predigt_2017-02-19

Predigt: Hören auf den Gott, der redet (Teil 1)

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Datum: 19.02.17
Bibelstelle: 1. Samuel 3,1-11
Redner: Hans-Peter Dinter

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Zusammenfassung:

Die ganze Bibel ist ein Zeugnis eines redenden Gottes.

Der Schöpfergott, der Gott Israels und der Vater Jesus Christi, der Gott der Christen unterscheidet sich von allen anderen Gottheiten unter anderem durch seinen unbedingten Willen zur Kommunikation.

Völlig im Gegensatz zu den Göttern der Religionen muss Gott nicht beschworen werden. Es braucht keine besonderen Kraftanstrengungen, keine Opfer, keine bewusstseinsverändernden Rhythmen oder Kräuter, um Gott zum Reden zu bringen.

Wir haben es mit einem mitteilsamen Gott zu tun. Die Frage lautet also nicht: Redet Gott?

Die alles entscheidenden Fragen lauten:

  • Wie und wo redet Gott?
  • Kann ich ihn noch hören?
  • Bin ich in der Lage, seine Stimme wahrzunehmen im Gewirr der Stimmen, die auf mich einströmen?
  • Wie werde ich reagieren, wenn Gottes Reden mich überrascht?

Die Bibel berichtet uns davon, wie der junge Samuel vom Reden Gottes überrascht wird:

  1. Damals waren Botschaften vom Herrn selten und Visionen kamen nicht häufig vor.

    Der alternde Priester Elia hatte nicht mehr die Kraft und die Autorität durchzugreifen. Der Gottesdienst verkommt. Das Priesteramt verliert an Glaubwürdigkeit. Die Heiligkeit Gottes wird mit Füßen getreten.

    In dieser Situation entzieht Gott seinem Volk den Segen seines Wortes. Wir müssen akzeptieren, dass Gott in dieser Welt schweigt.

    Doch wenn Er spricht, dann sind wir gefragt, alles stehen und liegen zu lassen, um sein Reden zu hören. Häufig schweigt Gott, weil Menschen nicht gehorchen wollen, weil sie frech sein Reden ignorieren.

  2. Samuel erkannte den Herrn noch nicht, denn er hatte noch nie eine Botschaft vom Herrn erhalten.

    Samuel dient einem Gott, ohne ihn zu wirklich zu kennen. Er singt fromme Lieder – aber der, den er lobt, ist der große Unbekannte. Er betet liturgische Gebete, aber sie haben noch nicht wirklich innerlich berührt.

    Glaube wird uns nicht in die Wiege gelegt. Unsere Christus- und Gottesbeziehung ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Jeder hat seine ganz eigene Biografie und jedem Menschen baut Gott eine einzigartige, besondere Brücke, über die er zum Glauben finden kann.

    Gott spricht mit dem jungen Samuel einen jungen Mann an, der ihn noch niemals gehört hat.

    Wenn wir die Bibel studieren, dann werden dort sehr unterschiedliche Arten des Redens Gottes berichtet:

    • Gott redet, indem er sein geoffenbartes Wort durch den Heiligen Geist lebendig macht.
    • Gott spricht durch die Schöpfung.
    • Gotte redet durch besondere Ereignisse und Schicksalsschläge.
    • Gott bedient sich anderer Menschen.
    • Gott kann durch Träume reden und durch innere Bilder.

    Das Entscheidende ist nicht, auf welche Art und Weise Gott spricht. Das Entscheidende ist, dass wir sein Reden wahrnehmen.

  3. Sprich, Herr, dein Diener hört.

    Das heißt so viel wie: "Rede, denn ich bin ganz Ohr. Teile dich mir mit, sag was du willst, ich bin bereit, dir zu gehorchen!" Wenn Gott redet, dann spricht der Heilige Gott zu seinen Geschöpfen, der Herr zu seinem Diener.

    Wann haben Sie das letzte Mal Gott die Bereitschaft erklärt, ganz für ihn da zu sein und auf ihn zu hören?

    Dabei haben wir sehr verschiedene Hörgewohnheiten. Um Gottes Stimme zu hören, ist es hilfreich, einen Platz zu suchen, an dem wir allein sind und es voraussichtlich auch die nächste Zeit bleiben werden.

    Frank Buchmann, evangelischer Geistlicher, schreibt 1936: "Wenn der Mensch horcht, redet Gott. Wenn der Mensch gehorcht, handelt Gott."

    Unser geistliches Leben wird eine völlig neue Qualität bekommen, wenn Gott sich wieder mit seinem Anliegen in unserem Leben zur Sprache bringen kann.

"Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt" (Offenbarung 2,7 … 3,22). Eine Kirche stellt sich selbst ins Abseits, wenn sie sich dem Hören verweigert und nicht mehr zulässt, dass der lebendige Gott sich einmischt.