predigt-2022-08-14

Predigt: Demut

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Datum: 14.08.22
Bibelstelle: 1. Petrus 5,5
Redner: Klaus Fischer

Zusammenfassung:

In unserer Welt werden Menschen und ganze Völker gedemütigt, um sie zu unterdrücken.

Wenn die Bibel von „Demut“ spricht, ist etwas ganz anderes gemeint. Was bedeutet „Demut“ im biblischen Sinn?

Bei der „biblischen Demut“ geht es darum, die eigenen Grenzen und Schwächen zu erkennen und angemessen damit umzugehen.

Alle aber umkleidet euch mit Demut im Umgang miteinander! Denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade. (1. Petrus 5,5)

Jesus will uns Demut lehren, aber er will uns nicht demütigen.

Der Raum in unserem Leben kann ausgefüllt sein von Demut oder von Hochmut. Wie sind diese Haltungen in Ihrem Leben verteilt?

Es fällt uns sehr schwer zuzugeben, wenn wir etwas nicht können. Wir müssen oft klarstellen, wie viel wir wissen und wie gut wir sind. Der Stolz nimmt den Raum ein, Demut findet keinen Platz.

Wenn wir im biblischen Sinn demütig wären, gäbe es viel weniger Konflikte.

In der Bibel werden verschiedene Bereiche der Demut beschrieben:

  1. Demut vor Gott

    • Preise den HERRN, meine Seele, und all mein Inneres seinen heiligen Namen! Preise den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht alle seine Wohltaten! Der da vergibt alle deine Sünde, der da heilt alle deine Krankheiten. Der dein Leben erlöst aus der Grube, der dich krönt mit Gnade und Erbarmen. (Psalm 103,1-4)
    • Was aber hast du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es aber empfangen hast, was rühmst du dich? (1. Korinther 4,7)
    • Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit. (1. Johannes 1,8.9)
    • Wer sich aber selbst erhöhen wird, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigen wird, wird erhöht werden. (Matthäus 23,12)
    • Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit. (1. Petrus 5,6)
  2. Demut im Blick auf mich selbst

    • Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht. Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. (Römer 7,18.19)
    • Es ist kein Unterschied, alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist. (Römer 3,23.24)
    • Es gibt auch falsche Demut: Das alles hat zwar einen Anschein von Weisheit, in eigenwilligem Gottesdienst und in Demut und im Nichtverschonen des Leibes … dient aber zur Befriedigung des Fleisches. (Kolosser 2,23)
  3. Demut vor anderen Menschen

    Gerne erzählen wir von unseren „Heldentaten“. Jesus beschreibt im Gleichnis aus Lukas 18,10-14 zwei Männer als Beispiel für eine hochmütige und demütige Haltung:

    • Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner.
    • Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die Übrigen der Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe.
    • Der Zöllner aber stand weitab und wollte sogar die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig!
    • Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, im Gegensatz zu jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

    So sollen wir einander begegnen:

    • Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend! (Epheser 4,1.2)
    • So erfüllt meine Freude, dass ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig, eines Sinnes seid, nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht tut, sondern dass in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst. (Philipper 2,2.3)

    Demut ist ein Lernfeld in der Nachfolge: Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. (Matthäus 11,29.30)

Alle aber umkleidet euch mit Demut im Umgang miteinander! (1. Petrus 5,5)