predigt-2021-02-21

Predigt: Störe meine Kreise nicht

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Datum: 21.02.21
Bibelstelle: Lukas 14,15-24
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

„Störe meine Kreise nicht!“ Diese weithin bekannte Redewendung waren die letzten Worte des griechischen Mathematikers und Physikers Archimedes.

Auch im heutigen Bibeltext geht es um Menschen, die keinen Bock haben, sich stören zu lassen.

Es geht um Menschen, die so sehr und intensiv mit sich selbst beschäftigt sind, dass sie Gottes Einladung als Störfall empfinden und am Ende dafür sogar mit ihrem ewigen Leben bezahlen.

Gott setzt alles daran, mit seinen Menschen Gemeinschaft zu haben. Er lädt uns ein zu einem Fest, bei dem für alles gesorgt ist: Kommt, denn es ist alles vorbereitet! Kommt!

Gott lädt ein – aber er lädt nicht vor. Gott lädt ein: Bewegt euch! Bleibt nicht stehen! Lasst euch darauf ein, dem lebendigen Gott wieder neu zu begegnen.

Wir werden herausgefordert aufzubrechen und uns immer wieder neu in Gottes Gegenwart einladen zu lassen.

Doch alle begannen, sich nacheinander zu entschuldigen. (Lukas 14,18)

Alle Geladenen entschuldigen sich höflich. So satt sind sie, so beschäftigt mit ihrem Alltag, so sehr – wie Archimedes – in ihren Kreisen gefangen, dass die Einladung ihnen nicht gelegen kommt.

Wir können uns, wenn wir einige Zeit als Nachfolger und Nachfolgerinnen von Jesus leben, so sehr an Gnade und Vergebung gewöhnen, dass sie uns gewöhnlich werden und andere Dinge in den Vordergrund rücken.

Kennt ihr das Gefühl, im Schwitzkasten der unterschiedlichsten Anforderungen kaum noch Luft zu bekommen?

Da sind der Beruf, die Familie, die Gemeinde, die eigenen Vorstellungen und Erwartungen – und plötzlich bleibt einem die Luft weg. Und dann – zu allem Überfluss – meldet sich auch noch Gott zu Wort.

Störe meine Kreise nicht. Lass mich in Ruhe! Scheinbare Notwendigkeiten schieben sich zwischen mich und Gott.

„Der Weg zur Hölle ist in der Regel gar nicht mit Verbrechen und großen Lumpereien, sondern er ist mit lauter Harmlosigkeiten, mit lauter Anständigkeiten gepflastert, und zwar deshalb, weil diese Harmlosigkeiten und Anständigkeiten in unserem Leben den falschen Rang bekommen, weil sie uns plötzlich ins Licht treten.“ (Helmut Thielicke)

Als die Bediensteten mit ihren Absagen zurück kommen, zögert der Gastgeber keinen Augenblick und schickt sie erneut los. Andere Gäste sollen eingeladen werden. Die Feier wird nicht abgesagt, sie wird nur umbesetzt.

Die Gästeliste wird neu geschrieben: Jetzt sind die geladen, die in der Leistungsgesellschaft zu wenig Leistung bringen, vom Leben benachteiligte Menschen.

Gottes Einladung hat absolute Priorität und sein Fest eine Qualität, mit der nichts auf dieser Welt mithalten kann. Gottes Einladung gilt jetzt, sie gilt dir und mir. Komm, alles ist vorbereitet!