predigt-2022-01-16

Predigt: Noch einmal von vorne!

Zur Predigtübersicht

Datum: 16.01.22
Bibelstelle: 1. Mose 8-9
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

Es gibt Heimwerker-Projekte, die sind nicht mehr zu retten, dann bleibt dir nichts anderes übrig als das Material in die Tonne zu kloppen und neu anzufangen.

Noch einmal ganz von vorne anfangen, vermurkst, vor die Wand gefahren – das gilt sicher nicht nur für Bastelaktionen in der Werkstatt, das kann im übertragenen Sinn auch auf Beziehungen zutreffen.

Dann braucht es den Mut, noch einmal ganz von vorne anzufangen.

Der Bibeltext zur heutigen Predigt handelt von einem Neubeginn, den der heilige Schöpfergott der Menschheit ermöglicht:

Noah aber baute dem HERRN einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar. Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1. Mose 8,20-22)

Und Gott sagte zu Noah und seinen Söhnen mit ihm: Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit euren Nachkommen und mit allem lebendigen Getier bei euch, an Vögeln, an Vieh und an allen Tieren des Feldes bei euch, von allem, was aus der Arche gegangen ist, was für Tiere es sind auf Erden. Und ich richte meinen Bund so mit euch auf, dass hinfort nicht mehr alles Fleisch verderbt werden soll durch die Wasser der Sintflut und hinfort keine Sintflut mehr kommen soll, die die Erde verderbe. (1. Mose 9,8-11)

Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, dass ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Getier und allem Fleisch, das auf Erden ist. (1. Mose 9,16)

  • Die Rückblende

    Als aber der HERR sah, dass der Menschheit Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war, da reute es ihn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden und es bekümmerte ihn in seinem Herzen. (1. Mose 6,5)

    Hier erfahren wir etwas vom Kummer Gottes: Gott kommen beim Betrachten des Menschen, den er sich zum Bilde geschaffen hat, die Tränen.

    Er sieht sie an, er unterzieht sie wie ein Arzt einer gründlichen Untersuchung – und seine Diagnose ist niederschmetternd: Als unheilbar krank erweist sich der Mensch. Jegliche Therapie ist hoffnungslos – die Sünde hat jede Faser seines Leben durchsetzt.

    Die Menschen haben in ihrem Alltag Gott als ihren Schöpfer völlig ausgeklammert. Der lebendige Gott spielt in ihrem Leben keine Rolle – der Kern ist befallen – das ist das Problem.

    Wenn aber der lebendige Gott keine Rolle mehr spielt, dann spielen wir die Hauptrolle. Wenn aber alle die Hauptrolle spielen wollen, wird’s schwierig …

    Die Bibel berichtet anschließend in 1. Mose Kapitel 7 von der sog. Sintflutgeschichte. Zusammengefasst geht es darum:

    • Der lebendige Gott lässt seine Schöpfung wieder ins Chaos versinken.
    • Er richtet diese Welt auf eine schreckliche Art und Weise.
    • Aber in dieses Gericht verpackt er sein Heil: Noah und seine Familie bringt er durch, und alle Tiere bringt er durch, die in der Arche Zuflucht gefunden haben.

    Der Schöpfer hat bei allem Kummer über seine Schöpfung immer noch ihr Heil im Blick. Er schmeißt sie nicht in die Tonne – aber er richtet sie.

    Was heißt richten? Richten heißt, etwas richtig machen, so dass es brauchbar ist und das richtige Maß hat.

  • Das Bundeszeichen

    In der Arche leben Mensch und Tier monatelang auf engstem Raum zusammen. Und dann die gute Nachricht: Die Wasserstände fallen. Die Sonne zeigt sich wieder.

    Ein neuer Tag in der Weltgeschichte hat begonnen. Die erste Aktion Noahs ist eine Opferhandlung, ein „Brandopfer“. Brandopfer wurden zur Tilgung von Schuld geopfert.

