predigt-2019-09-01

Predigt: Gerechtigkeit

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Datum: 01.09.19
Bibelstelle: Lukas 18,10-14
Redner: Klaus Fischer

Zusammenfassung:

Ist es immer "gerecht", wenn jeder das Gleiche bekommt? Ist es gerecht, wenn jeder die gleichen Steuren zahlen würde? Dies würde der "sozialen Gerechtigkeit" widersprechen …

Was "gerecht" ist, wird in Gesetzen geregelt. Dieses Gesetz gilt immer, auch wenn ich es nicht kenne, nicht gut finde, nicht will. Dummheit schützt vor Strafe nicht! Dabei ist wichtig: Das Gesetz steht über ALLEN, denn nur so kann es schützen.

Aufgabe des Gesetzes ist es, das Zusammenleben der Menschen zu regeln: Richtiges Handeln belohnen, fördern – falsches Handeln bestrafen, abstellen.

Das "Gesetz" in der Bibel hat zusätzlich die Aufgabe, den Menschen auf Gott auszurichten.

Gott hat dem Menschen also ein Gesetz gegeben. Gerechtigkeit ist messbar. Das Gesetz gilt immer und für ALLE.

Am Ende wird Gott auch über jeden Recht sprechen. Die Aktenlage ist lückenlos, alles ist dokumentiert. Ein Rechtsanwalt ist sinnlos, alles ist wahr und bestätigt, es gibt keinen Zweifel, keine Ausreden, keine Lücke im Gesetz.

Das Urteil steht fest: Schuldig.

Der postmoderne Mensch ignoriert diese antiquierte Vorstellung. Aber Wegschauen und Ignorieren hat keinerlei Einfluss auf die Tatsache, dass das Gesetz aber doch gilt: Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen, und du sollst davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt und wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst. (5. Mose 6,6.7)

Aber das gilt ja nicht für mich heute? Das war damals, das war für die Juden?

Der Bußgeldkatalog:

  • Wenn ich zum Gerechten sage, dass er leben wird, und er sich auf seine Gerechtigkeit verlässt und anfängt zu sündigen, dann werden ihm all seine gerechten Taten nicht mehr angerechnet, sondern er wird wegen seiner Sünden sterben, die er begangen hat. (Hesekiel 33,13)
  • Und wer alle Gesetze bis auf ein einziges befolgt, ist genauso schuldig wie einer, der alle Gesetze Gottes gebrochen hat. (Jakobus 2,10)

Jesus beschreibt das so: Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die Übrigen der Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe. Der Zöllner aber stand weitab und wollte sogar die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, im Gegensatz zu jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. (Lukas 18,10-14)

Jesus erklärt den Pharisäer für falsch und ungerecht. Der demütige Sünder wird gerecht gemacht.

Das führt zum Aufruhr im Gemeindezentrum: Hochmut und Stolz? Weiter sein, besser sein, heiliger sein? Andere belehren, sie verurteilen, anklagen? – WIR NICHT?

Auch wir können zu "Pharisäern" werden. Das Richtige Tun und das Falsche lassen: Ja, bitte, immer mehr! Aber gerecht leben? Keine Chance!

Was ist unsere Motivation? Wo liegt mein Fokus?

  1. Ich = Streben nach Gerechtigkeit: Ich bin besser als der Andere. Ich bin heute gerechter als gestern.
  2. Du = Dem Anderen dienen: Ich diene und habe den Blick auf den Vorteil des Anderen gerichtet, weil es eben NICHT um mich geht. Ich kümmere mich nicht um MICH, sondern um den Nächsten. Andere – und vor allem Jesus – sorgen für mich und meine Gerechtigkeit.

Unser Status:

  • Keiner ist gerecht – nicht ein Einziger. (Römer 3,10)
  • Denn niemand wird in Gottes Augen gerecht gesprochen, indem er versucht, das Gesetz zu halten. Im Gegenteil, je besser wir Gottes Gesetz kennen, desto deutlicher erkennen wir, dass wir schuldig sind. (Römer 3,20)
  • Denn alle Menschen haben gesündigt und das Leben in der Herrlichkeit Gottes verloren. (Römer 3,23)

Wir sind also alle Patienten, keiner ist Arzt außer Jesus. Keiner ist gerecht, alle werden verurteilt. Keiner ist besser als der Andere.

Wie verlassen wir nun die Todeszelle als freier Mensch? "Gerecht sein" geht nur über eine Begnadigung mit komplettem Freispruch: Doch Gott erklärt uns aus Gnade für gerecht. Es ist sein Geschenk an uns durch Jesus Christus, der uns von unserer Schuld befreit hat. Denn Gott sandte Jesus, damit er die Strafe für unsere Sünden auf sich nimmt und unsere Schuld gesühnt wird. Wir sind gerecht vor Gott, wenn wir glauben, dass Jesus sein Blut für uns vergossen und sein Leben für uns geopfert hat. (Römer 3,24.25)

Fertig. Das und nichts sonst. Alles andere ist bedeutungslos: Wer an Jesus glaubt, wird nicht verurteilt. Wer aber nicht an ihn glaubt, ist schon verurteilt, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat. (Johannes 3,18)

Es ist gut, dass ich so zu Jesus kommen kann, wie ich bin. In ihm darf ich sagen: Ich bin gerecht!