predigt-2020-07-12

Predigt: Aller Anfang ist schwer

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Datum: 12.07.20
Bibelstelle: Lukas 5,1-11
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

"Aller Anfang ist schwer", so behauptet der Volksmund. Oder: "Erst Übung macht den Meister" und "es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen" – da ist was dran.

In Lukas 5 berichtet die Bibel darüber, wie der Wanderprediger Jesus von Nazareth seine ersten Jünger berufen hat. Im Anschluss an eine Predigt wendet er sich an einige Fischer. Seine Worte stellen das Leben der Fischer gründlich auf den Kopf.

  1. Ganz am Anfang – eine Zumutung

    Als er aufgehört hatte zu reden, wandte er sich an Simon und sagte: "Fahr jetzt weiter hinaus auf den See; werft dort eure Netze zum Fang aus!" Simon antwortete: "Meister, wir haben uns die ganze Nacht abgemüht und haben nichts gefangen. Aber weil du es sagst, will ich die Netze auswerfen." (Lukas 5,4-5)

    Der Auftrag des Wanderpredigers ist absurd und widerspricht jeglichem gesunden Menschenverstand. Dennoch packen die Fischer ihre Netze ins Boot und schippern los. Gegen alle bisherige Erfahrung lassen sie sich auf ein Abenteuer ein.

    Ganz am Anfang begegnen wir einem Glaubensschritt: Die Fischer vertrauen den Worten, die Jesus gesprochen hat. Ganz am Anfang der Geschichte Gottes mit einem Leben, auch mit deinem und meinem Leben, steht der Ruf zu einer ungewöhnlichen Entscheidung.

    Der lebendige Gott spricht in ein Leben hinein, durch einen Bibeltext, durch eine Predigt, ein Buch oder den Bericht eines Christen. Und dann werden wir herausgefordert, eine Entscheidung zu treffen – ohne am Ende genau zu wissen, was passiert.

    Jeder Glaube beginnt mit einer Zumutung, mit einem Vertrauensschritt.

  2. Ganz am Anfang – eine gründliche Erschütterung

    Als Simon Petrus das sah, warf er sich vor Jesus auf die Knie und sagte: "Herr, geh fort von mir! Ich bin ein sündiger Mensch." (Lukas 5,8)

    Der ungewöhnlich ertragreiche Fischfang bewirkt im Leben des Simon eine gewaltige Erschütterung. Simon weiß: Bei dieser Aktion hat der lebendige Gott seine Hand im Spiel gehabt. Diese Erkenntnis bringt ihn endgültig aus der Fassung.

    Wer es mit Gott zu tun bekommt, bekommt es mit sich zu tun. Der bekommt es zu tun mit der Gottlosigkeit in seinem Herzen. Ein Knuddelgott, den wir nach Bedarf knuddeln und bei Nichtbedarf mit einem Fußtritt vor die Tür jagen können, ist eine Erfindung der Menschen.

    Der lebendige Gott, der Gott der Bibel, ist der Schöpfergott, der absolut Heilige und Gewaltige. Wem dieser Gott begegnet, der ist plötzlich der einsamste, der verlorenste Mensch auf Gottes Erdboden.

    "Herr, geh fort von mir! Ich bin ein sündiger Mensch." Simon spürt den Riss: Ich bin meilenweit von dem weg, wozu Gott mich gedacht hat.

  3. Ganz am Anfang – eine große Berufung

    Doch Jesus sagte zu Simon: "Du brauchst dich nicht zu fürchten. Von jetzt an wirst du ein Menschenfischer sein." Da zogen sie die Boote an Land, ließen alles zurück und schlossen sich ihm an. (Lukas 5,10-11)

    Jesus stellt Simon auf die Füße: "Fürchte dich nicht!" Ich bin nicht gekommen, um dich zu verurteilen. Ich bin zu dir gekommen, um dir zu vergeben und um dich unter einen neuen Auftrag zu stellen. Ich habe Großes mit dir vor.

    In Jesaja 43,1 heißt es: "Fürchte dich nicht, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein." Dieses Versprechen ist immer Zuspruch und Anspruch zugleich:

    • Der Zuspruch lautet: "Ich, Jesus, bin auf deiner Seite. Ich bin für dich."
    • Der Anspruch lautet: "Ich, Jesus, lege meine Hand auf dein Leben, du gehörst zu mir."

    "Ab heute Nachmittag", sagt Jesus, "stehst du in meinen Diensten. Lass deine Netze und Boote zurück und schule um. Ich werde dich unterrichten. Ab heute sollst du Menschen fangen." Das ist tatsächlich ein Anfang, der in sich hat.