predigt_2017-09-24

Predigt: Christliche Spiritualität im Blick

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Datum: 24.09.17
Bibelstelle: Markus 2,18-22
Redner: Hans-Peter Dinter

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Zusammenfassung:

Was sind die Ausdrucksformen christlichen Glaubens? Wie zeigt sich, was drinnen ist? Zeigt sich überhaupt noch etwas?

  1. Christliche Spiritualität als kritische Infragestellung

    Das Verhalten Jesu und seiner Anhänger stellt bewusst infrage – und ihnen werden Fragen gestellt. Das Verhalten Jesu ist auffällig, die Jünger fallen auf – und wir?

    • Wenn sich der Lebensstil der Christen nicht mehr von dem ihrer Mitmenschen unterscheidet, wonach sollten sie denn fragen?
    • Wenn unsere Spiritualität nicht mehr fragwürdig ist – wer käme dann auf die Idee, sich mit unserem Glauben auseinander zu setzen?

    Wenn wir im Strom gesellschaftlicher Normen mitschwimmen, dann werden wir vermutlich kritischen Infragestellungen aus dem Weg gehen.

  2. Christliche Spiritualität unter neuem Vorzeichen

    "Und Jesus sprach zu ihnen: Wie können die Hochzeitsgäste fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist?" (Markus 2,19)

    Das Evangelium, die frohe Botschaft des Textes lautet: Der Bräutigam ist da. Das Reich Gottes hat begonnen.

    Ab sofort steht jegliche christliche Spiritualität, jegliche Frömmigkeitsform und dem Vorzeichen des Habens. Niemand muss mehr krampfhaft versuchen, Gott durch Frömmigkeitsübungen gnädig zu stimmen.

    Jesus ist gekommen und hat mit seinem Sterben an Kreuz unser Defizit in Haben verwandelt. Christliche Spiritualität ist demnach eine Habenspiritualität.

    Jegliche Frömmigkeitsformen, die dazu dienen sollen, Gott gnädig zu stimmen, bei IHM zu punkten und ihn gefügig zu machen, haben mit echter christlicher Spiritualität nichts zu schaffen.

  3. Christliche Spiritualität als Ausdrucksform eines neuen Zeitalters

    Altes und Neues lassen sich nicht miteinander verbinden. Der christliche Glaube ist keine jüdische Erneuerungsbewegung.

    Das Christentum ist tief verwurzelt im Judentum und dennoch beginnt mit Jesus Christus ein völlig neues heilsgeschichtliches Zeitalter.

    Entweder wir leben unter den Forderungen des Gesetzes im Minus oder als von Christus Erlöste im Plus. Eine Mischfinanzierung in Heilsfragen ist unmöglich.

    Christliche Frömmigkeit/Spiritualität ist Spiritualität unter der Gnade. Sie zielt nicht auf ein zukünftiges Heil. Sie ist keine "Damit-Spiritualität" – "damit Gott mir gnädig ist" -, sondern eine "Weil-Spiritualität": Weil wir durch Jesus Christus erlöst sind, wollen wir als dankbar Erlöste unseren Glauben leben.