predigt-2020-03-01

Predigt: Drei rein, vier drin, drei raus!

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Datum: 01.03.20
Bibelstelle: Daniel 3,1-30
Redner: Bernhard Hoyer

Zusammenfassung:

Gott kann! Dem Herrn ist nichts unmöglich! Daher: Gott kann auch dich erretten! Und das ist nicht zu viel versprochen.

Wenn wir auf die drei Männer – Schadrach, Meschach und Abed-Nego – im Feuerofen schauen … Es bleibt ihnen nichts erspart: Sie werden von Kollegen verraten, empfangen das Todesurteil, werden gefangen genommen und gefesselt zum Feuerofen gebracht. Sie hatten sicherlich Todesangst. Und dann werden sie in den Ofen geworfen. Sie müssen viel Schweres ertragen und irgendwie durch die Situation hindurch.

Es gilt das biblische Prinzip: "Und ob ich schon wandere im finsteren Tal …" Und nicht: "Ich danke dir, Gott, dass ich nicht in ein dunkles finsteres Tal kommen werde."

Die drei Männer wissen und sind sich sicher, dass Gott sie durch das finstere Tal – hier den heißen Ofen – hindurch führen wird. Denn: Gott kann! Im Feuerofen sieht König Nebukadnezar dann vier Männer, nicht drei. Sie gehen ungefesselt und unbeschadet im Ofen umher.

Wir kommen heute wohl nicht in die Situation, in einen Feuerofen geworfen zu werden. Aber auch wir kommen in Bedrängnisse, in Ängste und Nöte und meinen, dass wir die Arbeitslosigkeit, Erziehungsprobleme und Tod von geliebten Menschen nicht durchstehen können. Dann ist es gut zu wissen: Gott kann!

Aber Gott führt uns nicht um alle Schwierigkeiten herum, sondern er führt uns mitten hindurch. Das können wir glauben. Es geht um meinen eigenen Glauben.

Dazu brauchen wir nicht immer in solchen extremen Situationen zu stecken, das fängt mit dem Glauben im Alltag an. Wir leben ja nicht wirklich im christlichen Abendland sondern in einem multireligiösem Land mit sehr vielen atheistischen Kräften, auch in Führungspositionen.

Die drei Männer aus dem biblischen Bericht waren gefangen genommen und in ein feindliches Land verschleppt worden. Dann haben sie gezeigt, dass sie auch dort fleißig und ehrlich dem Staat und der Gesellschaft gegenüber gearbeitet haben.

Aber sie haben ihren Glauben nicht verleugnet! Es gab eine absolute Grenze. Ihre Loyalität hört auf, als von ihnen verlangt wurde, ein Götzenbild anzubeten. Denn sie kennen natürlich das 1. Gebot: "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir." (2. Mose 20,3).

Und auch heute werden wir immer wieder in Situationen kommen, wo wir als konsequente Christen sagen müssen: Nein, da mache ich nicht mit. Das geht gegen meinen Glauben, gegen die Gebote, das macht mein Gewissen nicht mit.

Solche Situationen entstehen überall: am Arbeitsplatz, in der Verwandtschaft, im Freundeskreis und eventuell sogar in der Gemeinde.

Können wir denn immer damit rechnen, dass Gott uns so wunderbar aus jeder Situation rettet? Es haben doch schon so viele Menschen ihr Leben verloren, und es war kein "4. Mann" da?

Es geht nicht darum, dass mir vordergründig geholfen wird, sondern dass Gott bei mir ist.

Das war offensichtlich der Glaube, den unsere drei Männer haben. Sie sagen zum König: "Wir werden gar nicht erst versuchen, uns vor dir zu verteidigen. Unser Gott, dem wir dienen, kann uns aus dem Feuer und aus deiner Gewalt retten. Aber auch wenn er es nicht tut, musst du wissen, o König, dass wir nie deine Götter anbeten oder uns vor der goldenen Statue niederwerfen werden." (Daniel 3,16-18)

Sie waren also nicht unbedingt davon überzeugt, mit dem Leben davon zu kommen. Aber sie sind sich sicher: Was auch passiert, wir sind in Gottes Hand. Wenn unser Gott will, wird er uns vor dem Feuer retten. Wenn er nicht will, ändert das nichts an unserem Gottvertrauen. Gott wird es richtig machen.

Dieses Gottvertrauen sollte jeder Christ haben. Auch Stephanus hatte dieses starke Vertrauen. Sogar während seiner Steinigung bittet er noch um Vergebung der Sünden für seine "Steinewerfer". Was für ein Mann und was für ein Glaube! Er weiß sich vollkommen in Gott geborgen.

Passieren solche Sachen nur "besonderen" Menschen mit besten Charakteren, hohen politischen Ämtern, wichtigen und leitenden Funktionen in der Gemeinde? Nein, ich kann auch als kleiner und "unbedeutender" Christ damit rechnen, dass Gott mich errettet.

Jesus hat am Kreuz von Golgatha gerufen: "Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Jesus hat meine und deine Sünde mitgetragen. In diesen Ruf hat er auch meine und deine Gottverlassenheit mit einbezogen. Er hat sie mitgetragen bis in den Tod.

So werden wir keine Gottverlassenheit erleben, wenn der Heilige Geist in uns wohnt. "Ich bin bei euch alle Tage", hat uns Jesus zugesichert. Es entscheidet sich alles an Jesus. Er musste hinein in Leid und Tod und kam hindurch. Er starb und ist wieder auferstanden, somit kann er auch uns "hindurch" bringen, wenn wir ihm vertrauen.

Darum ist es gut, darüber nachzudenken und am besten jetzt eine bewusste Entscheidung für Jesus zu treffen. Dafür bietet sich ein Übergabegebet an.

Wenn du bereits ein Nachfolger von Jesus bist, dann bleibe bei Jesus, vertraue ihm und wachse im Glauben. Dann kann dir kein irdisches und erst recht kein höllisches Feuer etwas anhaben.