predigt-2020-01-12

Predigt: Wo gehöre ich hin? … zu den Wurzeln des Lebens

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Datum: 12.01.20
Bibelstelle: Jeremia 17,5-8
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

"Wo gehöre ich hin?" – Unter diesem Oberthema stehen die Gebetsabende der diesjährigen Allianzgebetswoche:

  • Wohin will ich gehören?
  • Auf wen oder was will ich mich verlassen?
  • Was ist das Fundament meines Lebens?
  • Worin bin ich verwurzelt?

In Jeremia 17,5-8 stellt Gott seinem Volk die Vertrauensfrage:

  • Ich, der HERR, sage: Mein Fluch lastet auf dem, der sich von mir abwendet, seine Hoffnung auf Menschen setzt und nur auf menschliche Kraft vertraut. Er ist wie ein kahler Strauch in der Wüste, der vergeblich auf Regen wartet. Er steht in einem dürren, unfruchtbaren Land, wo niemand wohnt.
  • Doch ich segne jeden, der seine Hoffnung auf mich, den HERRN, setzt und mir ganz vertraut. Er ist wie ein Baum, der nah am Bach gepflanzt ist und seine Wurzeln zum Wasser streckt: Die Hitze fürchtet er nicht, denn seine Blätter bleiben grün. Auch wenn ein trockenes Jahr kommt, sorgt er sich nicht, sondern trägt Jahr für Jahr Frucht.

Vertraust du mir? Vertraust du mir ganz? Vertraust du mir noch? Wenn Gott uns die Vertrauensfrage stellt, dann geht es nicht um Gottes Zukunft – sondern um unsere Zukunft:

  • Werde ich in Zukunft mit dem Segen Gottes oder ohne den Segen Gottes leben müssen?
  • Werde ich Gott zum Freunde oder aber zum Gegner haben?
  • Gleiche ich – geistlich gesehen – einem Dornstrauch in der Wüste oder aber bin ich wie ein fruchtbarer Baum an einer Wasserquelle?

Aus dem geschichtlichen Zusammenhang wird deutlich, dass es bei diesem Text nicht um eine allgemeine Lebensweisheit geht. Es geht nicht darum, dass wir allem und jedem mit Misstrauen begegnen.

Wenn Jeremia 17 die Vertrauensfrage stellt, dann geht es nicht um Allgemeinheiten für Jedermann, sondern um besondere Anweisungen für eine ganz spezielle Personengruppe. Es geht es auch nicht um eine theoretische Zustimmung, sondern um den konkreten, den gelebten Vertrauensbeweis.

Es geht um die Fragen:

  • Wie verhält sich das Volk Gottes, wenn Gottes Pläne nicht mit den ihren übereinstimmen?
  • Wie verhalte ich mich, wenn Gott mir einen Weg zumutet, der mir nicht schmeckt?
  • Vertraue ich ihm dann noch, wenn er meine Lebensplanung durchkreuzt, wenn nichts mehr so läuft, wie ich mir das vorgestellt habe?

In der Bergpredigt fordert der Bergprediger Jesus seine Zuhörer zu einer radikalen Nachfolge auf. Er fragt nach unseren Wurzeln, nach dem, woraus wir letztendlich unsere Energie beziehen: "Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen." (Matthäus 6,31-33)

Worauf will ich mich verlassen? Will ich mich darauf verlassen, dass Gott mit meinem Leben einen Plan verfolgt? Und zwar auch dann, wenn bei mir nicht alles wunschgemäß verläuft?

Der lebendige Gott stellte seinem Volk damals und stellt uns heute die Vertrauensfrage. Wir haben die Wahl: Gottes Segen, das ist das Evangelium und gleichzeitig die Herausforderung des Textes, gilt denen, die ihm vertrauen.

Worin zeigt sich dieser Segen?

Der Segen Gottes zeigt sich nicht darin, dass das Leben der Glaubenden im hohen Maße problemlos und störungsfrei verläuft. Sowohl diejenigen, die im Vertrauen auf Gott leben, wie auch diejenigen, die ihr Leben aus eigenen Möglichkeiten leben, kennen "Dürrezeiten".

Und dennoch hat es zwischen beiden einen gewaltigen Unterschied: Es ist der Unterschied zwischen einem "kahlen Strauch in der Wüste" und "einem grünenden Baum".

Das Geheimnis des "grünenden Baumes" liegt dabei nicht in seinen begünstigten Umständen, sondern in seinem verborgenen Zugang zur göttlichen Kraftquelle. Diesen Zugang zur äußeren göttlichen Kraftquelle verheißt Gott denen, die ihm vertrauen.

Es geht um den Wechsel von einem "trockenen Dornstrauch" zu einem "Baum, dessen Wurzeln in Gott selbst verwurzelt sind". Vielleicht könnte die heutige Predigt ein Anstoß sein, dem lebendigen Gott wieder einmal das Vertrauen auszusprechen.