predigt-2020-09-27

Predigt: Herzliche Einladung!

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Datum: 27.09.20
Bibelstelle: 2. Timotheus 1,1-12
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

Einladungen sind etwas Besonderes. Da hat es solche, die wir gerne annehmen und auf die wir uns freuen und andere, bei denen wir verzweifelt nach einer Ausrede suchen, um sie nicht annehmen zu müssen.

Auch im heutigen Predigttext wird eine Einladung ausgesprochen. Ob uns diese Einladung gefallen wird?

Um das Jahr 65 n. Chr. spricht der weitgereiste und im hohen Maße engagierte Gemeindegründer Paulus, aus seiner Gefängniszelle in Rom, eine eher ungewöhnliche Einladung an Timotheus aus: Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit für das Evangelium in der Kraft Gottes. (2. Timotheus 1,8)

Leidensbereitschaft ist uns nicht angeboren. Normalerweise setzen wir alle Mühe daran, möglichst "ungeschoren", möglichst komfortabel und schmerzfrei durchs Leben zu kommen. Wer will schon leiden?

  1. Paulus – einer, der Jesus leiden mag

    Das "Leiden", von dem Paulus in seinem Brief schreibt, steht auch im Zusammenhang mit einer Leidenschaft, mit einer Liebe: "… für das ich eingesetzt bin als Prediger und Apostel und Lehrer. Aus diesem Grund leide ich dies alles …" (2. Timotheus 1,11-12)

    Paulus sitzt im Gefängnis, weil er "Jesus von Nazareth" als den Christus Gottes erfahren hat und weil er diese Erfahrung unter keinen Umständen für sich behalten konnte.

    Der Ärger, das Leiden um des Evangeliums Willen, entsteht immer dann, wenn Jesus als Herr über alle Welt proklamiert wird. Der Widerstand formiert sich, wenn Menschen mit ihren alten Göttern brechen und ihr Leben in den Dienst Jesu Christi stellen.

    Paulus ist so sehr überwältigt von dem Gott, der ihn, den hartnäckigen Christenjäger überwunden und in seine Nachfolge gerufen hat, dass er keinerlei Leiden scheut: Denn er hat uns gerettet; mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen, nicht aufgrund unserer Werke, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor ewigen Zeiten. (2. Timotheus 1,9)

    Versetzt uns dieser "heilige Anruf" Gottes noch in Staunen oder haben wir uns schon daran gewöhnt?

    Wer nicht mehr über Gott staunen kann, wer nicht mehr bewegt ist vom Rettungshandeln Gottes – warum sollte der bereit sein, um Jesu willen irgendeine Form von Opfer zu bringen?

    Wenn der Glaube nur noch Theorie oder Gewohnheit ist, dann ist es völlig normal, dass jegliche Form der Hingabe und des Dienstes für Jesus zur Zumutung wird. Wenn die Mitarbeit im Reich Gottes nicht mehr ihre Kraft aus der unmittelbaren Jesusbeziehung schöpft, dann sind wir als Mitarbeiter bald erschöpft.

  2. Paulus – einer, der Gemeinschaft lebt

    Obwohl Paulus sicher eine herausragende Größe seiner Zeit war, war immer auch Teamarbeiter, Teil einer geistlichen Zelle.

    Derjenige, an dessen Gemeinschaft ihm besonders gelegen war, war Timotheus. Da wird von einem Abschied mit Tränen berichtet, und davon, dass Timotheus Tag und Nacht in den Gedanken und Gebeten des Paulus einen Platz hatte.

    Als besonderes Attribut des Timotheus nennt Paulus seinen ungeheuchelten Glauben. Seine Worte und sein Glaubensleben waren deckungsgleich.

    Wie gut ist es, einen "Timotheusmenschen" an seiner Seite zu haben.

  3. Paulus – einer, der sich nicht schämt

    Aus diesem Grund leide ich dies alles; aber ich schäme mich dessen nicht; denn ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiss, er kann mir bewahren, was mir anvertraut ist, bis an jenen Tag. (2. Timotheus 1,12)

    Die Scham, so die Bibel, wurde geboren, als der Mensch seinem Schöpfer den Rücken kehrte. Der Mensch, der nicht mehr von der Anerkennung Gottes lebte, suchte fortan die Anerkennung seines Mitmenschen. Seither hat er eine Urangst: die Angst, abgelehnt, ausgeschlossen und der Lächerlichkeit preisgegeben zu werden.

    Paulus schreibt: "Ich schäme mich des Evangeliums, der Frohen Botschaft vom Rettungswerk Gottes in Jesus Christus, nicht." Paulus war im hohen Maße unabhängig von der Zustimmung seiner Mitmenschen, weil er sich der Zustimmung Gottes sicher war.

    Es ist ein Irrglaube, dass wir die Anerkennung aller Menschen gewinnen müssten oder könnten. Im missionarischen Bemühen gehören sowohl eine klare deutliche Botschaft als auch auch Taktgefühl und Einfühlungsbereitschaft unabdingbar zusammen: Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2. Timotheus 1,7)

Herzliche Einladung an alle, die Jesus Christus als ihren persönlichen Retter erfahren haben, mit der guten Nachricht herauszurücken. Aller Einsatz, alle Mühe, und unter Umständen auch das eine oder andere Leiden, wird dazu dienen, dass einige gewonnen werden.