predigt_2017-11-19

Predigt: Kinderüberraschung

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Datum: 19.11.17
Bibelstelle: Markus 10,13-16
Redner: Hans-Peter Dinter

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Zusammenfassung:

Was fällt uns ein, wenn wir an Begriffe wie "Kind" oder "Kindheit" denken? Die einen werden sehr dankbar und wehmütig zurückblicken. Andere werden froh sein, dass die Kindheit vorbei ist.

Was sind Kinder?

Was wir über Kinder denken, hat auch entscheidend damit zu tun, ob das Kind, um das es sich dreht, das eigene oder ein fremdes Kind ist.

Kinder sind aus der Sichtweise der Bibel nicht die schnuckeligen Braven, die Sonnenscheinchen, die unschuldigen Engelchen.

Kinder waren zur Zeit der Antike unfertige Menschen. Sie waren im Judentum zwar Gabe "Gottes" (Psalm 127,3) aber hatten in der Welt der Erwachsenen wenig zu schaffen.

Eben diese "wirklichen" und keine idealisierten Kinder werden nun zu Jesus geführt.

Für die Eltern war Jesus vor allem ein jüdischer Rabbi. Von einem jüdischen Rabbi durfte man erwarten, dass er die Kinder segnete und ihnen gründlich ins Gewissen redete.

Die Jünger aber wollten sie wegschicken.

Die Jünger hatten grundsätzlich nichts gegen Kinder. Aber die Jünger hatten Großes mit Jesus vor, und da konnten sie seinen Terminkalender nicht mit Kindersegnungen belegen.

Aber sie sollen sich in ihrer Haltung und mit ihrem Verhalten gründlich irren. Es kommt zu einer echten Kinder-Überraschung:

  • Kinder-Überraschung – 1. Teil

    Jesus, der Gesalbte Gottes, der kurze Zeit später am Kreuz die Schuld einer "verlorenen" Welt sühnen wird, entzieht sich der Bitte der Eltern nicht.

    Leidenschaftlich weist er die Jünger in ihre Grenzen (Vers 14): "Als Jesus das merkte, wurde er zornig." – Immer dann, wenn Menschen anderen den Weg zu einer Gottesbeziehung verstellen, wird Jesus laut.

    Die Art und Weise, wie Jesus sich den Kindern zuwendet, unterscheidet sich deutlich von der der Rabbinen (Vers 16): "Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie."

    Die Rabbinen übten ihr Amt aus. Sie schoben Dienst nach Vorschrift. Sie ließen sich herab, den Segen Gottes über ein Kind auszusprechen.

    Ganz anders Jesus. Jesus überrascht die Kinder, er überrascht die Eltern und am allermeisten seine Jünger mit seiner Herzlichkeit. Jesus nimmt die Kinder auf den Arm.

    Jesus lässt sein Herz sprechen. Bei Jesus erleben die Kinder Geborgenheit, sie begegnen der Liebe Gottes in Person. Jesus hat ein Herz für Kinder – bei ihm sind Kinder in guten Händen.

    Aus diesem Grund ist die Hauptaufgabe christlicher Erziehung diejenige, Kindern Gelegenheiten zu schaffen, bei denen sie Jesus begegnen können. Wir können den Glauben nicht machen oder gar erzwingen – aber wir können für unsere Kinder beten und Berührungspunkte anbieten.

  • Kinder-Überraschung – 2. Teil

    Im zweiten Teil des Textes geht es um die Jünger, um die Erwachsenen (Vers 15): "Habt ihr denn immer noch nicht begriffen: Wer nicht wie ein kleines Kind voller Vertrauen zu Gott kommt, dem bleibt das Reich Gottes verschlossen."

    Wie oder mit welcher inneren Einstellung finden Menschen Zugang zu Gott? Was sind die Voraussetzungen?

    Die Antwort Jesu lautet: "Werdet wie die Kinder". Diese Antwort stellt alle menschliche Logik auf den Kopf. Jeder Gedanke an eine Qualifikation durch irgendeine Form von Leistung, wird mit vier Worten durchkreuzt: "Werdet wie die Kinder".

    Die Zugehörigkeit zu Gott wird nicht verliehen wie ein Bundesverdienstkreuz, als göttliche Anerkennung unserer Leistungen. Neues Leben, Zugehörigkeit zu Gott selbst gibt es für die Habenichtse, die ihre Hände nach Gott ausstrecken und alles ihm erwarten.

    Was ist das entscheidende Merkmal der Kindschaft? – Kinder leben auf Kosten ihrer Eltern – das macht ihre Kindschaft aus. Sie sind im hohen Maße abhängig von ihren Eltern.

    Wie also können wir Gemeinschaft mit Gott erleben? Wie werden wir zu Bürgern des Reiches Gottes? Wer ist bei Gott willkommen?

    • Diejenigen sind eingeladen, die auf seine Kosten leben wollen.
    • Glauben heißt, auf Gottes Kosten leben.
    • Glauben heißt, das Glück unseres Lebens in Seine zu Hand legen und von ihm erwarten.
    • Glauben heißt, sich Jesus Christus anzuvertrauen und das Heil ganz allein von ihm zu erwarten.