predigt_2017-03-26

Predigt: Hören auf den Gott, der redet (Teil 3)

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Datum: 26.03.17
Bibelstelle: Matthäus 26,36-46
Redner: Hans-Peter Dinter

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Zusammenfassung:

In Stunden, manchmal nur in Minuten oder im Extremfall in Augenblicken werden Weichen gestellt für ein ganzes Leben:

  • Wer in einer unübersichtlichen Kurve die Entscheidung fällt zu überholen, läuft Gefahr, den Rest seines Lebens im Rollstuhl zu verbringen.
  • Wer sich irgendwann in seinem Leben einmal dafür entschieden hat, Jesus Christus nachzufolgen, der kann davon ausgehen, dass diese Entscheidung Konsequenzen nach sich zieht, die in die Ewigkeit hineinreichen.

Jesus hatte damals die Wahl zwischen einem langen, luxuriösen Leben und einem kurzen Leben als heimatloser Wanderprediger. Der Weg zu Macht und Ruhm stand ihm weit offen (nachzulesen in Matthäus 4). Aber Jesus entscheidet sich für den Passionsweg.

Mit dem Bericht über die Geschehnisse im Garten Gethsemane gibt uns Matthäus einen Einblick in eine "Stunde der Entscheidung" im Leben des Jesus von Nazareth:

  • Die himmlische Welt hält den Atem an.
  • Das Schicksal der kompletten Menschheit steht auf dem Spiel.
  • Vor über 2000 Jahren in einem Ölbaumhain geht es, abseits der Weltöffentlichkeit, um alles oder nichts.
  • Es geht um die Entscheidung, ob das Versöhnungswerk Gottes in Jesus zu seinem Ziel kommen oder ob die Menschheit für immer unversöhnt bleiben würde.

Im Garten Gethsemane ringt Jesus, der Sohn Gottes, um den Willen Gottes. Und er ringt mit dem Tod. In dieser besonders schwierigen Situation, in diesem Kampf um Leben und Tod zieht es den Sohn zum Vater: "Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst." (Vers 39)

Die Vateranrede "Abba", "lieber Vater" zeigt die einmalige, besondere Vertrautheit, die zwischen Vater und Sohn besteht. Der Sohn legt sein Schicksal vertrauensvoll in die Hände seines Vaters. Jesus weiß, dass sein Vater es – trotz allem – gut mit ihm meint.

Als Ortskundiger hätte Jesus im Dunkel der Nacht auf Nimmerwiedersehen untertauchen können. "Gott sei Dank" entscheidet sich Jesus zum Gehorsam gegenüber seinem Vater und für das Heil der Menschheit: Um eine in ihrer Schuld gefangene Menschheit zu erlösen, brauchte es Gethsemane und Golgatha.

Hätte Gott nicht auch ohne das Sterben Jesu die Welt erlösen können? Gab es keinen anderen Weg zur Vergebung?

Das sind tatsächlich schwierige Fragen. Wir sind nicht die Geheimräte und auch nicht die Strafverteidiger Gottes. Die Bibel bezeugt uns: Gott hat diesen Weg gewählt und keinen anderen. Das Heil der Welt ist ohne den Passionsweg nicht zu haben! Hätte es einen anderen Weg gegeben: Gott wäre ihn gegangen.

In allem Zerbruch – auch den Brüchen unseres Lebens – verpackt der lebendige Gott, der Abba (der gute Vater), sein Heil.

Was ist Ihre Antwort auf schwierige Lebenssituationen? Reagieren Sie mit Flucht, Angststarre oder Angriff?

Die Jünger, die Kerntruppe, sozusagen das Urgestein der frühen Kirche, reagieren – eigentümlicher Weise – mit Müdigkeit. Kurze Zeit später werden die meisten die Flucht antreten – aber noch schlafen sie.

Jesus, der Hoffnungsträger, dem die Menschen bei seinem Einzug in Jerusalem in Sprechchören zugejubelt haben, ist "von Traurigkeit und Angst" überwältigt. Diese Traurigkeit scheint sich auf die Jünger zu übertragen. Die Jünger flüchten sich in den Schlaf, weil ihr Traum von einem messianischen Reich geplatzt ist.

Jetzt, ganz langsam scheinen die Jünger zu begreifen, dass der Weg Jesu am Kreuz endet. Wächst in ihnen gleichzeitig die Erkenntnis, dass sie selbst Teilhaber des Leidensweges Jesu sein werden?

"Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist ist willig, aber die menschliche Natur ist schwach." (Vers 41)

Als eine ins Leid der Welt verwobenen Gemeinde können wir nur dann bestehen, wenn wir uns auch im Blick auf das Gebetsleben am Vorbild unseres Herrn orientieren:

  • Im wachenden, anhaltenden Gebet bekommt der Glaubende – wie damals ihr Herr Jesus Christus – die Gewissheit, dass er nicht einer dunklen Schicksalsmacht ausgeliefert ist, sondern gehalten und getragen wird von der Hand eines guten Vaters.
  • Im wachenden, anhaltenden Gebet gerät der Betende in besonderer Weise ins Kraftfeld Gottes. In diesem Kraftfeld löst sich nicht jeder schwierige Weg auf – aber er wird gangbar: "Steht auf, und lasst uns gehen!" (Vers 46).