predigt-2019-05-26

Predigt: Die Liebe trägt das Böse nicht nach

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Datum: 26.05.19
Bibelstelle: 1. Korinther 13,5
Redner: Bernhard Hoyer

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Zusammenfassung:

Irgendwie führen wir innerlich eine Punkteliste oder Strichliste, in der wir uns das merken, was uns Böses angetan wurde. Wir schaffen damit Distanz und Trennung.

"Die Liebe trägt das Böse nicht nach." (1. Korinther 13,5)

Diese Liebe zählt also keine Negativ-Punkte, führt keine Strichliste. Aber Angst und vielleicht auch Scham tun es, genauso wie Sorge und Zorn.

In der Bibel wird die Geschichte von Josef erzählt. Josef hätte allen Grund und jedes Recht gehabt, das Böse zuzurechnen oder nachzutragen, eine Punkte- oder Strichliste zu führen: Seine Brüder verkauften ihn an einen Sklavenhändler, als er 17 Jahre alt war. Er wurde nach Ägypten verschleppt und saß dort zeitweise unschuldig im Gefängnis.

Als Josef seinen Brüdern nach 22 Jahren wieder begegnet, entscheidet er sich für die Liebe: Aber Josef erwiderte: Habt keine Angst! Ich maße mir doch nicht an, euch an Gottes Stelle zu richten! Ihr wolltet mir Böses tun, aber Gott hat Gutes daraus entstehen lassen. Durch meine hohe Stellung konnte ich vielen Menschen das Leben retten. (1. Mose 50,19-20)

Es wäre gut und hilfreich, wenn wir Menschen sind, die aufhören, Negatives nachzutragen. Josef zeigt uns, wie es geht:

  • Liebe

    Josef verleiht er der Liebe die höchste Priorität. Wenn wir aufhören wollen, Negatives nachzutragen, muss die Liebe an erster Stelle stehen. Zu seinen Brüdern sagte er: Habt keine Angst, auch nicht in dieser Situation.

    Menschen, die das Böse nachtragen, lassen andere zittern. Sie verbreiten Angst, sie handeln aus Angst, sie sorgen dafür, dass andere sich schämen, und sie manipulieren andere.

    Aber wenn wir der Liebe die oberste Priorität geben, rechnen wir das Böse nicht zu. Andere in unserem Umfeld müssen sich nicht fürchten.

  • Dankbarkeit

    Josef weiß: Gott hat mich hierher geschickt. Gott hat mir Einfluss, Macht und Möglichkeiten gegeben.

    Bin ich nicht genau da, wo Gott mich gestellt hat? Ist er nicht bei mir und für mich? Dankbare Menschen tragen Böses nicht nach.

  • Gnade

    Wer aufhören will, Böses zuzurechnen, muss erkennen, welche Kraft die Gnade hat.

    Josef wusste, dass seine Brüder ihm schaden wollten, und doch erkannte er die Kraft der Gnade und das, was Gott in ihm und durch ihn getan hatte.

  • Versöhnung

    Gott will durch uns andere Menschen retten und heilen. Wir sollen sie nicht zu unseren Gegenspielern machen, sondern Versöhnung bringen.

    Die Bibel zeigt uns einen Gott, der die Liebe ist: Er sandte seinen Sohn mit der puren Absicht, Menschen zu retten, zu erlösen, heil und neu zu machen. Das Böse hat nicht das letzte Wort.

    Es ist, als habe Gott mit dem Kreuz beschlossen: Das Punkte-Zählen schaffe ich für immer ab. Und wenn Gott das abgeschafft hat, sollten wir das auch tun.

    Wenn Gott uns unsere Sünden nicht mehr vorhält, weil sein Sohn sein Leben für uns gegeben hat, dürfen auch wir in unseren Beziehungen keine solche Liste mehr führen.