predigt-2022-06-05

Predigt: Die Schnittstelle

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Datum: 05.06.22
Bibelstelle: Apostelgeschichte 1,4-11
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

Die Himmelfahrt: Lukas berichtet uns, dass der auferstandene Christus vor den Augen seiner fassungslosen Anhänger in Gottes ewige Welt aufgenommen wird. Sie können nicht fassen, was sie sehen. Es übersteigt ihr Fassungsvermögen bei weitem.

Der Eintritt von Jesus in Gottes ewige Welt und das gleichzeitige Verschwinden aus dieser Welt war real. Von Beginn an, haben die christlichen Kirchen die Himmelfahrt von Jesu nicht als Mythos oder Hirngespinst des Lukas verstanden, sondern als reales Ereignis. Im sogenannten „Apostolischen Glaubensbekenntnis“ heißt es deshalb: „Ich glaube an … Jesus Christus, … aufgefahren in den Himmel; … Ich glaube an den Heiligen Geist …“

Sowohl in Apostelgeschichte 1 wie auch im „apostolischen Glaubensbekenntnis“, welches alle christlichen Kirchen verbindet, gibt es einen Zusammenhang zwischen Himmelfahrt und Pfingsten. Aus diesem Grund überschreibt Roland Werner in der seiner Bibelübersetzung mit den Worten: „Die Schnittstelle“.

  1. Das „Wie“ bleibt ein Geheimnis.

    Gott macht aus der Himmelfahrt Jesu ein Geheimnis – um diejenigen zu schützen, die dabei sind, um zu verbergen, was wir nicht ertragen können. Wir schuldbehafteten Menschen könnten die Begegnung mit seiner Herrlichkeit nicht einen Augenblick aushalten.

    „Er wurde aufgehoben in den Himmel.“ Dabei geht es nicht um einen Ort irgendwo weit weg im All, sondern um eine völlig andere göttliche Dimension, die wir zwar nicht sehen, die uns aber doch sehr nahe ist.

    Der auferstandene Jesus wird – wie ein Botschafter dessen Sendung erfüllt ist – zurückgezogen in sein Heimatland. Sein Auftrag ist ausgeführt – jetzt erwarten ihn neue Aufgaben.

  2. Das „Wohin“ wird beschrieben.

    Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes. (Markus 16,19)

    Der Platz zur Rechten eines Herrschers ist der Ehrenplatz. Der auferstandene Christus wird, nachdem er seinen göttlichen Rettungsauftrag ausgeführt hat, nicht ausgemustert. Mit dem Vater zusammen regiert er die Geschicke dieser Welt.

    Auch wenn unser Leben unter enormem Druck steht: Wir sind keinem blinden Schicksal ausgeliefert – ER sitzt im Regiment. Bei Ihm laufen die Fäden der Weltgeschichte zusammen.

    Zu seinen Erdenzeiten konnte Jesus nur an einem Ort auf einmal sein. Heute ist ER zu jeder Zeit an jedem Ort der Welt und für jeden ansprechbar. Und er ist dein Fürsprecher bei dem Vater.

  3. Das „Wozu“ wird geklärt.

    Ratlos und verunsichert starren die Jünger Jesus nach. Derjenige, um den sich ihr Leben in den vergangenen drei Jahren gedreht hat, ist nicht mehr unter ihnen.

    Was ist ihnen geblieben? Ein Versprechen, eine Zusage: Sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Gottesgeist auf euch kommen wird. (Apostelgeschichte 1,8)

    Himmelfahrt beschreibt die Schnittstelle: Jesus nimmt seinen Platz zur Rechten Gottes ein. ER verlässt seinen Platz unter den Jüngern – und kurze Zeit später wird es Pfingsten.

    Die Jünger, die sich eben noch alleingelassen und schwach fühlen, werden vom Gottesgeist, dem „Heiligen Geist“ erfüllt.

    Pfingsten ist die Schnittstelle, an der Gottes ewige Welt in die Herzen derer Einzug nimmt, die zu Jesus Christus gehören.

    Jesus zieht sich zurück zur Rechten seines Vaters – gleichzeitig aber kommt ER zurück – durch den Heiligen Geist. Das geistliche Leben der Jünger erfährt einen neuen Frühling. Diejenigen, die Jesus nachfolgen, die Kirche Jesu Christi, wird mit Leben erfüllt.

    Himmelfahrt und Pfingsten werden zur Schnittstelle. Sie werden zum Beginn eines neuen Zeitalters.