predigt-2021-06-13

Predigt: Alles auf Sieg – Die große Verwandlung/Teil 4

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Datum: 13.06.21
Bibelstelle: Epheser 6,10-17
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

„Alles auf Sieg“ – Zumindest für die Fußballfans scheint diese Überschrift in direktem Zusammenhang mit der am Freitag gestarteten Europameisterschaft zu stehen. Viele echte Fans fiebern bei manchem Fußballspiel so sehr mit, als handle sich um einen Kampf auf Leben und Tod.

Der heutige Predigttext handelt tatsächlich von einem Kampf auf Leben und Tod. Eine Besonderheit aber hat dieser Kampf: Der Sieger steht von vorneherein fest: Ihr werdet erfolgreich kämpfen und am Ende als Sieger dastehen. (Epheser 6,13b)

Paulus schreibt aus der Gefangenschaft. Er schreibt an Gemeinden, die zunehmend unter den Druck der Öffentlichkeit geraten, und er schreibt auf dem Hintergrund seiner eigenen leidvollen Erfahrungen. Schon in Epheser 5,16 bezeichnete er die Jahre um 80 n. Chr. als „böse Zeit“.

Die frühe Kirche soll für die kommenden schwierigen Zeiten gerüstet sein. Es geht ums Ganze. Ob das „große Ganze“, ob die Kirche Jesu Christi bestehen wird, das hat damit zu tun, inwieweit jeder Einzelne gerüstet ist.

  1. Ihr werdet siegen – deshalb mutig voran!

    Nun noch ein Letztes: Lasst euch vom Herrn Kraft geben, lasst euch stärken durch seine gewaltige Macht! (Epheser 6,10)

    „Lasst euch vom Herrn Kraft geben! Werdet stark!“ Es geht nicht nach dem Motto: Zeig was du kannst. Sei tapfer. Sei ein Mann. Streng dich an. Die hier angesprochene Kraft soll empfangen, soll abgeholt werden.

    Alle Macht und Stärke, die in dieser geistlichen Auseinandersetzung nötig ist, hat ihren Ursprung und ihr Wesen „in dem Herrn“ selbst. Sie ist sichtbar geworden bei der Auferweckung von Jesus aus den Toten. Sie ist wird sichtbar, wenn Menschen durch die geistliche Wiedergeburt zu neuen Menschen geworden sind.

    Das Geheimnis eines „siegreichen Lebens“ liegt nicht in der Willenskraft des einzelnen Christen – sondern in den beiden unscheinbaren Worten „im Herrn“. Ob ein Glaube bestehen und sich in der Gegenströmung behaupten kann, hängt damit zusammen, wie sehr er „in Christus“ lebt.

    Es geht in der „geistlichen Waffenrüstung“ nicht darum, sich selbst aufzurüsten, sondern das eigene Leben in den Machtbereich, in den Schutz- und Herrschaftsbereich Jesu zu stellen.

    Es geht hier nicht um eine Auseinandersetzung zwischen der Gemeinde und den finsteren Mächten, dessen Ausgang noch offen wäre. Der Ausgang der Weltgeschichte ist nicht offen. Wir müssen nicht mehr bangen und zittern. Jesusleute gehören zu dem Sieger von Golgatha. Der Sieg über die finsteren Mächte ist bereits errungen.

  2. Ihr werdet siegen – trotz diabolischer Heimtücke

    Legt die Rüstung an, die Gott für euch bereithält; ergreift alle seine Waffen! Damit werdet ihr in der Lage sein, den heimtückischen Angriffen des Teufels standzuhalten. Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Wesen von Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte und Gewalten der Finsternis, die über die Erde herrschen, gegen das Heer der Geister in der unsichtbaren Welt, die hinter allem Bösen stehen. (Epheser 6,11-12)

    Obwohl der Sieg feststeht, leben Jesusleute in umkämpftem Gebiet. Paulus bezeichnet den Widersacher Gottes hier als „Teufel“. Im Griechischen: „Diabolos“ – das ist der „Durcheinanderbringer“. Sein Ziel ist es durcheinanderzubringen, was heil und gut ist. Es redet uns ein: Alles bisher in Gott gesetzte Vertrauen sei Illusion, und Gott – wenn es ihn schon gäbe – hätte uns fallen lassen.

