predigt_2017-12-17

Predigt: Bist du’s? Christusnachfolge zwischen Anfrage und Gewissheit

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Datum: 17.12.17
Bibelstelle: Matthäus 11,1-6
Redner: Hans-Peter Dinter

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Zusammenfassung:
  1. ER ist’s!

    Johannes der Täufer ist der Adventsbotschafter schlechthin. Er weiß um seine eigene Bedeutung und seinen besonderen Auftrag.

    Gleichzeitig hat er tiefe Christuserkenntnis: Er hat verstanden, dass sich in Jesus die Adventsverheißungen erfüllen. Er ist sich gewiss: ER ist’s! Er ist fest davon überzeugt, dass der kommende Messias Gerechtigkeit und Recht durchsetzen wird.

  2. Bist du’s?

    Johannes der Täufer wird ins Gefängnis geworfen. Was haben die Zusagen Gottes für einen Wert, wenn er sie im Ernstfall nicht einlöst?

    Von Tag zu Tag mehr gerät sein bisheriges Glaubensgebäude ins Wanken. Der Eindruck, einem Gott zu dienen, der wortbrüchig geworden ist, führt Johannes in die Verzweiflung.

    Ich vermute, dass viele unter uns genau diese bohrenden Fragen kennen:

    • Wir lesen: "Ich, der Herr, bin euer Arzt!" (2. Mose 15,26) – Aber wir erleben Heilungswunder nur hier und da.
    • Wir lesen: "Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht." (Psalm 121,3) – Und trotzdem können wir mächtig auf die Nase fallen.
  3. Was tun? Hilfen zum inneren Frieden:

    • Zweifel und Fragen zulassen.

      Unterdrückte Fragen sind nicht geklärt. Johannes der Täufer hält mit seinen bohrenden Fragen nicht hinter dem Berg. Er gesteht sie sich und er gesteht sie auch seinen Jüngern.

      Es ist ein Segen, wenn wir Menschen haben, mit denen wir unsere Gewissheiten, aber auch unsere Fragen teilen können, ohne befürchten zu müssen, beurteilt oder gar verurteilt zu werden.

    • Glaubensnöte und Fragen an IHN selbst richten.

      Es gibt keinen Grund, geistliche Nöte aus unseren Gebeten herauszulassen. Die heilige Schrift selbst lädt uns ein, vor dem lebendigen Gott auszupacken: "Vertraut auf ihn zu jeder Zeit … Schüttet ihm euer Herz aus! Gott ist unsere Zuflucht!" (Psalm 62,9)

    • Zweifel und Fragen nicht füttern.

      "Man könnte sich den ganzen Tag ärgern. Verpflichtet aber ist man nicht dazu!", lautet eine weise Erkenntnis.

      Wir müssen uns nicht dauernd mit unseren offenen Fragen beschäftigen. Es hat etwas mit der Gottheit Gottes zu tun, dass wir IHN, SEINE Wege und SEINE Führung in unserem Leben oft nicht verstehen.

      Ob es uns gefällt oder nicht: Solange wir als auf dieser Erde leben, bleiben Fragen offen. Wir haben die Wahl: Wir können uns den ganzen Tag an offenen Fragen aufreiben – oder wir entscheiden uns, Gott zu vertrauen – obwohl wir vieles nicht verstehen?

      Wir können IHM nachfolgen, auch wenn nicht alle unsere Fragen geklärt sind.

    • Mit dem Frieden Gottes rechnen.

      Wir dürfen damit rechnen und darum beten, dass alle unsere bohrenden Fragen im Frieden Gottes ein "Zuhause finden".

      Es geht nicht darum, Fragen zu ignorieren. Sondern es geht darum, dass sie eingebettet werden in den Frieden Gottes. Damit sind wir am Ende aller menschlichen Logik.

      Der Friede Gottes ist kein Friede, den wir "machen" können. Es ist der Friede, den allein der Heilige Geist schaffen kann: "… und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus."
      (Philipper 4,7)