predigt-2020-12-06

Predigt: Erfüllte Erwartungen

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Datum: 06.12.20
Bibelstelle: Lukas 2,22-35
Redner: Gert Brinkhorst

Zusammenfassung:

Welche Erwartungen haben Sie?

Am Anfang des Lukas-Evangelium, noch vor der Weihnachtsgeschichte, wird uns von Simeon berichtet, einem frommen Mann, dem Gott eine besondere Erwartung ins Herz gelegt hat:

Damals wohnte in Jerusalem ein Mann namens Simeon. Er lebte nach Gottes Willen, hatte Ehrfurcht vor ihm und wartete voller Sehnsucht auf den Retter Israels. Der Heilige Geist ruhte auf Simeon, und durch ihn wusste er, dass er nicht sterben würde, bevor er den Christus, den vom Herrn gesandten Retter, gesehen hätte. (Lukas 2,25-26)

Zur jener Zeit gab es die starke Erwartung, dass der Messias, der Christus kommt; der Retter, der das Volk Israel befreit, vor allem von der römischen Fremdherrschaft.

Simeon hatte die Erwartung, dass er den Christus noch zu seinen Lebzeiten sehen würde. Als er einmal – vom Heiligen Geist geführt – in den Tempel gegangen war. Dort erkannte er unter den vielen Menschen in dem Baby, das Maria und Josef gerade hereinbrachten, den Retter der Welt:

Da nahm Simeon Jesus in seine Arme und lobte Gott: „Herr, du hast dein Wort gehalten, jetzt kann ich, dein Diener, in Frieden sterben. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen: Du hast uns Rettung gebracht, die ganze Welt wird es erfahren. Dein Licht erleuchtet alle Völker, und deinem Volk Israel bringt es Größe und Herrlichkeit.“ (Lukas 2,28-32)

Simeon erkennt die Herrlichkeit dieses kleinen Kindes. Simeon lebt seinen Glauben, er hat nicht nur bloßes Bibelwissen. Gott schenkt dem Simeon noch einen Weitblick, wie es mit dem Christus weitergehen wird. Und so spricht Simeon einen besonderen Segen aus:

Simeon segnete sie und sagte dann zu Maria: „Gott hat dieses Kind dazu bestimmt, die Israeliten vor die Entscheidung zu stellen: ob sie zu Fall kommen oder gerettet werden. Durch ihn setzt Gott ein Zeichen, gegen das sich viele auflehnen werden. So zeigt er, was in ihrem Innern vor sich geht. Der Schmerz darüber wird dir wie ein Schwert durchs Herz dringen.“ (Lukas 2,34-35)

Segnen heißt eigentlich, etwas Gutes von Gott zu wünschen. Simeons Segen ist außergewöhnlich: Dieses Kind wird ein „Skandal“, ein Anstoß für viele Menschen sein. Jesus wird entweder als Retter oder als Richter auftreten.

In Jesus kommt Gott seinen Menschen entgegen, um sie zu retten: Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3,16)

Simeon ist ein Beispiel für einen Menschen, der mit Gott rechnet und sich vom Heiligen Geist leiten lässt.

Der Heilige Geist möchte heute in mir genauso aktiv sein wie damals bei Simeon. Gott hat etwas vor mit meinem Leben. Das dürfen wir erwarten!