predigt-2020-11-29

Predigt: Zuerst

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Datum: 29.11.20
Bibelstelle: Matthäus 6,33; Markus 1,15
Redner: Henrik Otto, Bundessekretär Region Süd im Bund FeG

Zusammenfassung:

Sätze mit „zuerst“ sind bedeutend. Das Zentrum ist nur mit einem Thema besetzt.

Auch Jesus hat in seiner Bergpredigt dieses Wort verwendet: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. (Matthäus 6,33)

In der Bibel gibt es häufig ein sehr heilsames „Zuerst“: Erst war Gott da. Zuerst hat sich Gott seinen Menschen zugewendet, bevor wir ihn erkennen konnten. Gott hat uns zuerst geliebt. Gott kommt mit allem Guten zuerst.

Wenn etwas Bedeutendes zuerst kommt, also in die Mitte gehört, dann gibt es offensichtlich auch andere Themen, die da nicht hingehören.

Da ist z. B. die Sache mit dem Geld, das oft über sich hinaus wächst: Vom Zahlungsmittel zum Experten für Sicherheitsfragen, Lebenswert und Lebensplanung. Ist Geld ein Indikator für die Lebensbilanz?

Jesus sagt: Es kann keine materielle Antwort auf geistliche Fragen geben. Das gilt auch für das Thema Sorgen und Ängste im Leben. Achte darauf, wem du dein Zuerst übergibst. Die Mitte muss klug besetzt sein.

Das Reich Gottes gehört in die Mitte deines Lebens. Es verdient dein Zuerst. Es ist wichtiger, dass Gott geehrt wird, als dass du viel Geld verdienst. Es ist wichtiger, dass sein Wille geschieht, als dass du es bequem hast. Das wahre Zuerst duldet keine Konkurrenz.

Die heute beginnende Adventszeit 2020 hat eine besondere Chance: Das Zuerst wieder zuerst sein lassen, es wieder ganz neu entdecken. Wir haben weniger Ablenkung und mehr gute Gründe, das Leben zu hinterfragen, wie wir es so führen.

Gerade in dieser Phase des Jahres können wir das ins Herz lassen, was keiner herausreißen kann. Wir können das in die Mitte setzen, was stärker ist als alles: Die Herrschaft Gottes über unser Leben.

Das Reich Gottes ist da, wo Jesus ist: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ (Markus 1,15)

Wo Jesus ist, da ist der Vater. Das Reich Gottes wird von einem Vater im Himmel regiert, nicht von einem Despoten. Das Reich Gottes ist das Beste, was dieser Welt passieren kann. Und mit Jesus ist dieses Reich Gottes nahe herbei gekommen.

Gott hat diese verwundete Welt noch nicht aufgegeben. Gott möchte, dass sie seine Gegenwart erfährt. Gott möchte, dass sie merkt, wie heilsam es ist, bei ihm zu sein.

Wo Gottes Welt zum Vorschein kommt, da möchtest du leben. Die Gemeinde ist ein Modell dafür: So ist das, wo Gott das Sagen hat.

Das funktioniert auch mit unvollkommenen Gemeinden. Die Schönheit der Gemeinde liegt darin, dass man in ihr die Gnade Gottes erleben kann. Menschen sollen merken, wie es ist, wenn Gott ihnen gnädig ist. Dafür ist Gemeinde da.

Gemeinde ist das Modell Gottes für eine verwundete Welt. Darum geht es zuerst: Menschen sollen erfahren, was es bedeutet, in Gottes Nähe zu leben und frei zu sein.

In diesem Jahr haben viele Menschen ihr Leben als viel verletzlicher kennen gelernt, als sie es bisher gewohnt waren. Mit Corana gibt es so etwas wie die globale Erfahrung einer neuen Verletzlichkeit. Wir merken: Wir haben eben nicht alles im Griff.

Zu dieser Verletzlichkeit gehört die Einladung des Evangeliums. In diese Zeit gehört es, die Einladung an einen sicheren Ort auszusprechen. Es ist kein Ort zum Anfassen, aber er ist real: Es ist die Gegenwart Gottes.

Einige sehr wichtige Dinge können nicht kaputt gehen, z. B. die Liebe Gottes zu dieser Welt und zu dir, die Vergebungsbereitschaft Gottes.

Es gibt einen sicheren Ort, der das ganze Leben umfasst und größer ist und länger hält als dieses biologische Leben, was wir hier haben.

Als Christen haben wir nicht den Auftrag, die Botschaft Jesu vom heilsamen Reich Gottes, vom Hoffnungsort in dieser Welt, anwaltlich zu verteidigen. Wir sollen das Evangelium bezeugen und dazu einladen.