    Der Teufel führt einen Partisanenkrieg. Die Schlacht ist schon lange verloren, die Machtfrage geklärt – aber es hat noch ein paar Unverbesserliche, die alles daran setzen, soviel Unheil wie möglich zu stiften.

    Diese Auseinandersetzung wird nicht mit Fäusten ausgetragen. Der Widersacher Gottes agiert aus der unsichtbaren Welt. Um gegen diese Angriffe Stand zu halten, bedürfen wir einer besonderen Rüstung, der Waffenrüstung Gottes.

  3. Ihr werdet siegen – in Gottes Waffenrüstung sicher

    Stellt euch also entschlossen „zum Kampf“ auf! Bindet den Gürtel der Wahrheit um eure Hüften, legt den Brustpanzer der Gerechtigkeit an und tragt an den Füßen das Schuhwerk der Bereitschaft, das Evangelium des Friedens zu verbreiten. (Epheser 6,14-15)

    Das Umlegen des Gürtels und das Tragen festen Schuhwerks waren damals ein Zeichen dafür, dass der Soldat sich im Einsatz befindet. Bereit und wachsam soll sie sein, die Gemeinde Jesu Christi.

    Auf der einen Seite beweglich – aber nicht schwankend wie ein Rohr im Wind. Mit Wahrheit und Gerechtigkeit sollen sie in „bösen Tagen“ auftreten, sich nicht abducken oder hinter faulen Kompromissen verstecken.

    Das Überleben der Gemeinde hat nicht damit zu tun, dass sie ihr Fähnchen nach dem Wind hängt, sondern dass sie sich der Wahrheit und Gerechtigkeit verpflichtet weiß. Christen sollen mit der Frohbotschaft des Friedens nicht hinter dem Berg halten. „Evangelium“ ist die Siegesbotschaft, vom Sieg des lebendigen Gottes über die Dunkelheiten dieser Welt.

    Zusätzlich zu all dem ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr jeden Brandpfeil unschädlich machen könnt, den der Böse gegen euch abschießt. (Epheser 6,16)

    Das Schild, von dem Paulus spricht, ist das große rechteckige Schild, hinter dem man für den ganzen Körper Schutz finden konnte. Die Brandpfeile des Bösen sind vor allen Dingen „Zweifel“. Es gibt Glaubenszweifel, die sich festsetzen wie Brandpfeile.

    Wohl jeder Glaubende wird in seinem Leben Phasen haben, in denen er zweifelt. Es ist nötig, dass wir in unseren Gemeinden eine Kultur entwickeln, in denen der Einzelne seine Zweifel aussprechen kann – ohne ausgegrenzt oder verurteilt zu werden. In Phasen, in denen unser Glaube wackelt, braucht es Menschen, die uns geistlich an die Hand nehmen, die uns begleiten und durch den Zweifel mitgehen.

    Setzt den Helm der Rettung auf und greift zu dem Schwert, das der Heilige Geist euch gibt; dieses Schwert ist das Wort Gottes. (Epheser 6,17)

    In Jesus Christus hat Gott dieser Welt das Heil angeboten. Dieses Heil aber steht nicht als großes Packet neben uns – es ist dafür da, das wir es uns überstülpen wie einen Helm. Im Glauben „kriecht“ der Glaubende unter das Heil Gottes.

    Damit der Glaubende aber nicht nur einstecken muss, bekommt er das Schwert des Geistes, das Wort des lebendigen Gottes als Angriffswaffe.

    Wie kann ich Waffenrüstung Gottes anziehen?

    Das Anziehen der Waffenrüstung Gottes ist ein lebenslanger Prozess. Als Nachfolger unseres Herrn sind wir niemals fertig. Ein Leben lang ist unser Glaube gefährdet – aber ein Leben lang dürfen wir immer wieder unter die Waffenrüstung Gottes kriechen.

    Konkret können wir die geistliche Waffenrüstung im Gebet für uns beanspruchen.