predigt-2021-10-24

Predigt: Der vergessene Auftrag

Wiederentdeckungen – Auf der Suche nach den verborgenen Schätzen der Gemeinde/Teil 4

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Datum: 24.10.21
Bibelstelle: Apostelgeschichte 19,23-40
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

In der Coronapandemie waren viele von uns rundum damit beschäftigt, in den veränderten Lebensumständen einigermaßen zu überleben. Nun scheint die Gefahr zwar nicht gebannt, aber doch überschaubar – und wir fragen uns: Haben wir nicht etwas vergessen?

Mit dem heutigen Predigttext werden wir an unsere Berufung, unseren Auftrag als Christen erinnert.

In Apostelgeschichte 19 wird uns berichtet, dass silberne Göttertempelchen zu Ladenhütern werden, dass esoterische Bücherstuben vor dem Bankrott stehen, und dass Wahrsager, Kartenleger und Astrologen arbeitslos werden.

Bei uns geraten stattdessen christliche Werte mehr und mehr ins Hintertreffen. Das Wissen um den Gott der Bibel, die Kenntnis biblischer Zusammenhänge nimmt trotz christlichem Religionsunterricht rapide ab.

Die Berichte im Neuen Testament zeigen uns, dass es anders sein kann. Die gute Nachricht von einem liebenden Vatergott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, hat sich in Windeseile herumgesprochen.

Innerhalb weniger Jahre wurde der griechisch-römische Götterkult in seinen Grundfesten erschüttert. Die alten Götter hatten ausgedient.

Aus dem Predigttext lassen sich fünf Eigenschaften des Missionsteams herausgreifen, von denen wir lernen können:

  1. Mutig

    Nach Ephesus, also genau dort hin, wo die Gottlosigkeit am größten ist, tragen die Missionare das Evangelium. Sie stellen sich großen Herausforderungen, weil sie auf einen großen Gott vertrauen.

  2. Geduldig

    Über 2 Jahre lang lehrte Paulus in der Synagoge. In einer heidnischen – oder einer nachchristlichen Kultur – braucht es einen langen Anlaufweg, bis Menschen sich für den Glauben entscheiden.

  3. Positiv

    Wir sind nicht dazu berufen, den Glauben unserer Mitmenschen madig zu machen. Evangelisation trägt das Licht Gottes in diese Welt – da müssen wir uns nicht mit der Dunkelheit beschäftigen, sondern sollen begeistert von Jesus reden.

  4. Ansteckend

    Nach drei Jahren Evangelisationsbemühungen kommen Menschen zum Glauben an Jesus Christus. Die Christen wurden nicht als Haar in der Suppe ihrer Gesellschaft wahrgenommen, sondern als Salz in der Suppe. Die frühe Gemeinde verkündigte eine neue Botschaft, stellte eine neue Gesellschaft dar, schuf eine neue Ordnung und zeigte einen neuen Lebensstil.

    Die Nachricht von dem lebendigen Gott, der uns Menschen sucht, ist einmalig! Die Nachricht von dem Gott, der in seiner unbegreiflichen Liebe in Jesus Christus Vergebung anbietet, ist die Antwort auf die tiefste Sehnsucht des menschlichen Herzens – und wird Menschen verändern.

  5. Beweglich

    Die geistliche Saat war ausgesät – die ersten christlichen Gruppen waren gegründet. Auch wenn sich bereits eine antichristliche Protestbewegung gebildet hat, muss das Evangelium nicht mehr von außen in die Gesellschaft hineingetragen werden. Die jungen Christen können die Aufgabe der Missionare selbstständig weiterführen.

    Die Missionare zeichnen sich durch ihre hohe Beweglichkeit aus. Sie halten nicht an alten Konzepten fest. Wenn sich Türen schließen, dann klemmen sie nicht den Fuß in den Spalt, sondern warten darauf, dass Gott ihnen eine neue Tür öffnet.