    Mit seinem Opfer zeigt Noah, dass er zu seiner Schuld und zur Schuld seiner Mitmenschen steht. In seinem Opfer gibt er Gott recht: Ja, Gott – du hast mit deinem Urteil über uns recht – aber bitte – lass Gnade vor Recht walten! Gott erbarme dich!

    Und der lebendige Gott schenkt dieser Welt mit Noah einen neuen Anfang. Vergebung wird gewährt – und zwar im Vorgriff auf das, was dann tausende Jahr später am Kreuz auf Golgatha seine Vollendung finden sollte.

    Ohne das Opfer von Jesus Christus am Kreuz wäre diese Welt für alle Zeit verloren. Das Opfer Noahs ist ein Wegweiser, der den Weg zu einem weitaus größeren Bund als dem des Bundesbogens weist.

    Die Heilsgeschichte Gottes wird mit einem dreifachen Bundesschluss begleitet:

    1. Das 1. Buch Mose handelt von Gottes Bund mit der Schöpfung – mit dem Bundeszeichen des Regenbogens.
    2. Im 2. Mosebuch geht es um einen sehr speziellen Bund, den Bund Gottes mit Israel mit dem Bundeszeichen der Gesetzestafeln.
    3. Im dritten Bund – der Krönung aller Versprechen – geht es um Gottes Bund, der Menschen aus allen Völkern und Nationen das Heil anbietet – und das Bundeszeichen, das Siegel, ist das Kreuz.
  • Der Ausblick

    Sintfluterfahrungen hinterlassen tiefe Spuren in der menschlichen Seele. Wenn die Fundamente eines Lebens plötzlich ins Wanken geraten, dann gerät das Leben aus dem Gleichgewicht. Wenn uns der Boden entzogen wird – reagieren wir mit Angst.

    Gott stellt die in Unordnung geratene Welt unter eine neue, stabile Ordnung. Er gibt ihnen ein Versprechen – er schließt mit ihnen einen Bund.

    Gott schließt den Noahbund, völlig einseitig, von sich aus – genau das macht diesen Bund so stabil. Und Gott gibt sich selbst ein Bundeszeichen, den Regenbogen.

    Der Regenbogen ist ermutigend, er erzählt von der Treue Gottes – allerdings ist er gar nicht zuerst für uns gedacht. Weil der Noahbund ein einseitiger Bund ist – schafft Gott sich selbst ein Bundeszeichen – denn nur Er kann den Bund brechen.

    Wenn Gott diese Erde sieht, wenn er sieht, wie die Menschen ohne ihn leben, wie sie sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen, und wenn er dann wieder soweit ist, diese Erde zu richten – dann soll ihn der Regenbogen an sein Versprechen erinnern. Der lebendige Schöpfergott sichert uns zu, dass er diese Welt nicht im Chaos versinken lässt.

    Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht sind die Ordnungskomponenten, mit denen wir fest rechnen können.

    Das bedeutet nicht, dass unser Leben reibungslos verläuft. Wir erleben Unwetter, die eine Ernte zerstören können. Wir werden Zeugen und Opfer von lokalen Katastrophen, von Überschwemmungen, Trockenperioden oder Sturmschäden.

    In den vergangenen beiden Jahren der Corona-Pandemie haben wir erleben müssen – wie ein winziges Virus eine Welt aufmischen kann.

    Unsere Vorfahren haben für Katastrophen den Begriff der „Heimsuchung“ verwendet. Je weiter sich das Rad der Weltenuhr auf den neuen großen Tag Gottes zu bewegt, desto häufiger werden uns Naturkatastrophen heimsuchen.

    Dennoch steht über unser aller Leben Gottes Treueversprechen. Mit diesem göttlichen Treueversprechen können wir mutig das neue Jahr anpacken. Gottes Heilsplan wird sich erfüllen und wir als seine Gemeinde dürfen daran mitarbeiten und mitgestalten.