predigt-2021-09-26

Predigt: Wiederentdeckungen

Auf der Suche nach den verborgenen Schätzen der Gemeinde/Teil 1

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Datum: 26.09.21
Bibelstelle: Epheser 5,19-20
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

Menschen sind vergesslich – die einen mehr, die anderen weniger.

Heute Morgen geht es um den Schatz der Gemeinde, der manches Mal unter die Räder kommt und den es immer wieder neu zu entdecken, neu zu heben gilt.

Die Coronapandemie hat in den meisten Gemeinden Spuren hinterlassen. In vielen Gemeinde ist der Gottesdienstbesuch drastisch zurückgegangen. Etwa ein Drittel der Gottesdienstbesucher und derjenigen, die sich vorher am Gemeindeleben beteiligt hatten, sind noch nicht wieder aufgetaucht.

Die Gründe dafür sind verschieden. Da war am Anfang die begründete Furcht, sich mit dem Virus anzustecken. Nach dem Lockdown waren die Einschränkungen so umfangreich, dass manche Gottesdienstbesucher einfach keinen Bock mehr hatten auf Gottesdienstbesuch.

Für manch einen war die Coronapandemie die Gelegenheit zum galanten „Rückzug“. Rückzug nicht nur aus dem Gottesdienst, sondern Rückzug aus der Gemeinschaft der Christen – aber wohin?

Ist es der schleichende Rückzug in das eigene Schneckenhaus, in die eigene Komfortzone, in ein Privatchristentum, ein Christsein auf Sparflamme oder – im schlimmsten Fall – der Abschied aus der Christusnachfolge?

Könnte es sein, dass mancher Glaube unter den Dornen und Disteln, den Sorgen und den besonderen Herausforderungen des Corona-Alltags seine Kraft verloren hat und nur noch vor sich hin kümmert?

Ein Mensch hört die Botschaft, aber dann kommen die Sorgen des Lebens in dieser Welt und die Anziehungskraft des Geldes. Sie verdrängen die Botschaft und am Ende bleibt sein Leben ohne Frucht. (Matthäus 13,22)

Jetzt, nach gut 1 ½ Jahren Corona, nachdem ein Großteil der deutschen Bevölkerung geimpft wurde, werden viele Einschränkungen aufgehoben. Es könnte also wieder mit „Volldampf voraus“ gehen, wenn wir den Schatz von gemeinschaftlichem Glauben wieder neu für uns entdecken könnten.

  1. Zurück zum Anfang

    Wer hat sich die Sache mit der Gemeinde, der Kirche ausgedacht? Was war der Plan? Gab es überhaupt einen Plan?

    Zunächst einmal gilt festzuhalten, dass die Kirche Jesu sich nicht im Geselligkeitsbedürfnis der Jünger begründet.

    Gemeinde entsteht durch den Impuls des Heiligen Geistes. Sie entsteht deshalb, weil der lebendige Gott „Gemeinde“ wollte.

    Gott selbst erwählt und beruft sich eine Gruppe von Menschen, die in einer besonders engen Beziehung zu ihm lebt: Doch ihr seid eine von Gott auserwählte Generation, eine Gemeinschaft von Priestern königlicher Abstammung, ein Volk, das in einer ganz besonderen Beziehung zu ihm lebt. Eure Aufgabe ist es, alles, was er an Gutem getan hat, öffentlich zu erzählen. Er, Gott, hat euch herausgerufen aus dem Bereich der Finsternis in sein wunderbares, erstaunliches Licht. (1. Petrus 2,9)

    Jesus selbst stellt durch den Heiligen Geist die Glaubenden zusammen. Das Schlüsselwort im Blick auf Gemeinde lautet: „zusammengefügt“. Gemeinde ist, was sie ist und wer sie ist, weil ER sie zusammengefügt hat.

    Wenn Jesus nicht mehr das Fundament ist, auf dem wir stehen, wenn ER nicht mehr die Achse ist, um die wir uns drehen – dann geraten wir erst aneinander und dann am Ende auch auseinander.

    Die Kräfte, die uns aus der Beziehung zu Gott drängen wollen, sind enorm; die Einflüsse, denen wir tagtäglich ausgesetzt sind, sind so stark, dass eine Gemeinschaft, die nicht mehr fest in Christus verwurzelt ist, über kurz oder lang auseinanderdriften wird.

    Wenn wir zu denen gehören, die Jesus Christus angehören, dann sind wir gleichzeitig zur Gemeinde Hinzugefügte. Diese Hinzugefügten haben Aufgaben und Verheißungen. Als Nachfolger von Jesus stehen sie unter SEINEM besonderen Schutz und unter SEINER Sendung.

  2. Die Wiederentdeckung unserer Berufung

    Gemeinde als Ort der Anbetung und des Lobpreises?

    Aber kann ich nicht auch daheim, für mich ganz allein, Gott anbeten? Braucht es dazu zwangsläufig einen Gemeindegottesdienst?

    Nein: Jeder kann selbstverständlich ganz für sich allein im „stillen Kämmerlein“, in der Natur oder im Auto seinen Gott anbeten.

    Dennoch liegt ein besonderer Segen auf dem Lobpreis in der Gemeinschaft der Glaubenden: Im gemeinsamen Lobpreis stecken wir einander an. Begeisterung steckt an.

    Das Lob der Gemeinde nimmt mich mit in die Gegenwart Gottes – auch dann, wenn es mir gerade innerlich nicht gut geht.

    Ermutigt einander durch Psalmen, Lobgesänge und Lieder, wie sie euch Gottes Geist schenkt. Singt für den Herrn und jubelt aus vollem Herzen! Im Namen unseres Herrn Jesus Christus dankt Gott, dem Vater, zu jeder Zeit und für alles! (Epheser 5,19-20)

    Ermutigt einander … Hierin liegt die große Kraft der Gemeinde:

      • Sorgt dafür, dass das Feuer für Jesus wieder zu brennen beginnt.
      • Rückt zusammen.
      • Schaut euch in der Gemeinde um und überlegt, wer an den Rand geraten ist.
      • Helft einander, wieder den Schatz von Gemeinde zu entdecken.

      Allein geht der Glaube ein. Allein wird das Feuer ausbrennen, das einstmals für Jesus brannte.