predigt-2021-05-23

Predigt: Die große Verwandlung

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Datum: 23.05.21
Bibelstelle: Galater 2,20; Johannes 3,6-8; Epheser 4,22-24
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

Was für eine unglaubliche Verwandlung: Aus winzig kleinen Schmetterlingseiern entwickeln sich gefräßige Raupen. Dann kommt der Tag, an dem sie sich verpuppen. Anschließend, nach einer Ruhephase, krabbelt aus der Puppenhülle ein wunderschöner Schmetterling.

Kaum zu glauben. Eine fetter Bauchkriecher verwandelt sich in einen grazilen Flugkünstler. Auch wenn wir sicher manches wissenschaftlich erklären können – letztlich bleibt die Entstehung und Verwandlung des Lebens immer auch ein Geheimnis, ein Wunder.

Das gilt nicht nur für Schmetterlinge, sondern auch für Menschen: Aus dem hilflosen Säugling, der ganz angewiesen ist auf die Fürsorge seiner Eltern, entwickelt sich, wenn alles gut geht, eine selbstständige junge Frau, ein selbstständiger junger Mann.

Eine Persönlichkeit ist zur Entfaltung gekommen, die in der Lage ist, ihren eignen Weg zu gehen. Was für eine Veränderung!

Menschliches Leben ist auf Veränderung angelegt. In jedem von uns stecken Fähigkeiten und Eigenschaften, die entdeckt und entfaltet werden können.

Darüber hinaus aber gibt es Veränderungen im Leben, die mit den üblichen Erklärungsversuchen kaum zu erklären sind.

Die Bibel, das große Buch vom Handeln Gottes in der Menschheitsgeschichte, ist gespickt von Beispielen, in denen Menschen Veränderungen erleben, die damit zu tun haben, dass der Schöpfer des Lebens, dass Gottes Geist am Werk ist.

Und damit sind wir beim heutigen Feiertag, dem Pfingstfest. Drei Fragen zum ersten Pfingstfest der Christenheit:

  1. Was ist nur in die Jünger gefahren?

    Sie (die Zuhörer) aber sahen den Freimut des Petrus und des Johannes und wunderten sich; denn sie merkten, dass diese ungebildet und Laien waren. Sie wussten aber von ihnen, dass sie Anhänger Jesu waren. (Apostelgeschichte 4,13)

    Die Rechnung derer, die die Sache mit Jesus Christus aus der Welt schaffen wollten, war nicht aufgegangen. Die jüdische Kirchenleitung hatte mit der Kreuzigung des Jesus von Nazareth einen Schlusspunkt setzen wollen.

    Doch aus dem Schlusspunkt wird ein Doppelpunkt: Trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen war der Leichnam Jesu verschwunden. Dann tauchen die Jesusleute wieder auf. Sie sprechen mit den Menschen, schlicht und ungehobelt – aber voller Überzeugungskraft.

    Die Hasenfüße von gestern treten als völlig veränderte Menschen, mutig und entschlossen ins Rampenlicht der Öffentlichkeit und verkündigen Jesus als den auferstandenen Christus, den Herrn und Retter der Welt.

    Rätselhaft. Was ist nur in die Jünger gefahren?

    Der Gemeindegründer Paulus beschreibt das Geheimnis der Verwandlung so: „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“ (Galater 2,20)

    Die Jünger waren drei Jahre lang Jesus auf Schritt und Tritt gefolgt. Er lebte mit ihnen, sie lebten mit ihm.

    Jetzt aber heißt es anders: Seit Pfingsten, ist für die Jesusleute aus dem „Christus mit mir“ ein „Christus in mir“ geworden. Gottes Geist macht Christus in seinen Leuten lebendig.

    Weil aber Christus in ihnen lebt, geschieht Veränderung.

  2. Wie kommt es zu dieser Verwandlung?

    Wie geschieht dieser geheimnisvolle, aber grundlegende Wechsel im Leben eines Menschen?

    Die grundlegende Veränderung im Leben eines Menschen bezeichnet Jesus als ein „Von-neuem-geboren-werden“ (Johannes 3,6-8).

    Über der Entstehung dieses neuen geistlichen Lebens liegt ein Geheimnis. Gott selbst muss und will durch seinen Geist dieses neue Leben wirken.

    Wie kann ein Mensch „von neuem geboren werden“? Wie kann er erleben, dass Christus in ihm lebt?

    Antwort: Indem er sich dem neuen Leben öffnet. In dem er Gottes Handeln an sich geschehen lässt! Geistliche Neugeburt geschieht nicht unter Ausschluss unseres Willens.

    Gott wirbt um das Herz des Menschen. Gott will neues Leben in uns schaffen. Von ihm her sind die Voraussetzungen gegeben – wir können uns diesem neuen Leben öffnen, aber wir werden nicht gezwungen.

    Neues Leben beginnt mit einem inneren, geistlichen „Herrschaftswechsel“.

  3. Wie geht es weiter?

    Wenn ein Mensch sein Leben in die Hand Gottes legt, wenn Gott durch seinen Geist einen neuen Anfang gemacht hat, dann beginnt das Abenteuer geistlichen Lebens. Eine geistliche Neugeburt hat stattgefunden, jetzt aber gilt es das neue Leben zu entfalten.

    Ein Schmetterling, der aus der Verpuppung krabbelt, kann endlich wieder seine Umwelt wahrnehmen. Aber er nimmt sie völlig anders wahr als vor der Verpuppung: Sehen kann er, wie er noch nie sehen konnte. Bald wird er seine Flügel entfalten, seine ganze Schönheit sichtbar werden lassen. Minuten später fängt er an, mit seinen Flügeln zu schlagen und abzuheben.

    Das neue Leben will entfaltet werden. Wir sind nicht dazu gedacht, als geistliche Schmetterlingspuppen bewegungslos zu verharren. Neue geistliche Gewohnheiten wollen sich durchsetzen. Die Art Jesu soll sichtbar werden – von Tag zu Tag ein bisschen mehr.

    Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Lebensstil, der sich durch seine trügerischen Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. (Epheser 4,22-24)

    Wie der Schmetterling seine Puppenhülle zurücklässt, werden wir aufgefordert, Dinge zurückzulassen, die noch nicht dem Wesen von Jesus entsprechen.

    Herauskrabbeln sollen wir in einen neuen Lebensstil, in die Lebensform des neuen Menschen.

    Die Kraft dazu finden wir nicht in uns selber. Die Kraft und die Energie hat der Geist Gottes bereit. Wir dürfen sie abrufen, für uns in Anspruch nehmen.

    Diesen Vorgang nennt die Bibel „Heiligung“. Heiligung meint nichts anderes als den Vorgang, die alte Puppenhülle zurückzulassen und in das neue Leben hineinzukrabbeln.

    Dort, in diesem neuen Leben gibt es Fähigkeiten, die der Schmetterling in seinem Raupendasein nicht hatte. Die Bibel spricht von dem neuen Menschen, der mit Geistesgaben ausgestattet wird und in dem die Frucht des Geistes zur Entfaltung kommt.

Gott lädt Sie ein, sich auf diese geistliche Verwandlung einzulassen und dem, der durch den Heiligen Geist in uns lebt, Raum zu geben.