predigt-2019-12-24

Predigt: Sternstunde der Menschheit

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Datum: 24.12.19
Bibelstelle: Matthäus 2,1-13
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

Der Weg nach Bethlehem, der Weg zu dem göttlichen Weihnachtsgeschenk, dem Jesuskind in der Krippe, war schon damals kein leichter Weg. Das war kein gemütlicher Sonntagsspaziergang.

Diejenigen, die damals ohne Zweifel den weitesten Weg hinter sich hatten, war eine Gruppe von Männern, die "aus einem Land im Osten" angereist waren. Die Bibel nennt sie "Magier" oder Sterndeuter, in der kirchlichen Tradition sind daraus die "Heiligen drei Könige" geworden.

Jesus wurde zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem, einer Stadt in Judäa, geboren. Bald darauf kamen Sterndeuter aus einem Land im Osten nach Jerusalem. "Wo ist der König der Juden, der kürzlich geboren wurde?", fragten sie. "Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm Ehre zu erweisen." (Matthäus 2,1-2)

Weihnachten ist nicht nur eine Sternstunde unter vielen anderen Glanzpunkten am Horizont der Geschichte. Weihnachten ist die Sternstunde der Menschheit schlechthin. Weihnachten ist der Moment, der zum Angelpunkt und Wendepunkt der Geschichte wurde und die Weltgeschichte in eine Zeit vor Christi Geburt und eine Zeit nach Christi Geburt einteilte.

Die weite Reise der babylonischen Männer nach Bethlehem beginnt mit einer Sternstunde. Eines Nacht blicken sie, wie so oft, in den Sternenhimmel und machen dabei eine ganz außergewöhnliche Entdeckung: Einen Stern, der ihnen bisher noch nicht aufgefallen war.

Dieser Stern, so mutmaßen sie, kann nur ein Zeichen sein, ein himmlischer Fingerzeig auf die Geburt eines ganz besonderen, außergewöhnlichen Menschen. Die Sterndeuter sind sich einig. Nichts wie hin. Dieses Ereignis wollen sie unter keinen Umständen verpassen.

Eine innere Unruhe erfasst die Männer. Sie beladen ihre Lasttiere und machen sich auf eine lange, mühevolle Reise. Sie wollen zu den ersten gehören, die dem Neugeborenen ihre Aufwartung machen.

Wem Gott in den Weg tritt, der ist herausgefordert, aus seiner Routine auszubrechen, seine Siebensachen zurückzulassen und sich ganz auf ihn einzulassen. Dann ist Aufbruch angesagt.

In Jerusalem müssen sich die Sterndeuter durchfragen. Sie sorgen mit ihrer Fragerei für Aufregung unter dem Volk. Es zeigt sich: Wenn der Weltenheiland geboren wird, dann kann es nur in Bethlehem sein. Vor über siebenhundert Jahren waren diese Worte aufgeschrieben worden (Micha 5,6).

Wir würden erwarten, dass die Menschen in Jerusalem sich auf den Weg machen würden, um in Bethlehem die Geburt ihres Messias zu feiern. Aber weit gefehlt. Die Menschen aus Jerusalem gehen zur Tagesordnung über. Die Jerusalemer hatten das große Los gezogen – aber sie holen ihren Gewinn nicht ab!

Das Erkennen von Wahrheit allein – das wird hier sehr deutlich – verändert nichts. Das Wissen um biblische Zusammenhänge macht noch keinen Nachfolger. Nachfolge beginnt dort, wo Menschen sich bewegen lassen.

Die Sterndeuter lassen sich nicht aufhalten. Noch in der Nacht oder am frühen Morgen finden sie die junge Familie. Ihre Freude kannte keine Grenzen mehr. Endlich sind sie am Ziel ihrer anstrengenden Reise. Sie hatten sich nicht getäuscht. Die Strapazen haben sich gelohnt.

Wer Jesus Christus als seinen Herrn und Heiland entdeckt hat, kann gar nicht anders als von Herzen "O du fröhliche gnadenbringende Weihnachtszeit" zu singen – auch wenn es zugegebenermaßen auch im Leben der Christen nicht immer spaßig und lustig zugeht.

Es kann auch in unserem Leben zu einer Sternstunde kommen. Nämlich dann, wenn wir uns innerlich vor Jesus beugen und uns im Gebet für ein Leben mit Jesus entscheiden. Dann wird Weihnachten, die Sternstunde der Menschheit, zu deiner ganz persönlichen Sternstunde werden.

In diesem Sinne, wünsche ich uns allen ein gesegnetes fröhliches Weihnachtsfest.