predigt_2017-02-05

Predigt: Typisch evangelisch [2] – Lass nicht los!

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Datum: 05.02.17
Bibelstelle: 2. Timotheus 3,14-17
Redner: Hans-Peter Dinter

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Zusammenfassung:

"Lass nicht los!" So ermutigt Paulus seinen geistlichen Ziehsohn Timotheus. Bleib am Wort des lebendigen Gottes, halte das Wort fest – sonst schmiert dein Glaube ab.

Eine der Kernaussagen der Reformatoren lautet: "Sola scriptuara – allein die Schrift!"

"Typisch evangelisch" ist die einzigartige, herausgehobene Stellung der Heiligen Schrift für die christliche Lehre und das christliche Leben:

  • Das Wort – zur Rettung:

    Die entscheidende Frage des christlichen Glaubens ist die Frage nach dem Heil, nach der Rettung: Wie kann ich gottferner Mensch zurückfinden zu Gott und in seinen Plan für mein Leben?

    Die Antwort ist ernüchternd. Von mir aus überhaupt nicht!

    Aber bei Gott ist alles möglich! Nur wenn Gott einen Menschen ins Leben ruft, dann kann er diesen Schritt gehen.

    Wenn Gottes Wort einen Menschen im Innersten packt, dann wird Unmögliches möglich – dann ist der Angesprochene in der Lage, aus seinem alten Leben aufzubrechen und sich unter die Führung Jesu zu stellen.

  • Das Wort – seine dreifache Wirksamkeit:

    1. Überführung/Aufdeckung

      In der Begegnung mit dem Wort lernen wir uns selbst kennen und das ist nicht immer ein Vergnügen. Nicht selten wird deutlich, wie unser Sein und unser Schein auseinander klaffen, wie wir weit unter den gottgegebenen Möglichkeiten leben.

      Nicht selten stehen wir plötzlich vor dem Scherbenhaufen unseres gottlosen Denken und Tuns – bettelarm und ganz angewiesen auf Gottes Vergebung.

    2. Zurechtweisung

      "Zurechtweisung" meint in seiner biblischen Wortbedeutung nicht "die Meinung geigen", sondern eher "Wiederaufrichtung". Die Schrift ist nicht nur gegeben, um uns unsere Sackgassen aufzuzeigen; sie ist uns gegeben, um aus der Sackgasse heraus zu finden.

      Das ist die Kraft der Schrift: Sie stellt uns auf den Boden, auf dem man wirklich stehen kann. Im Umgang mit der Schrift kommt es zu dem befreiten Aufatmen, zu der neuen Möglichkeit des Lebens, zu einem "Aufrechtstehen", das nur der Glaube kennt.

    3. Erziehung in der Gerechtigkeit

      In dem Maße, wie Christen sich dem Wort Gottes aussetzen, geschieht geistliche Prägung. Das Gewissen bekommt eine neue Ausrichtung, oft auch eine neue Empfindsamkeit.

      Ein geistliches Unterscheidungsvermögen, zwischen Falsch und Richtig, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse wächst – der Glaube wird zunehmend erwachsen.

Unter dem Wasserstrahl des Wortes geschieht Reinigung. Unser geistliches Leben gewinnt, fasst unmerklich, an Kraft und Reife. Deshalb gilt: Nichts wie hin – unter und an das Wort.

"Typisch evangelisch" ist ein Glaube, der fest und tief in der Heiligen Schrift wurzelt und von dort her Standfestigkeit und Nährstoffe bezieht.

Zitate von Martin Luther zum Wort Gottes:

  • Wenn Du am Abend schlafen gehst, so nimm noch etwas aus der Heiligen Schrift mit Dir zu Bett, um es im Herzen zu erwägen und es – gleich wie ein Tier – wiederzukäuen und damit sanft einzuschlafen. Es soll aber nicht viel sein, eher ganz wenig, aber gut durchdacht und verstanden. Und wenn Du am Morgen aufstehst, sollst Du es als den Ertrag des gestrigen Tages vorfinden.
  • Die Heilige Schrift ist ein wunderbares Kräutlein, je mehr du es reibst, desto mehr duftet es.
  • Ich lese die Bibel, wie ich meinen Apfelbaum ernte: Ich schüttle ihn, und was runterkommt und reif ist, das nehme ich. Das andere lasse ich noch hängen.
  • Jede Lehre, die nicht mit der Schrift vereinbar ist, ist abzulehnen, und sollte es jeden Tag Wunder schneien.