predigt-2019-12-15

Predigt: Verabredung mit Jesus

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Datum: 15.12.19
Bibelstelle: Lukas 2,25-32
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

Haben Sie schon einmal gewartet auf einen geliebten Menschen, und dann kam er nicht? Warum? Ist etwas dazwischen gekommen? Hat er es sich anders überlegt?

Um solche Fragen geht es auch in der Adventszeit: Die Kirche Jesu Christi richtet sich aus auf den kommenden Christus. Sie hat das Versprechen, dass ER sie – die Gläubigen – nicht allein lassen wird. Er wird kommen und seine Verabredung einhalten. Du bist verabredet, verabredet mit Jesus – vergiss es niemals!

In Lukas 2 berichtet die Bibel von Simeon, einem alten Mann, der – vermutlich schon Jahrzehnte seines Lebens – gespannt auf Weihnachten wartete. Er wartete darauf, dass Gott endlich seinen versprochenen Retter, den Messias sendet:

Damals lebte in Jerusalem ein Mann namens Simeon; er war rechtschaffen, richtete sich nach Gottes Willen und wartete auf die Hilfe für Israel. Der Heilige Geist ruhte auf ihm, und durch den Heiligen Geist war ihm auch gezeigt worden, dass er nicht sterben werde, bevor er den vom Herrn gesandten Messias gesehen habe. (Lukas 2,25.26)

Erwartungen gehören zum Menschsein. Wer nicht mehr erwartet, wer keine Hoffnungen hat, ist im Grunde tot. Wir haben Erwartungen an das Leben, Erwartungen an uns selbst und Erwartungen an andere.

Ob Simeon das Warten all die Jahre hindurch leicht gefallen ist? Ob er hin und wieder drauf und dran war aufzugeben? Vermutlich gab es in seinem Leben nicht nur Gewissheiten, sondern auch dunkle Stunden des Zweifels. Hatte er sich vielleicht doch getäuscht?

Doch Simeon gibt nicht auf. Simeon glaubt. Er klammert sich an das göttliche Versprechen und wird in seinem Glauben unterstützt durch den Geist Gottes.

Maria und Josef sind seit mehr als einem Monat stolze Eltern und kommen im Tempel von Jerusalem ihren religiösen Pflichten nach. Dort kommt es zur Begegnung zwischen Simeon und der jungen Familie:

Vom Geist geleitet, war er an jenem Tag in den Tempel gekommen. Als nun Jesu Eltern das Kind hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme, pries Gott und sagte: "Herr, nun kann dein Diener in Frieden sterben, denn du hast deine Zusage erfüllt. Mit eigenen Augen habe ich das Heil gesehen, das du für alle Völker bereitet hast – ein Licht, das die Nationen erleuchtet, und der Ruhm deines Volkes Israel." (Lukas 2,27-32)

Als adventliche Gemeinde wissen wir: Das, worauf Simeon damals so sehnsüchtig gewartet hatte, das ist längst geschehen, darauf brauchen wir nicht mehr zu warten. An Weihnachten erinnern wir uns voller Dankbarkeit an diese "Heilige Nacht".

Wir feiern zurecht den Geburtstag des Weltenheilandes. Aber die Menschwerdung Gottes im Stall von Bethlehem ist Geschichte. Worauf die Christen hier und heute warten, ist die Wiederkunft des Christus.

Paulus beginnt seinen Brief an die Gemeinde in Thessaloniki mit folgenden Worten: … Die Leute erzählen, wie ihr euch von den Götzen abgewandt und dem lebendigen und wahren Gott zugewandt habt, um ihm zu dienen und auf seinen Sohn zu warten, der vom Himmel zurückkommen wird – auf Jesus, den er von den Toten auferweckt hat und der uns vor dem kommenden Gericht rettet. (1. Thessalonicher 1,9.10)

Die Christen von Thessaloniki fallen auf,

  • weil sie sich klar und deutlich von ihrem alten Götterglauben verabschiedet haben,
  • weil sie dem einen wahren, lebendigen Gott dienen und
  • weil sie in der Erwartung des letzten großen Advent, der Wiederkunft Jesu leben.

Simeon, der alte, weise und vom Geist Gottes erfüllte Mann kann uns ein Vorbild sein – wenn wir es zulassen. Er kann uns anstecken mit seinem Glauben, der sich ganz an Gottes Verheißung ausrichtet: Darum werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber habt ihr nötig, auf dass ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt. (Hebräer 10,35.36)

Etwas besonders Faszinierendes an diesem Bericht ist die Selbstverständlichkeit, mit der Simeon im Tempel auf Maria und Joseph zumarschiert, das kleine Jesuskind auf seine Arme nimmt und seinen Lobgesang anstimmt.

Simeon erkennt durch den Heiligen Geist unter all den anderen Familien diese eine Familie. Unter all den anderen Kindern erkennt er dieses eine Kind, das der lebendige Gott als Retter in diese Welt gesandt hat.

Das Kind, das er in seinen Armen hält, ist nicht nur ein göttliches Weihnachtsgeschenk an das Judentum. Er ist der "Weltenheiland"! Seine Herrschaft wird weit über Israel hinausreichen. Aus allen Völkern und Nationen werden Menschen ihn anbeten und in ihm Rettung und Heil erleben.

Vielleicht gibt es tausend andere Dinge, die Sie gerade beschäftigen. Der alte Simeon hat eine Botschaft für Sie: Jesus Christus möchte Ihnen begegnen. Jetzt und heute durch sein Wort, durch seinen Geist, in der Gemeinde. Und an dem Tag, dessen Datum nur Gott allein kennt: Das Datum seiner Wiederkunft.

Sie haben eine Verabredung mit Jesus. Gott segne Sie.