Der neue Anfang – mit wem er gestaltet wird

    Siebzig Jahre im babylonischen Exil waren an der jüdischen Bevölkerung nicht spurlos vorbeigegangen. Man hatte sich an die babylonischen Mitbürger gewöhnt und sich eingerichtet.

    Doch jetzt werden sie herausgefordert, ihre Komfortzonen zu verlassen – und sich auf einen Neuanfang einzulassen.

    Ein Neustart wird nur gelingen, wenn wir uns auf unseren gemeinsamen Ursprung besinnen: auf das Erlösungswerk durch Jesus Christus und den gemeinsamen Auftrag, IHM zu dienen und IHN zu ehren. Alle Machthabereien und Ehrsucht, jegliche Form von Misstrauen und Lagerbildung erschweren den Anfang und gefährden Projekt.

  2. Wie der Neuanfang zu bewältigen ist

    Der Mauerbau bräuchte enorme Kraftanstrengungen. Dann wäre die Freizeit eingeschränkt, dann müsste jeder sein Spendenbuget erhöhen, dann wäre es mit Ruhe und Beschaulichkeit auf absehbare Zeit zu Ende.

    Eine der größten und schwierigsten Herausforderungen für Leiter besteht darin, die ganze Gemeinde für eine gemeinsame Aufgabe zu gewinnen. Übergänge, Neuanfänge sind ohne breite Zustimmung nicht möglich.

    Nehemia wäre nicht in der Lage gewesen, die Mauer allein zu bauen. Ein Neuanfang muss zu einem geistlichen Anliegen für die ganze Gemeinde werden, nur dann wird er gelingen.

    Zu einem Neuanfang gehören Entschlossenheit und Einigkeit. Ein Neuanfang wird nur gelingen können, wenn alle am gleichen Strang ziehen.

  3. Wer am Neuanfang beteiligt ist

    In Kapitel 3 wird beschrieben, wer alles am Neuanfang teilgenommen hat. Die lange Aneinanderreihung von Familiennamen zeigt: Keiner ist vergessen. Auch nicht der unscheinbarste Dienst wird bei Gott übersehen.

    Beim Mauerbau gibt es keine Nutzlosen. Jeder, absolut jeder, ist mit seiner Gabe wichtig und wertgeschätzt.