predigt-2019-09-15

Predigt: Mein Glaube – Meine Gemeinschaft (Krasse Zeiten. Starker Glaube – Teil 4)

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Datum: 15.09.19
Bibelstelle: 1. Korinther 12,12-13.24.27
Redner: Hans-Peter Dinter

Zusammenfassung:

Vor der Besichtigung der Kirche erläutert eine Mutter ihrem vierjährigen Sohn Sinn und Nutzen des Bauwerks. Im Inneren sieht er sich staunend und interessiert um. Plötzlich flüstert er vernehmlich: "Mama, wer wohnt hier noch mal?"

Das ist tatsächlich eine spannende Frage:

  • Wer wohnt eigentlich in unseren Kirchen und Gemeindehäusern?
  • Was sind das für Menschen, die sich hier – oft mehrmals in der Woche – versammeln?
  • Was ist das Geheimnis einer weltweiten Gemeinschaft, die seit über 2000 Jahre Gottesdienst feiert, in dem sie ihren Gott anbetet und sich gegenseitig im Glauben ermutigt?
  • Was hat es mit der Gemeinde Jesu Christi auf sich?

Wenn wir aus dem Neuen Testament alle Texte herausstreichen würden, die sich mit Gemeinde beschäftigen, dann bliebe nur noch sehr wenig übrig. Hier eine Auswahl aus diesem riesigen Fundus:

  1. Was (oder: wer) hält uns zusammen?

    Was hält uns zusammen als FeG Aschaffenburg? Halten wir zusammen? Oder halten wir uns noch gerade eben aus?

    Immer wieder erleben wir Gemeinde in einem Spannungsfeld von Lust und Frust, von Zusammenhalt und Auseinandersetzung. In diesem Spannungsfeld bewegte sich die Kirche Jesu von Beginn an. Fliehkräfte, die Gemeinde Jesu auseinanderdriften lassen, zeigen sich von Anfang an. Schon in der vielfach idealisierten Urgemeinde gab es handfeste Auseinandersetzungen.

    Was hält uns zusammen?

    • Gott selbst, hat die verschiedenen Teile des Körpers zusammengefügt … (1. Korinther 12,12-13.24.27)
    • Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden. (Apostelgeschichte 2,47)

    Das Schlüsselwort im Blick auf Gemeinde lautet: "zusammengefügt". Jesus selbst fügt Gemeinde zusammen und verleiht ihnen seinen Geist. Diejenigen, die sich von ihm rufen lassen, werden zusammengestellt. Unter dem Kreuz verbinden sich die unterschiedlichsten Typen und Charaktere zu einer neuen Familie.

  2. Wozu sind wir zusammen?

    Immer wieder hat es Christen, die Gemeinde als eine Art Selbstbedienungsladen zur eigenen inneren Auferbauung verstehen.

    Die Sicht des Apostels Paulus ist eine andere: … ihr seid der Leib Christi, und jeder Einzelne von euch ist ein Teil dieses Leibes. (1. Korinther 12,27)

    Ihr seid der Leib Christi – das bedeutet eben auch: durch euch Christen soll und wird Christus verleiblicht werden. An eurem Miteinander soll Gottes Art sichtbar werden.

    Wenn Menschen unsere Gottesdienste besuchen, dann sollen sie es mit dem lebendigen Gott zu tun bekommen. Gemeinde ist ein Ort, an dem liebevolle Menschen den liebenden Gott repräsentieren.

  3. Worin liegt unsere Chance?

    Wäre es nicht besser, angesichts der Spannungsfelder verschiedene "Richtungsgemeinden" zu gründen: Eine Gemeinde für die Jugend, eine für die Alten. Eine Gemeinde für die Akademiker, eine Gemeinde für Arbeiter …

    Das Bild von der Gemeinde als Leib Christi spricht eine andere Sprache. Je unterschiedlicher die einzelnen Körperteile, desto größer die Funktionsvielfalt des Ganzen.

    Jedes Gemeindeglied, das zu einer Gemeinde stößt und sich dort mit seinen Gaben einbringt, verstärkt die Wirkungsmöglichkeiten der Gemeinde. In der oft anstrengenden Unterschiedlichkeit der einzelnen Gemeindeglieder liegt die große Chance gegenseitiger Fürsorge und Ergänzung.

    Wenn wir uns trotz gegenseitiger Verletzungen nicht voneinander abwenden, dann zeigt sich, inwieweit die Liebe des Christus in unserem Herzen Raum gewonnen hat (1. Korinther 13).