predigt-2021-06-20

Predigt: Follow your heart!

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Datum: 20.06.21
Bibelstelle: Jeremia 17,9.10; Hebräer 3,12 u. a.
Redner: Klaus Fischer

Zusammenfassung:

Auch wenn wir wissen, dass der Ursprung für unser Denken, Fühlen und Tun im Gehirn liegt, wird dafür in unserem Sprachgebrauch meist das „Herz“ verwendet:

  • Mein Herz sehnt sich nach dir.
  • Es ist mir ein Herzensanliegen, endlich mal wieder in den Urlaub zu fahren.
  • Mir ist das Herz in die Hose gerutscht.
  • Mein Herz hüpft vor Freude.
  • Herzlichen Glückwunsch! Herzliche Anteilnahme.

Auch die Bibel spricht von „Herzen“: Es gibt dort ein reines, neues Herz oder auch ein verhärtetes, widerspenstiges Herz.

Sollten wir nun „unserem Herzen folgen“?

Wenn wir ein Bedürfnis befriedigen, entsteht Freude und Zufriedenheit, ansonsten Ärger und Streit. Also tun, was mich begeistert – und alles lassen, worauf ich keine Lust habe? Das wäre konsequent, aber diese „Herzensnachfolge“ kann auch manchmal ganz schön schiefgehen.

Die Bibel beschreibt realistisch, dass in unserem Herzen eine Menge Unheil wohnt: Nichts ist so abgründig wie das menschliche Herz. Voll Unheil ist es; wer kann es durchschauen? Ich, der Herr, sehe bis auf seinen Grund, ich kenne die geheimsten Wünsche der Menschen. (Jeremia 17,9.10)

Es ist nötig, auf das Herz zu achten, es zu kontrollieren, im Herzen muss Ordnung geschaffen werden:

  • Achtet darauf, liebe Brüder und Schwestern, dass niemand von euch ein widerspenstiges, ungehorsames Herz hat und sich von dem lebendigen Gott abwendet. (Hebräer 3,12)
  • Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens. (Sprüche 4,23)
  • Prüft jedoch alles und behaltet das Gute! Das Böse aber – ganz gleich in welcher Form – sollt ihr meiden. (1. Thessalonicher 5,21.22)

Was ist aber Gut und Böse? Hat jeder seine eigenen Maßstäbe?

Das Gewissen lässt mich spüren, ob es falsch ist, was ich tue. Doch das Gewissen ist in hohem Maße von Kultur und Erziehung bestimmt.

Die Gebote in der Bibel sind dafür aufgeschrieben, dass wir unterscheiden können zwischen richtig und falsch, dass wir erkennen können, wo unser Herz sich irrt, wo ein Bedürfnis schädlich ist – für uns und für andere Menschen.

Nur wenn wir unsere Muskeln bewegen, bleiben sie leistungsfähig. Das gilt auch für unser Herz: Dinge, die wir regelmäßig tun, fallen uns leicht. Anderfalls müssen wir uns regelrecht „überwinden“, etwas zu tun.

Training ist auch erforderlich, wenn wir Gottes Geboten folgen wollen. Gottes Anweisung zum Gebrauch der Gebote: Trennt euch von allen Verfehlungen! Schafft euch ein neues Herz und eine neue Gesinnung! (Hesekiel 18,31)

Davids praktische Umsetzung dazu: Durchforsche mich, Gott, sieh mir ins Herz, prüfe meine Wünsche und Gedanken! (Psalm 139,23)

David möchte Gottes Feedback zu seinem Handeln. Dafür hat Gott uns den Heiligen Geist gegeben. Und Gott selbst erneuert unser Herz: Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Ich nehme das versteinerte Herz aus eurer Brust und schenke euch ein Herz, das lebt. (Hesekiel 36,26)

Auch unser Miteinander/Füreinander hilft uns: Lasst uns aufeinander achten! Wir wollen uns zu gegenseitiger Liebe ermutigen und einander anspornen, Gutes zu tun. (Hebräer 10,24)

Das Gesetz als Messlatte: Brauche ich nun ein Jurastudium, um die Gesetze Gottes in meinem Leben richtig anzuwenden? Paulus schreibt dazu an die Galater: Denn wer dieses eine Gebot befolgt: „Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!“, der hat das ganze Gesetz erfüllt. (Galater 5,14)

Was ist die Folge davon? Es ist ein Glückszustand, wenn mein Handeln von Gottes Willen geprägt ist: Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in dessen Herz gebahnte Wege sind! (Psalm 84,6)

Wie gelingt uns das? Statt „Follow your heart“ machen wir Follow your Lord!