predigt_2017-03-12

Predigt: Hören auf den Gott, der redet (Teil 2)

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Datum: 12.03.17
Bibelstelle: 1. Könige 19,9-13
Redner: Hans-Peter Dinter

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Zusammenfassung:

Der Prophet Elia arbeitete unter einem Judentum, das Jahwe vergessen hatte und sich dem Baalskult, dem Glauben der ansässigen kanaanitischen Bevölkerung angeschlossen hatte.

Dabei verabschiedeten sich die Menschen nicht radikal von heute auf morgen von ihrem jüdischen Glauben. Viele Menschen lebten einen religiösen Entwurf, der beides miteinander vermischte. Am Samstag feierten sie den Sabbat und am Sonntag ließen sie sich von einem Baalspriester die Zukunft vorhersagen.

Damit ähnelt die damalige Religiosität in erstaunlicher Weise dem, was viele unserer Zeitgenossen heute leben. Immer mehr Menschen wenden sich bei Hochzeiten und Trauerfeiern an "Freie Redner" und "Zeremonienleiter" und basteln ihre Feier selbst. Dabei wird der Ablauf je nach Wunsch zusammengesetzt aus Anleihen aus dem Buddhismus, der Esoterik und dem Christentum.

Das Glaubensgebäude vieler Menschen lässt sich mit einem Cocktail vergleichen, der aus unterschiedlichen Zutaten zusammengesetzt wird.

In diesen religiösen Cocktail hinein predigte Elia den einzig wahren Gott. "Entscheidet euch!", ruft er den Leuten zu. "Macht klare Sache!" "Entweder – oder!"

Wer heute aufsteht wie Elia und die Leute zu einer klaren Entscheidung auffordert, wer sich zu Jesus Christus als "dem Weg und die Wahrheit" bekennt, der hat es ähnlich schwer. Bei Elia jedenfalls war, zum Zeitpunkt unseres Textes, die Luft raus. Elia ist psychisch, körperlich und geistlich am Ende.

Ganz behutsam begegnet Gott Elia. Zunächst ist Essen und Schlafen angesagt – und erst dann kümmert sich Gott um die Seele, um den geistlichen, inneren Menschen Elias. Elia braucht und bekommt eine neue Sendung.

"Und er kam dort in eine Höhle" (Vers 9). Niemand kommt rein zufällig in eine Höhle. Für eine Höhlenwanderung treffen wir gewöhnlich eine bewusste Entscheidung. Elia entscheidet sich bewusst für einen nächtlichen Höhlenaufenthalt.

Vielleicht gelingt es Ihnen, sich in dieses "Höhlensituation" ein wenig hinein zu versetzen: Einsamkeit, Stille, Dunkelheit – diese drei Begriffe gebündelt bedeuten für viele Zeitgenossen heute die Hölle.

In der Bibel hat wird eine Höhle oft als Zufluchtsort beschrieben. Für Elia wird die Höhle zum Ort der Gottesbegegnung.

Dort, wo wir die Hölle vermuten, öffnet sich einem Menschen der Himmel. In die Stille hinein offenbart sich Gott mit einer simplen Frage: "Was machst du hier, Elia?"

Es ist gut für uns, dass Gott nachfragt. Gott gibt Elia damit die Möglichkeit, die Last, die ihm auf der Seele liegt, auszusprechen.

"Zuletzt aber hörte Elia einen ganz leisen Hauch" (Vers 12). Der lebendige Gott lässt seine Kinder nicht in der Höhle der Resignation versauern. Er lockt sie heraus, stellt sie ins Licht und offenbart sich ihnen neu.

Dabei offenbart sich Gott nicht im Sturm, im Erdbeben oder im Feuer. Gott kommt auf leisen Sohlen, er kommt im "Klang der sanften Stille":

  • Wo sind Ihre Rückzugsorte?
  • Wann haben Sie Gott zuletzt eine Chance gegeben, in Ihr Leben hinein zu treten?
  • Sind Sie vielleicht so sehr unter Dampf, dass Sie Gottes Stimme schon lange nicht mehr wahrnehmen können?

Weil sich der lebendige Gott in der Regel nicht in Blitz, Donner und Erdbeben, sondern in der Stille offenbart, werden wir herausgefordert, unsere Geräuschpegel zu senken, damit wir seine Stimme hören können.