predigt_2018-01-28

Predigt: Gottesdienst im Blick (1)

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Datum: 28.01.18
Bibelstelle: Matthäus 18,19-20
Redner: Hans-Peter Dinter

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Zusammenfassung:

Lohnt sich der Aufwand, am Sonntagmorgen in einen Gottesdienst zu gehen? Warum sollte ich einen Gottesdienst besuchen?

  1. Gott ist gegenwärtig

    Gott ist überall gegenwärtig in unserer Welt, er hat sich nicht zurückgezogen:

    Tatsächlich (ihr liegt richtig), Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben wir. In ihm bewegen wir uns. In ihm sind wir. (Apostelgeschichte 18,27-28)

    Und doch gibt es Orte, an denen Gott besonders nahe ist. Im Gemeindegottesdienst ist diese Nähe Gottes besonders spürbar. Diejenigen, die sich im Namen Gottes versammeln, haben die Zusage:

    Wenn zwei von euch hier auf der Erde meinen Vater um etwas bitten wollen und darin übereinstimmen, dann wird er es ihnen geben. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, bin ich in ihrer Mitte. (Matthäus 18,19-20)

    Gott lebt nicht davon, dass wir ihm dienen. Sondern wir leben davon, dass Gott uns dient. Wer nicht am Gottesdienst teilnimmt, der bringt sich selber um Gottes Dienst.

  2. Dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen

    Die Bibel unterscheidet zwischen der unsichtbaren und sichtbaren Welt. Gott öffnet uns im Gottesdienst einen Spalt in die unsichtbare Welt:

    Gewaltig ertönte ihre (der Engel) Stimme: "Allein dem Lamm, das geopfert wurde, gehören alle Macht und aller Reichtum. Christus allein gehören Weisheit und Kraft, Ehre, Herrlichkeit und Anbetung!" Dann hörte ich, wie auch alle anderen Geschöpfe in diesen Lobgesang einstimmten. Alle, die im Himmel und auf der Erde leben, die Toten unter der Erde wie die Geschöpfe des Meeres, sie alle sangen: "Lob und Ehre, alle Herrlichkeit und Macht gehören dem, der auf dem Thron des Siegers sitzt, und dem Lamm für immer und ewig!" (Offenbarung 5,12-13)

    In unserem Gottesdienst verbinden wir uns mit dem Gottesdienst in der ewigen Welt Gottes, es berühren sich Zeit und Ewigkeit. Wir mischen uns gleichsam unter die "himmlischen Heerscharen", wir treten mit ihnen vor den Thron Gottes. Und dort verwandelt sich unser Leben. Göttliches Heil ist immer etwas, das ansteckt und das sich ausbreitet – in uns und durch uns.

    Der Gottesdienst, in dem sich die himmlische mit der irdischen Welt verbindet, trägt den Charakter einer Feier. Dabei geht es festlich, herzlich und fröhlich zu:

    Die Jünger des Johannes und die Pharisäer fasteten regelmäßig. Deshalb kamen einige von ihnen zu Jesus und fragten: "Die Jünger des Johannes und alle Pharisäer fasten. Warum fasten deine Jünger nicht?" Jesus antwortete ihnen: "Sollen die Hochzeitsgäste etwa fasten, wenn sie an der Festtafel sitzen? Sie denken nicht daran!" (Markus 2,18-19)

    Der Gottesdienst trägt allerdings nicht den Charakter einer Faschingsfeier. Es geht nicht um eine oberflächliche Fröhlichkeit. Der Grund der Freude liegt vielmehr darin, dass wir zurückfinden durften zu unserem Vater im Himmel:

    Lasst uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. (Lukas 15, 23-24)

Wenn Gottes Gegenwart uns berührt, dann macht das etwas mit uns. Im Gottesdienst will Gott in uns eine dreifache Liebe entzünden: Liebe zu Gott, zu unseren Mitchristen und zu denen, die Gott nicht kennen.