predigt_2017-04-16

Predigt: Frohe Ostern

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Datum: 16.04.17
Bibelstelle: 1. Korinther 15,19-23
Redner: Hans-Peter Dinter

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Ostern – die dunklen, düstern und kalten Tage sind vorbei, da hoffen wir auf schönes Wetter, gutes Essen und viele bunte Ostereier.

"Frohe Ostern" ist es aber nicht, weil der Frühling eingeläutet wird, sondern weil die Osterglocken die Auferstehung Jesu verkündigen.

Entgegen allen bisherigen Erfahrungen der Menschheitsgeschichte, gegen alle Hoffnungslosigkeit und Skepsis der Jünger damals – es gilt: Das Grab ist leer! Seit Ostern tauchte Jesus immer wieder auf:

  • Völlig unvermittelt zeigte er sich Maria von Magdala.
  • Später erscheint er den Jüngern in Jerusalem.
  • Paulus spricht von mehr als 500 Männern, die die Auferstehung bezeugen konnten.

Unvorstellbar: Der Gekreuzigte – der von seinen Freunden und von seinen Feinden Totgeglaubte – lebt! Die Stricke des Todes haben IHN nicht halten können.

Dabei ist Ostern keine geheime Verschlusssache, keine Privatangelegenheit, die sich zwischen Jesus und seinem Vater allein abgespielt hat.

Ostern hat eine völlig neue, eine universale Dimension. Ostern ist es nicht allein für Jesus geworden – sondern für eine ganze, dem Tod verfallene Welt. Ostern ist es für dich und mich geworden!

In zwei sich ergänzenden Bildern erklären uns die Briefe des Neuen Testamentes, die herausragende Bedeutung des Ostergeschehens:

  1. ER Christus, der "Erstling" – es geht los!

    Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. (1. Korinther 15,20)

    Der Begriff "Erstling" spielt in unserem Sprachgebrauch kaum eine Rolle. Der "Erstling" bezeichnet Alten Bund (3. Mose 23,10) die erste Garbe der Ernte. Die Darbringung des Erstlingsopfers im Heiligtum hatte eine doppelte Bedeutung:

    • Die Erstlingsgabe ist ein Zeichen, dass die ganze Ernte im Grunde genommen Gott gehört. ER ist der HERR der Ernte!
    • Die Erstlingsgabe ist ein Zeichen, ein Startsignal für den allgemeinen Erntebeginn. Jetzt geht es los. Jetzt wird die ganze Ernte eingefahren!

    Die Auferstehung Jesu fällt nicht zufällig mit der Darbringung der Erstlinge zusammen.

    Jesus ist im Blick auf die Auferstehung von den Toten der "Erstling". So wie die Erstlingsgabe die Erntezeit einläutet, so läutet die Auferstehung Jesu die Auferstehung der Toten ein.

    Nicht nur Jesus ist Nutznießer der Auferstehung, er ist nicht "der Erste, der uns alle abgehängt hat", er ist der "Erstling", dem diejenigen, die zu ihm gehören, folgen werden.

    Jesus ist nicht nur auferstanden. ER ist Auferstehung in Person.

    Bei Jesus werden wir nicht aufgerufen, etwas abzuholen, sondern zu ihm zu kommen. ER, der "Erstling", ist der Garant für das Leben, das über den Tod hinausreicht.

  2. ER Christus der "Erstgeborene" – der Durchbruch zum Leben!

    Und er (Christus) ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem den Vorrang habe … (Kolosser 1,18)

    Der "Erstgeborene", so kennen wir das aus dem Mittelalter, erbte den Hof, die Burg oder was immer es auch an Landbesitz zu vererben gab. Der Erstgeborene hatte entscheidende Vorteile.

    Was meint Paulus, wenn er Jesus als "den Erstgeborenen aus den Toten" bezeichnet? Christus hat das Erbe angetreten – und jetzt müssen wir uns um die Krümel streiten?

    Nein, der Erstgeborene ist zwar der, der zuerst das Licht der Welt erblickt hat. Aber er ist beileibe nicht der Einzige.

    Das ist Ostern: Alles ist in Ordnung – der Anfang ist gemacht, Christus ist durch, jetzt können die kommen, die zu ihm gehören. Der Erste ist geboren – und die Glaubenden, seine Brüder und Schwestern, werden ihm in Kürze folgen.

    Die frohe Botschaft, das Osterevangelium lautet: ER Christus ist der "Erstgeborene aus den Toten" – Wir dürfen uns an ihm festmachen im Leben und im Tod.

Bei und an Jesus, dem Erstgeborenen und dem Erstling, geht es zum Leben. Weil ER lebt, dürfen wir leben. Jetzt und in alle Ewigkeit!