predigt-2019-11-17

Predigt: Woher kommt mir Hilfe?

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Datum: 17.11.19
Bibelstelle: Psalm 121,1-2
Redner: Gregor Müller

Zusammenfassung:

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. (Psalm 121,1-2)

  1. Mein Berg

    Der Psalm 121 ist ein Wallfahrtslied. Er wurde auf dem steilen Anstieg nach Jerusalem gesungen. Die Pilger hatten dabei die Stadt bereits vor Augen. Nach der langen, beschwerlichen Reise freute man sich, ans Ziel zu gelangen!

    Kommt euch das bekannt vor? Ihr habt das Ziel schon längst vor Augen und steht im wahrsten Sinne des Wortes vor einem riesigen Berg – oder sogar einer Bergkette:

    • Ein Berg voll Arbeit
    • Ein Berg voll Probleme
    • Ein Berg voll Alltagssorgen

    … es gibt so viele verschiedene Berge in unserem Leben.

    Das war auf der Pilgerreise nach Jerusalem nicht anders. Da mussten Durststrecken durchquert werden, es lauerten Gefahren, es gab Absturzmöglichkeiten oder gar Räuber. Man kann sogar sagen, dass man "auf der Strecke bleiben" konnte.

    Aber unser Psalmist macht etwas ganz Erstaunliches: Ja, er sieht den Berg, aber er hebt seine Augen auf zu den Bergen. Hinauf zu Gott! Nach seinem mühevollen Weg – zu IHM hinauf.

    Seine Gedanken bleiben nicht stehen bei seinen Schwierigkeiten und Sorgen. Auch verlässt er sich nicht auf irdische Hilfsquellen und gibt sich nicht falschen Hoffnungen hin. Im Glauben blickt er aufwärts zum Herrn.

    • Hebe ich aktiv meine Augen auf "zu den Bergen", zu Gott?
    • Was hindert mich daran?
    • Will ich vielleicht nicht loslassen?
    • Bin ich so von meinem Berg erschüttert?
    • Bin ich zu bequem geworden – bloß nicht die Komfortzone verlassen?
  2. Meine Hilfe!

    "Woher kommt mir Hilfe?" – Was muss unser Psalmist getragen haben, um diesen Ausspruch – diese Frage – über die Lippen zu bekommen?

    Er schaute hinweg über die Verleumder, die ihn so quälten. Er schaute auf zu dem Herrn, der von seiner erhabenen Höhe alles sah und bereit war, seinem so übel behandelten Knecht Hilfe herab zu senden.

    Was muß sich bei mir ereignen, damit ich frage: Woher kommt mir Hilfe?

    Wenn ich das erkenne, dann trete ich heraus aus meiner Einsamkeit – meinem Selber-machen-wollen und meinem "Ich-schaffe-das-schon". Und ich begreife meine eigene Schwachheit. Ich kapituliere.

    Erst jetzt bin ich fest entschlossen, voll Hoffnung und Erwartung, voll Verlangen und Vertrauen zu Gott hinauf zu blicken und zu fragen: Woher kommt mir Hilfe?

  3. Mein Helfer

    "Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat." – Unser Psalmist weiß ganz genau, von wem er Hilfe zu erwarten hat. Er weiß, dass Gott, sein HERR, der einzige ist, von dem er wahre Hilfe erfahren kann.

    Meine Hilfe im Sinne von ganzheitlich, allumfassend, mein ganzes Sein, mein Hier und Jetzt und meine Ewigkeit.

    Wenig hilft da nicht! Was wir brauchen, ist eine mächtige, wirksame, dauernde Hilfe, eine Hilfe, die sich in Nöten erprobt und nie versagt.

    Und wisst ihr, was mich da tröstet? Gott können wir immer um Hilfe bitten:

    • Wir können Hilfe bei Jesus suchen.
    • Wir finden Hilfen für den Glauben.
    • Wir können Gott als Helfer erfahren.

    Unser Psalmist weiß um Gott den Schöpfer, "der Himmel und Erde gemacht hat": Gott, der alles erschaffen hat, ist jeder Not, jeder Anforderung gewachsen. Himmel und Erde stehen ihm zur Verfügung. Der Schöpfer des Universums – er kennt keine Schranken.

    Ich muss über Himmel und Erde hinweg aufblicken zu dem, der sie beide gemacht hat. Denn es wäre eitel und ich wäre ein Narr, auf die vergängliche Kreatur zu trauen. Es ist einzig vernünftig, auf den Schöpfer meine Hoffnung zu setzen.

    Gott der mich liebt, der mich sieht und will. ER hat mich geschaffen, ER will mich erhalten und ER will mich erlösen.

    • Ich will dem Herrn vertrauen, nicht mir selbst und meinem Können und Wissen und Wollen.
    • Ich will mich von IHM abhängig machen und nicht von Menschen und ihren Versprechungen.
    • Ich will auf Gott ausgerichtet bleiben, nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit trachten.