predigt-2022-08-21

Predigt: Übergänge gestalten

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Datum: 21.08.22
Bibelstelle: Josua 1,1-9
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

Wir leben in Übergangszeiten. Die rosigen Zeiten des steten Wachstums sind vorbei. Wir werden den Gürtel enger schnallen müssen.

Wie sollen wir uns als Christen in Übergangszeiten verhalten? Werden wir unser Licht auf den Leuchter stellen – oder uns in die Dämmerung zurückziehen?

Auch im heutigen Predigttext geht es um Übergangszeiten:

  • Nach vierzig Jahren der Wüstenwanderung lagert Israel vor den Grenzen Kanaans. Kanaan, das ist das Land, das Gott ihnen versprochen hatte.
  • Das Volk nimmt dreißig Tage lang Abschied von ihrem bedeutendsten Führer, Mose.
  • Josua, der bewährte Verteidigungsminister, steht bereits als Nachfolger fest.
  • Realistisch betrachtet war die Landeinnahme Kanaans allerdings völlig absurd. Israel war zu diesem Zeitpunkt militärisch absolut unterlegen.

In diese ungewisse Zukunft hinein, meldet sich Gott zu Wort. Drei Anweisungen, Anordnungen für Übergangszeiten bekommen wir zu hören:

  1. Sei getrost und unverzagt!

    Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst. (Josua 1,9)

    „Siehe, ich habe dir geboten!“ – Im Blick auf eine ungewisse Zukunft verordnet Gott Josua und damit der ganzen Gemeinde Tapferkeit und Entschlossenheit.

    Getrostsein und Unverzagtsein sollen das Merkmal der Nachfolger Jesu in einer angstbesetzen Welt sein. Dadurch soll Gott geehrt werden, dass die Seinen nicht den Kopf hängen lassen, sondern mutig voran blicken.

    Blickt dankbar zurück, aber mutig nach vorne. Auch wenn uns die Zukunft verhüllt ist: Wissen dürfen wir, dass ER, unser HERR, mit uns geht.

  2. Bleibe am Wort!

    Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. (Josua 1,8)

    Wenn wir eine Person für eine Führungsaufgabe aufzubauen hätten, dann würden wir ihm vermutlich Unterrichtseinheiten in Strategie, Organisation, Rhetorik und Menschenführung verordnen.

    Gott verordnet Josua Bibelkunde. Der Rahmen, in dem Israel eine Zukunft hat, ist der Rahmen des Wortes Gottes. Fällt es aus diesem Rahmen, verliert es seine Zukunft.

    Was wir meiner Überzeugung nach heute wieder brauchen, ist eine neue Leidenschaft für das gesamte Wort Gottes. Wir brauchen Nachfolger/innen von Jesus, die wirklich im Wort gegründet sind. Insbesondere in stürmischen Zeiten brauchen wir ein festes Fundament, auf dem wir sicher stehen können.

    In der Offenbarung des Johannes geht es ziemlich am Anfang um sieben Anschreiben an sieben kleinasiatische Christengemeinden. In diesen Anschreiben wird jede Gemeinde bewertet.

    Eine einzige Gemeinde wird herausgehoben: Die kleine Gemeinde in Philadelphia: Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet … Weil du mein Wort von der Geduld bewahrt hast, will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die auf Erden wohnen. (Offenbarung 3,7+10)

    Wie die Gemeinde mit dem „Wort“ umgeht, so geht der Herr mit ihr um. Die bewahrende, im Wort gegründete Gemeinde wird die bewahrte Gemeinde.

    Unsere Zukunft als Gemeinde hängt demnach nicht zuerst an der Qualität unserer Mitarbeiter, sondern sie hängt an der Stellung der einzelnen Gemeindeglieder zum Wort.

  3. Lass dich von Gott einsetzen!

    Mein Knecht Mose ist gestorben; so mach dich nun auf und zieh über den Jordan … denn du sollst diesem Volk das Land austeilen, das ich ihnen zum Erbe geben will. (Josua 1,2+6)

    Josua hatte erlebt, wie das Volk gegen Mose den Aufstand geprobt hatte. Dennoch lässt er sich von Gott zu diesem Amt berufen. Josua verweigert Gott seinen Dienst und seine Hingabe nicht.

    Er weiß sich dem Reich Gottes verpflichtet, auch wenn er dabei seine Komfortzone verlassen muss: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. (Matthäus 6,33)

    Wie bei einem Staffellauf übernimmt er den Staffelstab von Mose und führt sein Volk in ein neues Zuhause. Auch in unseren Gemeinden wird es von großer Wichtigkeit sein, wie es uns gelingen wird, den Staffelstab an die kommende Generation weiterzugeben.

    Josua 1 fordert uns heraus: Lass dich einsetzen, in den Dienst nehmen, wie Gott Josua in den Dienst nehmen konnte. Sei bereit, ohne Angst oder Groll Verantwortung abzugeben.

    „So mach dich nun auf!“, fordert Gott Josua auf. Beweg dich, lass dich gebrauchen. Du, der du vorher in der zweiten Reihe gedient hast, trete nach vorne. Ich will mit dir sein – und den Übergang mit dir gestalten.