predigt-2020-10-11

Predigt: Warum es sich für IHN zu leben lohnt!

Zur Predigtübersicht

Datum: 11.10.20
Bibelstelle: 2. Timotheus 1,9-10
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

Paulus, wegen seiner Missionstätigkeit in römischer Gefangenschaft, schreibt an den noch jungen Gemeindepastor Timotheus und er lädt ihn herzlich ein, ihn in Rom zu besuchen. Der leidenschaftliche, engagierte und mutige Gemeindegründer sehnt sich nach Gemeinschaft der Geschwister.

Warum sollte jemand das Risiko eingehen, für seinen Glauben eingesperrt zu werden oder sogar im schlimmsten Fall als Märtyrer zu enden? Sollte eine angefeindete Christenheit ihr Heil nicht besser in der Anpassung suchen?

Als Paulus seinen Brief an Timotheus schreibt, hat dieser gerade ganz andere Probleme. Timotheus fühlt sich seiner Aufgabe als Gemeindepastor nicht mehr gewachsen. Ständig muss er Auseinandersetzungen um die rechte Lehre führen. Die Gemeindeglieder in Ephesus machen ihm das Leben schwer.

Mutlosigkeit macht sich bei Timotheus breit. Er leidet unter Selbstzweifeln und fragt sich: Warum hat meine Arbeit nicht den gewünschten Erfolg?

Die äußere Situation des Paulus in Rom und die des Timotheus in Rom sind so unterschiedlich, wie sie nur sein können – aber beide sind auf eine bestimmte Art und Weise Gefangene: Paulus ist Gefangener der römischen Gerichtsbarkeit, und Timotheus ist Gefangener seiner Sorgen und Selbstzweifel.

Timotheus braucht jemanden, der ihn daran erinnert, warum der Dienst und das Leiden für Jesus nicht sinnlos sind.

Warum macht es Sinn, sein Leben in den Dienst von Jesus Christus zu stellen – auch dann, wenn einem der Wind entgegenbläst, wenn es Probleme gibt und vieles nicht so läuft, wie wir uns das vorgestellt haben?

  1. Er ist es, der uns gerettet hat.

    Der hat uns gerettet und berufen mit heiligem Ruf. (2. Timotheus 1,9)

    Es geht bei dem Werk Jesu Christi nicht darum, dass unsere Bedürfnisse nach Religiosität befriedigt werden. Es geht nicht darum, dass unser Leben religiös getunt wird. Das Evangelium lautet nicht: Jesus verhilft deinem Leben zu neuem Glanz, er poliert dein Leben auf.

    Das Evangelium, die frohe Botschaft lautet: Es gibt Rettung für dich. Durch das Sterben des Gottessohnes am Kreuz von Golgatha kannst du gerettet sein.

    Es geht also um nichts weniger als um Rettung. Wer aber gerettet werden muss, der kann sich selbst nicht mehr helfen, der wäre ohne Hilfe rettungslos verloren.

    Gott hält sich so sehr im Hintergrund, dass wir irrigerweise meinen, es sei alles andere dringlicher als der Friede mit ihm. Doch die hartgesottene Selbstgerechtigkeit unseres natürlichen Menschen ist eine gefährliche Illusion. Es ist in keiner Weise maßgebend, was wir über uns selber denken. Gott urteilt, er allein.

    Gott will nicht, dass jemand einbricht. Gott will retten. Er hat gerettet. Und wir werden aufgefordert, dies glaubend anzunehmen: Diejenigen, die verloren werden, haben die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen, dass sie gerettet würden. (2. Thessalonicher 2,10)

    Jesus ist der von Gott geschickte Retter. Er ist derjenige, an dem sich das Schicksal jedes Menschen entscheiden wird. Jesus ist der Rettungsanker, den der heilige Gott der Menschheit zugeworfen hat – und es liegt an jedem einzelnen, diesen Rettungsanker zu greifen und sich daran festzumachen.

  2. Er ist es, der uns seine Gnade offenbart hat.

    Der hat uns gerettet und berufen mit heiligem Ruf, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben, jetzt aber offenbart worden ist durch die Erscheinung unseres Retters Christus Jesus. (2. Thessalonicher 1,9.10a)

    • Gnade

      "Womit habe ich das verdient?" Diese Frage poppt regelmäßig dann auf, wenn uns Schicksalsschläge die Laune vermiesen.

      Womit aber habe ich Rettung verdient? Die unbequeme Antwort lautet: Mit nichts – überhaupt nicht!

      Dass Gott uns ruft, dass er uns seinen Rettungsanker zuwirft, hat nichts zu tun mit den in uns wohnenden moralischen Qualitäten und Fähigkeiten, sondern hat einzig und allein damit zu tun, dass er eine Entscheidung für uns getroffen hat.

      Gnade ist das unverdiente Glück, mit dem der heilige Gott sich für uns Sünder entschieden hat.

      "Ich habe mich entschieden, Jesus nachzufolgen." Dieses Bekenntnis kann immer nur Antwort sein. Unsere Entscheidung für ihn gründet zuerst und allein auf der Entscheidung Gottes für uns.

    • Offenbarung

      Gottes Gnade zeigt sich durch die Offenbarung des Gottessohnes!

      Der Begriff "Offenbarung" steht in direkter Verbindung zum Begriff "Geheimnis". Das Erscheinen Jesu auf dieser Erde ist ein Geheimnis, das offenbart oder gelüftet werden muss.

      Als Jesus Christus sein Heilswerk auf dieser Erde beginnt, da lüftet Gott das Geheimnis, dass er von Anbeginn der Zeiten mit sich trägt und von dem die alttestamentlichen Propheten sprechen.

  3. Er ist es, der den Tod besiegt hat.

    … jetzt aber offenbart worden ist durch die Erscheinung unseres Retters Christus Jesus, der den Tod zunichte gemacht, aber Leben und Unvergänglichkeit ans Licht gebracht hat durch das Evangelium. (2. Thessalonicher 1,10)

    Wenn mit dem Tod alles vorbei wäre, dann wäre Hedonismus die einzig logische Lebensform. Dann wäre es vernünftig, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Dann haben Genuss und die Vermeidung von jeglicher Form des Leidens absolute Priorität.

    Aber weil Christus auferstanden ist, dürfen wir gewiss sein, dass dieses Leben nicht alles ist. Gott hat eine völlig neue Wirklichkeit geschaffen, ein neues, ewiges Leben nach dem Tod.

    Deshalb dürfen wir wie Paulus gelassen und hoffnungsfroh nach vorne schauen, auch wenn es in unserer Christusnachfolge Wegstrecken gibt, die uns nicht gefallen.

    Wer auf Jesus, den Auferstandenen vertraut, der kann unverkrampft leben. Er muss nicht um jeden Preis alles aus diesem Leben herausholen. Er hat eine Perspektive, die über diese relativ begrenzte Lebenszeit hinausreicht.