predigt-2021-07-11

Predigt: Gottes Heilige und das liebe Geld

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Datum: 11.07.21
Bibelstelle: Matthäus 6,21.24
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

Wenn der Geist Gottes in einem Menschen zu wirken beginnt, dann startet ein Prozess der Verwandlung. Das neue Leben in Christus wird sich ausdrücken.

Hat dieses neue Leben auch Auswirkungen auf unser Konsumverhalten? Kann der Heilige Geist auch hier seinen Prozess der Verwandlung weiterführen? Oder aber gilt hier: „Privatbereich – Zutritt verboten!“?

Wir Deutschen halten uns in der Regel bedeckt, wenn es um Besitz und Geld geht. Über Geld redet man nicht oder eher selten – obwohl es in unserem Denken einen relativ großen Raum einnimmt.

In der Bibel geht es sehr oft ums Geld! Geld und Besitz gehören zu den Top-Themen von Jesus. Gäbe es da nicht Themen, die wichtiger wären?

Zwei Gründe sind auf den ersten Blick erkennbar:

  • Jesus wirkte zu einer Zeit, in der ein Großteil der jüdischen Bevölkerung am Existenzminimum lebte. Die Kluft zwischen Arm und Reich war damals enorm. Das aber passt mit der Herrschaft Gottes, dem „Shalom“, den Friedensgedanken Gottes nicht zusammen.
  • Jesus weiß um die Gefahr, die Besitz mit sich bringt. Geld, das eigentlich nichts anderes ist als ein Tool, mit dem Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten, kann zum Götzen werden.

Wenn Jesus über Geld und Besitz spricht, geht es nicht um die Fragen wie: Wieviel darf ein Christ verdienen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben? Wieviel Geld solltest du für wohltätige Zwecke spenden?

Die Frage lautet: Was bestimmt dein Denken und Handeln? Wofür lebst du dein Leben? Was nimmt dich gefangen? Hat die durch den Heiligen Geist begonnene Verwandlung dich in die Freiheit gegenüber deinem Besitz geführt? Besitzt du deinen Besitz – oder besitzt der Besitz dich?

In der Bergpredigt nimmt Jesus kein Blatt vor den Mund: „Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz … Niemand kann gleichzeitig zwei Herren dienen! Entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben. Oder er wird dem einen treu sein und den anderen verachten. Ihr könnt nicht gleichzeitig Gott und dem Geld dienen.“ (Matthäus 6,21.24)

  1. Seid klug!

    Denkt darüber nach, dass euer Besitz vergänglich ist. „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“, betet Mose in Psalm 90,12.

    Der Volksmund lehrt uns: „Das letzte Hemd hat keine Taschen.“ Selbstverständlich wissen wir das – wir sind ja nicht doof. Nur im Eifer des Gefechtes, im Alltagsbetrieb, neigen wir dazu, diese simple Wahrheit außer Acht zu lassen und zu verdrängen.

    Alles was wir uns kaufen, gönnen, zulegen, wofür wir unter Umständen lange gespart haben, ist vergänglich. Unser Besitz und unser Leben sind vergänglich.

    Das einzige was bleibt, ist das, was im Reich Gottes beheimatet ist. Das allein trägt das Prädikat: ewig.

    Die Gemeinde Jesu braucht nicht Geldgeber und Opferbereite. Sie braucht Menschen, die zusammen für Gottes Reich brennen und darum unternehmerisch mit ihrem Geld umgehen. Dann fühlt es sich vielleicht immer noch mulmig an, eine größere Summe in Reich-Gottes-Dinge zu investieren, aber irgendwie auch richtig gut. Denn unser Geld arbeitet dann für das, was uns im Leben das Größte ist und ewig bleibt.

  2. Seid großzügig!

    Vom Heiligen Geist erfüllte Menschen können großzügig sein. Ihr Selbstwert hängt nicht an ihrem „mein Haus, mein Auto, mein Boot“.

    Schon im Alten Testament verordnet Gott seinem Volk Großzügigkeit: Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle. (Maleachi 3,10)

    Mit dem Zehnten sollte der Gottesdienst finanziert, der Tempel unterhalten und die Priester bezahlt werden. Aber das war nicht das Entscheidende.

    Das Opfer des Zehnten war vielmehr ein Zeichen, ein Denkmal. Denk mal nach: Alles, was du hast, kommt von Gott und gehört Gott. Das Opfer des Zehnten war und ist ein Training in Großzügigkeit.

    Lasst uns miteinander Großzügigkeit einüben, weil wir Kinder eines großzügigen Gottes sind – von dessen Güte, Vergebung und Wohlwollen wir leben.